Dienstag, 11. Dezember 2018

Preissteigerungs- und Zinsangst So gelingt der Inflationsschutz fürs Vermögen

Was tun bei steigenden Preisen? Auch Geldanleger stehen mitunter vor diesem Problem.

4. Teil: Anleihen - die richtigen Papiere bringen den besten Schutz

Anleihen

Grundsätzlich ist es eine denkbar schlechte Idee, bei absehbar steigenden Inflationsraten in festverzinsliche Papiere, also etwa Staatsanleihen, zu investieren. Denn die höheren Preissteigerungsraten lassen in der Regel auch steigende Zinsen erwarten, was wiederum bei bereits am Markt befindlichen Bonds meist zu Kursverlusten führt. Dennoch glauben nicht wenige Experten, dass sich der womöglich beste Inflationsschutz für Kapitalanleger ausgerechnet am Anleihemarkt findet.

Die Rede ist zum einen von Papieren mit variabler Verzinsung ("Floating Rate Notes") und zum anderen von inflationsgebundenen Anleihen ("Inflation Linked Notes"). Nur diese Wertpapiere bieten einen echten Schutz gegen Inflation, meint beispielsweise PMP-Chef Wieser.

Ähnlich sieht es Gerhard Rosenbauer, Geschäftsführer bei Avana Invest in München. "Bei europäischen inflationsgebundenen Anleihen wird sowohl auf den Kupon als auch auf den Rückzahlungswert ein Inflationsausgleich gezahlt", erläutert der Experte. Anleger sollten seinem Ratschlag zufolge allerdings unbedingt auf die Inflationsrate achten, die dem jeweiligen Papier zugrunde gelegt wurde.

Auch Rosenbauer nennt darüber hinaus Anleihen mit variabler Verzinsung als möglichen Inflationsschutz fürs Depot. "Diese Papiere sind mit einem variable verzinslichen Kupon ausgestattet", sagt er. "Der Kupon wird regelmäßig, monatlich oder vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich, an das aktuelle Zinsniveau angepasst."

Christoph Rottwilm auf Twitter

Einen besonderen Tipp hat zudem Andreas Görler vom Vermögensverwalter Wellinvest Pruschke & Kalm parat. Es könne sich lohnen, den Blick in den US-Dollar-Raum zu werfen, meint er. "Wenn man davon ausgeht, dass dort die Zinsen etwas stärker steigen könnten und dadurch der US-Dollar steigt, sind variabel verzinste Dollar-Anleihen in doppelter Hinsicht interessant", so Görler. Der Anleger hätte dabei nach Ansicht des Experten eine doppelte Chance: Einerseits sei das Zinsniveau etwas höher, und andererseits könnte der Dollar könnte gegenüber dem Euro steigen.

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