Mittwoch, 23. Mai 2018

Hello Cash statt Hello Fresh Rocket Internet schlägt Hello Fresh zum Tiefpreis los

Oliver Samwer: Cash für HelloFresh - notfalls auch mit kräftigem Abschlag

Frisches Geld für Rocket Internet Börsen-Chart zeigen, Rückschlag für Aktionäre: Die Start-up-Schmiede Rocket Internet hat mit dem Verkauf von Anteilen am Kochboxenversender HelloFresh wie gewünscht 150 Millionen Euro eingenommen.

Allerdings musste Rocket die Anteile mit einem kräftigen Abschlag auf den aktuellen Börsenkurs verkaufen, um sie bei Investoren unterzubringen: 12,2 Millionen Papiere seien für je 12,30 Euro veräußert worden, teilte Rocket am späten Mittwochabend mit. Das war 1,06 Euro weniger als der Xetra-Schlusskurs der Aktie am Mittwoch (13,36 Euro).

Die Aktie von Hello Fresh brach am Donnerstag entsprechend um rund 8 Prozent auf 12,25 Euro ein. Die Botschaft, die Rocket Internet mit dem Verkauf der Anteile vermittelt, ist problematisch: Warum sollten Aktionäre an die langfristigen Erfolgsaussichten eines Unternehmens glauben, wenn Rocket selbst die Papiere der erst im Herbst an die Börse gebrachten Tochter mit einem kräftigen Discount auf den Markt wirft.

HelloFresh wurde 2011 gegründet und liefert mit über 2000 Mitarbeitern Millionen von Mahlzeiten an seine Kunden aus. 2017 hatte das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr seinen Umsatz um gut 50 Prozent auf 902 bis 905 Millionen Euro gesteigert. Schwarze Zahlen schreibt HelloFresh bislang noch nicht. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) will man bis zum vierten Quartal 2018 die Gewinnschwelle zu erreichen.

la/dpa

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