Mittwoch, 12. Dezember 2018

Finanzlobbyist und Politiker CDU-Kandidat Merz will Altersvorsorge mit Aktien fördern

Friedrich Merz
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Friedrich Merz

Spricht da schon der womöglich künftige Kanzler oder noch der Lobbyist der Investmentbranche? Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, fordert Steuerfreiheit für den Aktienkauf als Form der Altersvorsorge.

"Wir sollten die Aktienmärkte nutzen, um langfristig eine bessere Vermögens- und Kapitalbildung in den privaten Haushalten zu schaffen", sagte Merz der "Welt am Sonntag". Dann werde für viele Menschen in Deutschland der Erwerb eines Eigenheims leichter werden - dies sei "ein altes Versprechen der CDU".

Die Politik sollte beispielsweise Produkte fördern, indem sie steuerliche Anreize gebe. "Denkbar wäre ein jährlicher Freibetrag, unter dem man einen auf Aktien basierten Spar- oder Vorsorgeplan aufbaut", sagte Merz. Dieser dürfte im Alter nicht mehr nachversteuert werden. Zentral sei, dass dieses Aktienpaket ausschließlich der Alterssicherung diene und erst dann abschlagsfrei aufgemacht werden dürfe, wenn die gesetzliche Altersgrenze erreicht worden sei.

Der Bundeshaushalt gebe jedes Jahr hundert Milliarden Euro aus, um die Rentenversicherung zu stabilisieren. "Da müsste ein kleiner einstelliger Milliardenbetrag, der zusätzlich anfällt, wenn entsprechende Freibeträge eingeführt werden, zu verkraften sein", sagte Merz.

Merz wird auf dem Parteitag der CDU in wenigen Tagen in Hamburg versuchen, Parteivorsitzender zu werden. Nach seinem Abgang aus der Politik vor Jahren wäre dies ein beachtliches Comeback. In der Zwischenzeit hatte Merz verschiedene Positionen in der Wirtschaft inne. Unter anderem ist er seit einiger Zeit als Aufsichtsratschef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock in Deutschland für die Kontakte des Unternehmens in die Politik zuständig - und dafür, dass Blackrocks Interessen auf politischer Ebene Gehör finden.

cr/afp

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