Freitag, 22. März 2019

Europas größte Bank Bankhaus HSBC hält Erwartungen nicht stand

Europas größte Bank veröffentlicht neue Zahlen, an der Börse kommen sie am Dienstag nicht gut an

Die größte europäische Bank HSBC hat ihren Gewinn 2018 trotz der weltweiten Börsenturbulenzen zum Jahresende deutlich gesteigert. Der Konzerngewinn stieg im Gesamtjahr um mehr als ein Viertel auf rund 15 Milliarden US-Dollar. Doch der Ausblick missfällt den Investoren.

Die britische Großbank HSBC hat 2018 einen zweistelligen Milliarden-Gewinn vor Steuern eingefahren und trotzdem die Erwartungen des Kapitalmarktes nicht erfüllen können. Der um Sonderposten und Währungskurse bereinigte Vorsteuergewinn wuchs im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 21,7 Milliarden Dollar, teilte die Bank am Dienstag mit. Allerdings verfehlte HSBC hier die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit gut einer Milliarde mehr gerechnet hatten. Die Gesamtdividende soll mit 51 Cent stabil bleiben.

Vor allem das vierte Quartal hatte der HSBC Börsen-Chart zeigen genau wie anderen Geldhäusern Probleme bereitet. Die an der Londoner LSE und an der Börse Hongkong notierte Aktie des größten europäischen Geldhauses sackte im frühen Handel um fast drei Prozent ab - auch weil der seit gut einem Jahr amtierende Vorstandschef John Flint wegen des nahenden Brexits und der Konjunkturabkühlung in China deutlich vorsichtigere Töne anschlug als zuletzt.

Der neue Chef John Flint, der die HSBC-Führung 2018 von Stuart Gulliver übernommen hatte, berichtete von einem guten Start ins neue Jahr und bestätigte die im vergangenen Sommer bekanntgegebenen Finanzziele. Demnach soll die Eigenkapitalrendite bis 2020 auf mehr als 11 Prozent steigen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war sie bereit von 6,8 auf 8,6 Prozent gestiegen.

Sorge und Handelsstreit sorgen für Konsequenzen

Sorge bereitet Flint jedoch die die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Großbritannien, wo der bevorstehende Brexit für Unsicherheit sorgt. Um den entgegen zu wirken, setzt die Bank nun verstärkt auf eine Tochtergesellschaft in Frankreich.

Neben dem Brexit macht auch China das Geschäft schwer. Nachdem das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte im vergangenen Jahre auf ein historisches Tief gefallen war, überlegt man bei HSBC jetzt, die geplanten Investitionen zurückzufahren - anders als im vergangenen Sommer angekündigt. Damals sprach Flint von geplanten Investitionen in Höhe von 15 bis 17 Milliaren Dollar in den chinesischen Markt. Diese unvorhersehbaren geopolitischen Unsicherheiten, würden eine Prognose für das kommende Jahr sehr schwierig machen, so Flint am Dienstagmorgen weiter.

Auf das Management von HSBC nimmt der Druck zu, die Rendite durch den Rückkauf von Aktien zu verbessern. HSBC kündigte jedoch nicht an, ein neues Rückkaufprogramm anzukündigen, was die Analysten von Jefferies als "bemerkenswerte Enttäuschung" bezeichneten.

Die HSBC ist mit 150 Milliarden Euro Börsenwert die größte Bank in Europa .

lwe, dpa, rtr

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung