Freitag, 20. Juli 2018

Spekulationen um möglichen Insiderhandel Intel-Chef verkaufte eigene Aktien gerade noch rechtzeitig

Brian Krzanich

Intel-Chef Brian Krzanich hat Ende 2017 ein riesiges Paket Intel-Aktien verkauft - mit einem Gewinn von rund 24 Millionen Dollar. Danach hielt er nur die intern vorgeschriebene Mindestmenge der Papiere seines Arbeitgebers. Verdächtig ist, zu diesem Zeitpunkt war dem Branchenriese bereits die dramatische Sicherheitslücke bei eigenen Prozessoren bekannt.

Als Intel-Chef Brian Krzanich Ende vergangenen Jahres in großem Stil Aktien des eigenen Unternehmens verkaufte und nur noch die vorgeschriebene Mindestmenge hielt, horchte die Fachwelt auf, konnte aber nichts Anrüchiges darin erkennen. Zwar irritierte die Größe des abgestoßenen Pakets, doch verkaufen und kaufen Vorstände immer wieder Aktien ihres Arbeitgebers.

Im Lichte der jetzt bekannt gewordenen dramatischen Sicherheitslücke bei Intel-Chips werfen die Aktienverkäufe allerdings Fragen auf. Denn wie der "Business Insider" unter Berufung auf einen Sprecher des Konzerns berichtet, habe Google den Chiphersteller bereits im Sommer über die Sicherheitslücke informiert.

Intel selbst habe betont, der Aktienverkauf sei ein ganz normaler Vorgang, habe nichts mit der entdeckten Schwachstelle bei den Chips zu tun und sei lange zuvor geplant gewesen.

Tatsächlich aber soll der Verkaufsplan erst im Oktober vergangenen Jahres - also Monate nach dem internen Bekanntwerden der Sicherheitslücke - beschlossen worden und bei der Börsenaufsicht eingereicht worden sein, berichtet der Business Insider weiter.

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Als sei die entdeckte Schwachstelle bei Intel-Chips nicht schon peinlich genug, sieht sich Krzanich jetzt dem Verdacht ausgesetzt, der Manager hätte hier womöglich Insiderwissen ausgenutzt. Zu Unrecht, wie Intel entgegnet. Denn tatsächlich soll der Verkauf nach einem zuvor festgelegten und bei der US-Börsenaufsicht SEC angemeldeten Handelsplan erfolgt sein. Die SEC wollte sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern, ob sie einem möglichen Insiderverdacht nachgeht.

Auf jeden Fall machte Krzanich einen guten Schnitt. Mit dem Verkauf von Aktien, die er besaß und der Ausübung von Aktienoptionen soll der Manager einen Gewinn von geschätzten 24 Millionen Dollar erzielt haben.

Hätte Krzanich, der im Mai 2013 zum Intel-CEO ernannt worden war, nicht verkauft, wären seine Papiere jetzt deutlich weniger wert: Seit offiziellem Bekanntwerden der Sicherheitslücke haben Intel-Papiere rund 8 Prozent an Wert eingebüßt.

Und noch ist völlig unklar, welche Folgen die Sicherheitslücke für den Technologiekonzern haben wird.

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