Freitag, 9. Dezember 2016

Warnung vor der Krisenwährung Warum Goldman Sachs ausgerechnet jetzt gegen Gold wettert

Turbulenzen an den Finanzmärkten: Warum plötzlich wieder alle auf Gold schauen
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REUTERS

Jeffrey Currie und Max Layton sind Analysten des Investmenthauses Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen. Das wäre nicht weiter bemerkenswert. Doch beide kommen in Analysen zum Schluss, dass ausgerechnet der Anlegerliebling Gold aktuell zu teuer sei. Und das ist aus zwei Gründen überraschend.

Denn Gold gehört zu den wenigen Anlagen, die seit Jahresbeginn positive Erträge erwirtschaftete. Doch Goldman winkt ab. In den kommenden drei Monaten solle der Preis auf bis zu 1.100 US-Dollar fallen, in den nächsten zwölf Monaten auf 1.000 Dollar je Feinunze, zitiert "cnbc" aus der Analyse von Currie und Layton.

Zwischenzeitlich notierte das Edelmetall bei 1.240 Dollar und zog sogar die lange gemiedenen Goldminen-Aktien nach oben. Und noch etwas ist überraschend.

Denn Goldman gehörte noch bis vor kurzen zu den Gold-Jüngern, prognostizierte ein mittelfristiges Kursziel von 1.392 US-Dollar, wie "finanzen" berichtet.

So schlimm ist es wohl doch nicht um die Welt bestellt

Für Goldman Sachs ist es offenbar eine einfache Rechnung. Weil es gar nicht so schlimm um die Welt bestellt sei, werde sich herausstellen, dass zu viele Investoren in ihrer Angst nach dem sicheren Hafen Gold gegriffen haben. Und wenn diese Anleger ihren Irrtum erkennen, verkaufen sie und lassen den Goldkurs damit fallen. So weit, so holzschnittartig.

Bei Currie und Layton liest sich das freilich etwas mehr nach Manschettenknopf und Seidenkrawatte. "Systemische Risiken vom Öl, China oder Negativzinsen sind sehr unwahrscheinlich", schreiben sie.

"Wir halten daher an unserer Prognose steigender US-Leitzinsen und deswegen niedriger Goldpreise fest." Und empfehlen, den Goldpreis zu "shorten", also auf den Kursverfall zu setzen.

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