Dienstag, 26. März 2019

Fed-Chefin Welches Verhältnis haben Sie zu Trump, Frau Yellen?

Keine weitere Finanzkrise "zu Lebzeiten": US-Notenbank-Chefin Janet Yellen

Manchmal ist schweigen vielleicht die beste Antwort. Gefragt nach ihrem Verhältnis zun US-Präsidenten, gab US-Notenbankchefin Janet Yellen keine Antwort - bezog aber klar Position zu einer möglichen Lockerung der Regeln für Banken.

US-Notenbankchefin Janet Yellen rechnet für viele Jahre nicht mehr mit einer großen Finanzkrise. Es würde wahrscheinlich zu weit gehen zu sagen, es werde niemals mehr zu einer weiteren Finanzkrise kommen, sagte Yellen am Dienstagabend in London. Sie hoffe aber, dass das "nicht zu unseren Lebzeiten" passieren werde. "Und ich glaube, dass das nicht der Fall sein wird." Inzwischen gebe es viel mehr Sicherheit, sagte Yellen.

Die jüngste Finanzkrise hatte 2008 ihren Höhepunkt erreicht. Damals wurden weltweit Geldhäuser mit Hilfe von Steuermilliarden und Liquiditätsgarantien vor dem Kollaps gerettet. In Reaktion darauf wurden in vielen Ländern die Banken-Regulierung und Aufsicht deutlich verschärft.

Yellen ergänzte, es wäre "keine gute Sache", die Reform der Finanzwirtschaft nach der Krise zurückzudrehen. US-Präsident Donald Trump will Forderungen aus der heimischen Bankenbranche nach weniger Vorschriften weit entgegenkommen. Auch EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger zeigte sich besorgt über US-Vorstöße zur Aufweichung der Bankenregulierung. Nationale Initiativen seien nicht geeignet, die Stabilität des Finanzsystems zu stärken: "Das Gegenteil ist der Fall", sagte sie am Mittwoch auf einer Konferenz in Bonn. Zuvor hatten bereits die Notenbanken Frankreichs und der Schweiz davor gewarnt, die nach der Finanzkrise international verschärften Vorgaben wieder zurückzuschrauben.

Gefragt nach ihrem Verhältnis zu Trump wollte sich Yellen nicht äußern. Sie sagte lediglich, sie habe ein gutes Arbeitsverhältnis zu Finanzminister Steve Mnuchin und: "Ich habe in der Regierung einen soliden Respekt für die Unabhängigkeit der Fed gefunden." Zur Geldpolitik bekräftigte die Notenbankchefin ihre Haltung, wonach der Leitzins weiterhin nur schrittweise angehoben werden soll.

Rei/Reuters

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