Mittwoch, 12. Dezember 2018

Rocket-Internet-Beteiligung Home24 will am 15. Juni an die Börse

Home24 schreibt noch Verluste

In knapp zwei Wochen wagt der Online-Möbelhändler Home24 den Sprung an die Börse und hat jetzt die Preisspanne festgelegt. Bis zu 150 Millionen Euro will die Rocket-Beteiligung erlösen und damit in erster Linie weiteres Wachstum finanzieren.

Der Online-Möbelhändler Home24 zurrt die Konditionen für seinen bevorstehenden Börsengang fest. Das Unternehmen aus dem Startup-Brutkasten Rocket Internet will den Investoren bis zu rund 7,7 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 19,50 bis 24,50 Euro je Stück anbieten, teilte Home24 am Freitag in Berlin mit. Die Erstnotierung im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse sei dann für den 15. Juni geplant.

Wie Home24 bereits zur Bekanntgabe seiner Börsenambitionen vor knapp zwei Wochen mitteilte, will das Unternehmen beim IPO einen Bruttoerlös von rund 150 Millionen Euro einstreichen. Hinzu kämen dann eventuell noch Einnahmen aus einer möglichen Mehrzuteilungsoption. Investoren sollen die Papiere nun voraussichtlich zwischen dem 4. und 13. Juni zeichnen können.

Die Altaktionäre um den Start-up-Investor Rocket Internet, der 41 Prozent hält, werden nach einem früheren Bericht keine Anteile auf den Markt werfen. Das manager magazin hatte bereits im Januar exklusiv über die Börsengangspläne berichtet.

Home24 mit 1000 Mitarbeitern ist in sieben europäischen Ländern sowie Brasilien aktiv. "Aktuell planen wir nicht, in weitere Märkte vorzudringen, sondern wollen unser Geschäft in den bestehenden Märkten ausbauen", hatte Co-Chef Marc Appelhoff erklärt. Dabei sollen die Mittel aus dem Börsengang helfen. Der Online-Möbelhandel werde in den kommenden Jahren stark wachsen. In den acht Märkten von Home24 habe er bislang einen Anteil von weniger als 5Prozent am Gesamtmarkt, in den USA und Großbritannien sei er bereits mehr als doppelt so hoch.

Home24 erwartet stark anziehende Onlinekäufe im Möbelhandel

Home24 zählt nach eigenen Angaben 1,1 Millionen Kunden, die mindestens einmal im Jahr bestellen, und hat mehr als 100.000 Artikel im Angebot. Dabei setzt das Unternehmen stark auf margenträchtige Eigenmarken, die zwar nur ein Viertel der Artikel ausmachen aber 57 Prozent zum Umsatz beitragen.

2017 steigerte Home24 den Umsatz um 4 Prozent auf 276 Millionen Euro und verringerte den Betriebsverlust (bereinigtes Ebitda) auf 22 (Vorjahr: 40) Millionen Euro. Grund für das vergleichsweise geringe Wachstum im vergangenen Jahr sei der Umbau der Technologieplattform gewesen, um sie effizienter zu machen. Nun könne man die Früchte dieser Investitionen ernten, sagte Appelhoff.

Umsatz legte um 30 Prozent zu im 1. Quartal

Im ersten Quartal legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um 30 Prozent zu, der Betriebsverlust verringerte sich. Binnen 18 Monaten will das Unternehmen die Gewinnschwelle erreichen.

rei/dpa

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