Samstag, 17. November 2018

Kriselnder Fast-Food-Riese Hedgefonds lauern auf Immobilien-Milliarden von McDonald's

Wertvolles Betongold: McDonald's besitzt Immobilien im Milliardenwert - Investoren fordern, Kapital daraus zu schlagen

2. Teil: Die verborgene 20-Milliarden-Dollar-Reserve

Auch nach der jüngsten Initiative von Glenview-Chef Robbins stieg der McDonald's-Aktienkurs in dieser Woche merklich an. Denn die Rechnung, die der Investmentprofi aufmacht, könnte aufgehen.

Anders als andere Fast-Food-Ketten befindet sich McDonald's im Besitz eines Großteils seiner weltweit rund 36.000 Restaurant-Immobilien. 2013 gehörten dem Unternehmen etwa 45 Prozent der Grundstücksfläche sowie 70 Prozent der Gebäude. Yahoo Finance schätzte den Wert der Immobilien zuletzt auf rund 40 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der Börsenwert von McDonald's beträgt gegenwärtig knapp 94 Milliarden Dollar.

So kann der Konzern einen Großteil der Umsätze an den Immobilienbesitz knüpfen. US-Medien zufolge betreibt McDonald's weltweit lediglich 19 Prozent der Restaurants mit dem gelben "M" in Eigenregie. 81 Prozent werden von Franchise-Nehmern gemanagt - und die zahlen dem Unternehmen Lizenzgebühren und Miete basierend auf den Umsätzen.

Frisches Geld für Investitionen

Der Charme eines Reits, in den all diese Immobilienaktivitäten eingebracht werden könnten, ist: Solche Immobiliengesellschaften verfügen über gesetzlich gewährte Steuervorteile. So zahlen Reits keine Steuern auf Unternehmensgewinne. Im Gegenzug dafür sind sie jedoch verpflichtet, 90 Prozent ihrer Gewinne an die Aktionäre auszuschütten.

Aus diesem Grund werden diese speziellen Immobilien-AGs an der Börse in der Regel mit einer höheren Bewertung gehandelt als andere Unternehmen. US-Medien zufolge schreibt etwa Glenview-Chef Robbins an seine Investoren, die Bewertung von Reits an der US-Börse liege bei beinahe dem 20fachen des Gewinns (Ebitda). Der McDonald's-Konzern dagegen werde am Markt gegenwärtig nur mit etwa dem 12fachen seines Ebitda bewertet.

Der Unterschied ist laut Robbins für den Konzern 20 Milliarden Dollar wert. Nach einer Abspaltung der Immobiliensparte könnte diese seiner Ansicht nach viel Geld für notwendige Investitionen des herkömmlichen McDonald's-Konzerns generieren. Und die Aktionäre würden von dem höheren Aktienkurs profitieren, so der Hedgefonds-Manager.

Newsletter von Christoph Rottwilm

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