Samstag, 15. Dezember 2018

Preissteigerungs- und Zinsangst So gelingt der Inflationsschutz fürs Vermögen

Was tun bei steigenden Preisen? Auch Geldanleger stehen mitunter vor diesem Problem.

3. Teil: Aktien und Immobilien - Sachwerte mit großem Rückschlagrisiko

Aktien

Auch Anteilsscheine an Unternehmen gelten als Sachwerte und bieten daher zumindest theoretisch einen gewissen Schutz gegen Geldentwertung. So haben Aktiengesellschaften beispielsweise die Möglichkeit, Preissteigerungen mit höheren Inflationsraten zu rechtfertigen und auf diese Weise im Idealfall ihre Margen zu steigern - zur Freude der Aktionäre.

Andererseits: Sollte die Geldentwertung allzu rasant voranschreiten, leiden darunter auch die Firmen. "Eine zu stark ansteigende Inflation kann die Produktionskosten schneller steigen lassen als die Verkaufspreise", erläutert Titus C. Schlösser, Chef von Portfolio Concept Vermögensmanagement. "Das belastet die Marge und lässt Aktienpreise fallen."

Auch Stephan Witt von der Finum Private Finance AG sagt: "Ist die Inflation zu stark, werden die Anleger an der Börse vorsichtiger und wollen nicht mehr in Aktien investieren." Hinzu kommt: Die Aktienmärkte sind in den vergangenen Jahren ohnehin bereits stark gestiegen. Das Rückschlagpotenzial erscheint daher vergleichsweise groß - insbesondere, wenn Unsicherheitsfaktoren wie eine stark steigende Inflation ins Spiel kommen sollten.

Immobilien

Ähnlich ist es mit Immobilien, die ebenfalls als Substanzwerte und damit grundsätzlich als werterhaltend gelten. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken hat allerdings nicht nur die Aktienkurse weltweit in die Höhe getrieben, sondern auch die Immobilienpreise, wie beispielsweise Thomas Wüst von der valorvest Vermögensverwaltung in Stuttgart erläutert. "Sollten die Notenbanken im Falle eines künftigen Anstiegs der Inflationsraten nun wieder den Fuß vom Gaspedal nehmen und eine restriktivere Geldpolitik umsetzen", sagt er, "dann kann der Liquiditätseffekt auch an den Anlagemärkten negative Spuren hinterlassen."

Sprich: Auch bei den Immobilienpreisen besteht wegen der starken Preisanstiege der vergangenen Jahre die grundlegende Gefahr von Rückschlägen, Inflation hin oder her. Nicht umsonst warnen manche Beobachter bereits vor einer möglichen Liquiditätsblase am Immobilienmarkt.

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