Mittwoch, 17. Oktober 2018

Börsenkandidat Knorr-Bremse wird Aktien schneller los Heinz Hermann Thiele hat schon genug

Heinz Hermann Thiele und seine Familie wollen bis zu 30 Prozent der Papiere von Knorr-Bremse an die Börse bringen. Erster Handelstag soll diesen Freitag sein
Knorr-Bremse
Heinz Hermann Thiele und seine Familie wollen bis zu 30 Prozent der Papiere von Knorr-Bremse an die Börse bringen. Erster Handelstag soll diesen Freitag sein

Es könnte der größte Börsengang des Jahres werden - und offenbar ist das Interesse der Investoren groß. So groß jedenfalls, dass der Konzern Knorr-Bremse die Zeichnungsfrist für seinen Börsengang einen Tag früher beendet als geplant.

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse drückt bei seinem Börsengang aufs Tempo. Aufgrund einer großen Nachfrage nach den Aktien werde die Angebotsperiode am 10. Oktober enden und damit einen Tag früher als geplant, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. Der erste Handelstag im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse soll aber weiterhin an diesem Freitag (12. Oktober) sein.

Nach bisherigen Angaben könnte der Börsengang der Eigentümerfamilie Thiele bis zu 4,2 Milliarden Euro einbringen. Das Münchner Traditionsunternehmen könnte damit der größte Börsengang dieses Jahres in Deutschland werden, knapp vor der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers.

Der Mehrheitsaktionär - Heinz Hermann Thiele und seine Familie - wollen bis zu 30 Prozent der Papiere zum Stückpreis von 72 bis 87 Euro bei Anlegern platzieren. Das entspricht einem Börsenwert von 11,6 bis 14 Milliarden Euro.

Mit der Emission will Thiele sein Vermächtnis regeln. Sein Sohn Henrik war im vergangenen Jahr im Streit aus der Familienholding ausgestiegen. Heinz Hermann Thiele, ursprünglich nur Geschäftsführer bei Knorr-Bremse, hatte 1986 die Mehrheit an dem angeschlagenen Unternehmen übernommen und machte es zum Weltmarktführer bei Zug- und Lastwagen-Bremsen mit einem Umsatz von 6,2 Milliarden Euro und 30.000 Mitarbeitern.

Was Heinz Hermann Thiele er mit dem Erlös machen will, lässt er bisher offen. Thiele zählt nach einer exklusiven Studie des manager magazin zu den reichsten Deutschen.

Wenn sich die Hoffnungen von Knorr-Bremse erfüllen, steuert Deutschland auf das beste Jahr für Börsenneulinge seit dem Boom am sogenannten Neuen Markt im Jahr 2000 zu. Im ersten Halbjahr hatten elf Firmen mit Emissionen im streng regulierten Prime Standard nach Reuters-Berechnungen zusammen 7,2 Milliarden Euro eingesammelt. Neben Knorr-Bremse stehen vier weitere in den Startlöchern: der Chip-Anlagenbauer Exyte, der bis zu eine Milliarde Euro einsammeln will, der Online-Möbelhändler Westwing (147 Millionen), die Beteiligungsgesellschaft Primepulse (mindestens 250 Millionen) und der Elektroroller-Hersteller Govecs (90 Millionen).

rei mit Reuters

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