Freitag, 16. November 2018

Milliarden-Emission - doch kein Erlös für das Unternehmen Knorr Bremse geht an die Börse - Thiele regelt sein Erbe

Heinz Hermann Thiele: Der Großaktionär regelt sein Erbe
Bloomberg via Getty Images
Heinz Hermann Thiele: Der Großaktionär regelt sein Erbe

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Das Münchener Traditionsunternehmen kündigte den seit Monaten erwogenen Schritt am Montag offiziell an. Platziert werden sollen nur Aktien aus dem Besitz von Mehrheitsaktionär Heinz Hermann Thiele und seiner Familie, wie Knorr-Bremse mitteilte. Dem Unternehmen selbst fließt damit kein Geld zu.

Der Börsengang sollte ursprünglich schon im März angekündigt werden. Der IPO wurde dann aber noch einmal aufgeschoben, weil Eigentümer Thiele noch andere Optionen prüfen wollte - es gab diverse Übernahmeinteressenten, wie manager magazin bereits in der Juni-Ausgabe berichtet hatte.

Der 77-jährige Thiele will mit dem Börsengang sein Erbe regeln. Er will zunächst aber zusammen mit seiner Tochter die Mehrheit behalten.

Insidern zufolge könnten 25 bis 30 Prozent der Knorr-Bremse-Anteile verkauft werden. Das Unternehmen, das im Jahr 2017 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro erzielte, geht nach Informationen von manager magazin von einem spektakulär hohen Börsenwert von rund 16 Milliarden Euro aus.

Mit einem möglichen Erlös von 3 bis 4 Milliarden Euro wäre die Emission, die in den nächsten vier Wochen über die Bühne gehen dürfte, dann einer der größten in Deutschland in diesem Jahr.

Heinz Hermann Thiele: Der Besessene

Federführend begleitet wird der Börsengang von der Deutschen Bank. Morgan Stanley und JP Morgan.

Knorr-Bremse stellt Bremsen und weitere Teile für Züge und Lkw her, neben Bremsen hat das Unternehmen unter anderem auch Zugtüren, Heizungs- und Lüftungssysteme im Angebot. Starker Mann im Unternehmen ist Eigentümer und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats Thiele, der mit dem Börsengang seine Nachfolge regeln will. Knorr-Bremse hatte zur Jahresmitte knapp 29.000 Mitarbeiter.

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