Montag, 17. Dezember 2018

IWF - Regulierung nicht lockern Risiken an Finanzmärkten wachsen wieder

New York: Der IWF warnt unter anderem vor einem möglichen Platzen der Immobilienblasen in Metropolen wie New York

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Regierungen in aller Welt davor gewarnt, die nach der Finanzkrise gestraffte Regulierung der Finanzmärkte wieder zu lockern. Die Märkte und Finanzinstitute seien zwar zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise stärker als zuvor. Allerdings seien neue Risiken hinzugekommen - etwa extrem hohe Immobilienpreise in Weltstädten, erklärte Tobias Adrian, Direktor für Geld- und Kapitalmärkte beim IWF, bei der Vorstellung des Berichtes zur Finanzmarktstabilität in Nusa Dua (Indonesien) am Mittwoch.

"Kurzfristige Risiken haben sich vergrößert und mittelfristige Risiken bleiben erhöht", fasste Adrian die Situation zusammen. Die weltweiten Handelsstreitigkeiten und dadurch sinkendes Vertrauen von Investoren etwa in China könnten zum Problem werden. Parallel hatte es in Ländern wie den USA zuletzt Bestrebungen gegeben, den Finanzmarktakteuren wieder mehr Spielräume zu lassen.

Adrian rief die Entwicklungs- und Schwellenländer dazu auf, finanzielle Puffer gegen aufkommende Risiken zu bilden. Das größte seien der starke Dollar und die schnell anziehenden Zinsen in den USA, die zu Kapitalabflüssen aus Schwellenländern führen könnten.

Ein großes Problem auch für Industrieländer ist laut Adrian der hohe Schuldenstand, vor allem außerhalb des Bankensektors. "Das Niveau an Schulden, die Haushalte, Unternehmen und Staaten halten, ist hoch und es steigt weiter." Gemeinsam wiesen 29 Länder mit großen Finanzsektoren einen Schuldenstand von 250 Prozent ihres zusammengerechneten Bruttoinlandsproduktes auf.

rei/dpa

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