Montag, 26. September 2016

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Countdown für Fed-Chefin Janet Yellen Die Angst der Fed-Flüsterer vor der Zinswende

Die Fed-Flüsterer: Wer will die Zinserhöhung, wer warnt?
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AP/dpa

Die US-Notenbank könnte nächste Woche erstmals seit knapp 10 Jahren die Leitzinsen erhöhen. Viele selbsternannte Fed-Berater drängen Fed-Chefin Janet Yellen, die Zinswende zu verschieben - doch auch das ist riskant.

Macht sie es - oder nicht? Das ist die Frage, die Investoren weltweit umtreibt. "Sie", das ist Janet Yellen, die Chefin der Federal Reserve Bank (Fed). Und "es", das ist die Frage nach der ersten Zinsanhebung in den USA seit fast 10 Jahren, die in der kommenden Woche (während des zweitägigen Fed-Meetings am 16. und 17. September) beantwortet wird.

Seit geraumer Zeit bereitet Yellen die Anleger weltweit darauf vor, dass die Fed den Leitzins wahrscheinlich noch in diesem Jahr anheben wird. Mit dem September ist der Zeitpunkt gekommen, in dem der Schritt tatsächlich folgen könnte. Denn der nächstmögliche Termin für so einen Fed-Beschluss samt anschließender Pressekonferenz liegt im Dezember - ein späterer Termin als der Dezember 2015 dürfte die Glaubwürdigkeit der Fed verringern. Und Glaubwürdigkeit ist nun einmal das wichtigste Kapital einer Zentralbank.

Die Zinserhöhung noch einmal zu verschieben, dürfte Yellen auch wegen des US-Wahlkampfes nicht leicht fallen. Im Herbst 2016 wird in den USA ein neuer Präsident gewählt - eine Zinserhöhung mitten in der heißen Phase des US-Wahlkampfes dürfte für die politisch unabhängige Fed ein No-Go sein.

Entsprechend blickt die Welt schon jetzt auf Yellen, schreibt CNN Money. Tastet die Fed-Chefin den Leitzins nicht an, könnte die US-Wirtschaft wie bislang weiterrumpeln. "Niedrige Leitzinsen sind nicht die Medizin - sie sind Teil des Problems", murrt Bill Gross von Janus. Er ist einer der prominentesten Befürworter einer raschen Zinserhebung durch die Fed. Die bisherige Politik des ultrabilligen Geldes habe nur dazu geführt, dass Zombie-Unternehmen überlebt hätten.

Greift Yellen dagegen zur Zinsanhebung, könnte sie die Erholung der US-Wirtschaft gefährden. Vor Panik und Aufruhr" in den Schwellenländern warnte im Fall einer Zinsanhebung niemand geringeres als der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu. Denn die Welt sei längst nicht zu alter Robustheit zurückgekehrt. Auch der Weltwährungsfonds IWF warnt vor den möglichen negativen Folgen steigender Zinsen in den USA.

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