Montag, 18. Juni 2018

Neue Geldanlage-Studie offenbart Die größten Irrtümer über Aktien, Immobilien, Gold und Co

Goldbarren: Anleger halten das Edelmetall vielfach für eine gute Geldanlage - eine aktuelle Studie kam zu einem anderen Ergebnis.

Geht es ums Geld, gibt es viele Vorurteile. Zum Beispiel, dass man an der Börse nur verlieren kann. Oder dass Gold ein sicherer Hafen ist und Immobilien sich immer rentieren. Einer Überprüfung halten diese Vorurteile allerdings nicht stand, wie auch eine neue Studie von Wissenschaftlern der London Business School und Experten der Schweizer Bank Credit Suisse eindrucksvoll zeigt.

Die Forscher verglichen verschiedene Anlageklassen seit dem Jahr 1900 - ein ungewöhnlich langer Zeitraum. Analysiert wurden 23 Länder und 3 Kontinente, darunter die USA, China und Japan sowie wichtige europäische Länder wie Deutschland. Zusammen stehen sie bei Aktien etwa für 91 Prozent der weltweiten Märkte.

Eine Erkenntnis: Aktien zahlen sich auf lange Sicht immens aus. So lag die Rendite bei einer weltweiten Aktienanlage seit 1900 bei 5,2 Prozent - pro Jahr. Für Anleihen, die vielen Anlegern wegen ihrer Verzinsung als sicher gelten, ermittelten die Forscher eine jährliche Rendite von 2 Prozent. Betrachtet man die vergangenen 50 Jahre, brachten weltweite Aktien jährlich 5,3 und Anleihen 4,4 Prozent. Das vermeintlich sichere Gold brachte in dem Zeitraum nur 0,7 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeichnet das Deutsche Aktien-Institut (DAI) auch für deutsche Aktien. Für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren lagen die jährlichen Renditen in der Vergangenheit allein im Dax im Schnitt bei rund 9 Prozent. Man muss also nicht sein Geld über mehr als 100 Jahre anlegen, um ordentliche Gewinne zu erzielen. Verluste mussten Anleger über 20 Jahre im Dax nicht fürchten. Selbst im schlechtesten 20-Jahre-Zeitraum lag die Jahresrendite bei fast 6 Prozent.

Allerdings betonen die Autoren der Langzeitstudie: Gewinne sind an der Börse nicht garantiert. Denn in dem langen Beobachtungszeitraum mussten Anleger auch äußerst schwierige Zeiten durchstehen: die beiden Weltkriege, die große Depression in den 1930er Jahren, die Ölkrise in den 1970er Jahren, den Schwarzen Freitag 1987, das Platzen der Internetblase oder die Finanzkrise nach der Lehman-Pleite.

Solche Ereignisse sind es aus Sicht von Niels Nauhauser unter anderem, warum Aktien bei vielen als riskant gelten. "Man beobachtet ja täglich die Entwicklungen an den Börsen", sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Und Schlagzeilen machen die Kursausschläge, nicht die langfristige Entwicklung."

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