Montag, 21. August 2017

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Nestlé, Procter, Henkel und Co. Diese Aktien taugen für unruhige Börsenzeiten

Pizza-Produktion bei Nestlé: Tiefkühlware gegen Börsen-Blues

Profi-Investoren nehmen häufig Aktien von Nestlé, Procter & Gamble und anderen Konsumgüter-Herstellern ins Visier. Auch in unruhigen Börsenzeiten können diese Aktien Anlegern etwas bieten.

Die Finanzhaie von der Wall Street machen es vor - warum sollen es Privatanleger nicht nachmachen? Die Rede ist vom Investment in die Aktien großer Hersteller von Produkten des täglichen Bedarfs, so genannter Konsumgüter. Konzerne, die in diesem Bereich tätig sind, wie zum Beispiel Nestlé Börsen-Chart zeigen, Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen oder hierzulande die Dax-Mitglieder Henkel Börsen-Chart zeigen oder Beiersdorf Börsen-Chart zeigen, werden seit einiger Zeit immer häufiger zum Ziel von Finanzinvestoren und aktivistischen Hedgefonds.

Aktuelles Beispiel ist der amerikanische Hedgefonds-Lenker Dan Loeb, der kürzlich mit seiner Firma Third Point mit 3,5 Milliarden Dollar beim weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé einstieg.

Auch Hedgefonds-Veteran Nelson Peltz ist bekannt für seine Vorliebe für die Konsumgüterbranche. Seine Investmentgesellschaft Trian beteiligte sich bereits an Firmen wie dem Süßwaren-Spezialisten Cadbury Börsen-Chart zeigen, dem Lebensmittelkonzern Mondelez Börsen-Chart zeigen, der Getränkefirma PepsiCo Börsen-Chart zeigen oder dem Joghurt-Konzern Danone Börsen-Chart zeigen. Seit dieser Woche bemüht sich Peltz zudem um einen Sitz im Verwaltungsrat von Procter & Gamble, ebenfalls eine der ganz großen Adressen in dem Geschäft.

Loeb liebt Nestle, Buffett schätzt Kraft Heinz

Selbst Investmentguru Warren Buffett hat die Branche bereits mit seinem Engagement geadelt: 2013 übernahm er gemeinsam mit der brasilianischen 3G Gruppe die US-Ketchup-Marke Heinz und fusionierte sie zwei Jahre später mit Kraft Foods. Im laufenden Jahr schließlich versuchten Buffett und 3G mit ihrer Firma Kraft Heinz für sagenhafte 143 Milliarden Dollar den Konsumgüterkonzern Unilever Börsen-Chart zeigen zu übernehmen. Der Deal scheiterte allerdings nach Gegenwehr von Seiten des Übernahmeziels.

Der Grund für das Interesse der Investmentprofis an den Herstellern von Softdrinks, Fertignahrung, Sportartikeln, Haushaltsbedarf und ähnlichem ist oft der gleiche: Konzerne wie Nestlé oder Procter & Gamble verfügen meist über eine solide Finanzstruktur mit geringer Verschuldung. Sie erscheinen außerdem häufig wie riesige, unübersichtliche Konglomerate mit zahlreichen Aktivitäten und komplexen Strukturen.

Ein großer Mischkonzern weckt häufig Abspaltungs-Phantasien

Investoren wie Third Point-Chef Loeb erkennen in solchen Großkonzernen daher häufig eine Chance, erheblichen Profit zu machen: Sie identifizieren beispielsweise überflüssige Geschäftsfelder, die es abzustoßen gilt, oder ungenutzte Synergien, die optimiert werden können. So können nicht selten Kosten gespart und Gewinne gesteigert werden, so die Überlegung.

Ein aktuelles Beispiel für eine Aufspaltung dieser Art liefert der Handelskonzern Metro Börsen-Chart zeigen, ebenfalls Teil des Konsumgütersektors und in seiner früheren Form seit wenigen Tagen Geschichte: Der Handelsriese wurde Anfang Juli aufgespalten in einen Lebensmittelteil, der weiterhin Metro heißt, sowie in den Elektronikhändler Ceconomy, der inzwischen ebenfalls an der Börse notiert ist. Metro-Chef Olaf Koch will auf diese Weise die beiden Teile eigenen Angaben zufolge schlagkräftiger und für Investoren attraktiver machen.

Auch die brasilianische 3G-Gruppe hat bereits verschiedene Male vorgemacht, wie das geht. An mehreren Konsumgüterfirmen führte 3G in den vergangenen Jahren mit Erfolg Kostenoptimierungen durch, schreibt die "Financial Times".

Christoph Rottwilm auf Twitter

Vor dem Hintergrund ist es für die Zukunft nun die Aufgabe der Investoren, die richtigen Ziele zu finden: Attraktiv sind lediglich jene Firmen, die solche Kostensenkungsprogramme womöglich noch vor sich, und nicht jene, die sie bereits hinter sich haben. Auch der neue Nestlé-Chef Mark Schneider, der zuvor den Dax-Konzern Fresenius auf Rendite getrimmt hatte, hat sehr genaue Vorstellungen, wie er die Rendite bei Nestlé Börsen-Chart zeigen nach oben treiben will.

"Firmen wie Nestlé, Colgate oder Procter & Gamble haben den Prozess noch nicht durchlaufen", zitiert die "FT" dazu den Investmentexperten Raphaël Pitoun von Seilern Investment Management. Ein Satz, den auch Privatanleger womöglich aufmerksam zur Kenntnis nehmen sollten.

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