Mittwoch, 20. September 2017

Finanzexperten in Sorge vor Schwarz-Gelb Gestatten, Christian Lindner, Börsenschreck von der FDP

FDP-Chef Lindner: Harter Kurs in der Euro-Politik

Der Wahlkampf langweilig, und alles im Prinzip sowieso schon gelaufen? In Bezug auf die Frage nach dem künftigen Bundeskanzler beziehungsweise der künftigen Bundeskanzlerin mag das zutreffen. Die CDU liegt in Umfragen so weit vorne, dass vermutlich schon ein kleines Wunder nötig wäre, damit künftig Martin Schulz anstelle von Angela Merkel die Bundesregierung anführen könnte.

Die Frage scheint gegenwärtig nur noch zu sein, in welcher Koalition Merkel mit der CDU/CSU hinter sich eine Regierung bilden wird. Vieles spricht für eine Fortsetzung der Großen Koalition mit der SPD. Doch auch eine Schwarz-Gelbe Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP kann gegenwärtig nicht vollkommen ausgeschlossen werden, womöglich sogar unter Einbeziehung der Grünen.

Und genau das ist aus Sicht mancher Experten am Finanzmarkt ein kritischer Punkt. Der Grund: Die FDP vertritt wirtschaftspolitisch einige Positionen, die deutlich von denen der bisherigen Regierung abweichen. Wären die Liberalen an der Regierung beteiligt, so könnte dies daher zumindest für Verunsicherung auf den Finanzmärkten sorgen - und unmittelbar nach der Wahl womöglich zu überraschten Reaktionen.


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Ein möglicher Knackpunkt ist vor allem die Haltung der FDP zur Euro-Schuldenproblematik und zum Verhalten der Staatengemeinschaft gegenüber dem Problemkind Griechenland. In diesen Punkten, das lässt sich im FDP-Programm nachlesen, steht die Partei mit ihrem Vorsitzenden Christian Lindner für eine überaus strikte Linie.

Bringt die FDP die Euro-Schuldenkrise wieder als Thema auf den Tisch?

"Die FDP will Griechenland aus dem Euro ausschließen, sie ist für eine strikte Einhaltung des Fiskalpakts und ein scharfer Gegner einer Transferunion", sagte kürzlich Martin Lück, Chef-Investmentstratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, der "Süddeutschen Zeitung".

Die bisher weiche Auslegung solcher Fragen hat laut Lück die Lage an den Anleihenmärkten seit 2012 beruhigt. Wenn die deutsche Bundesregierung unter Beteiligung der FDP jedoch auf der strikten Einhaltung von Prinzipien beharren sollte, so die Befürchtung des Experten, könnte die europäische Schuldenkrise zurückkehren.

Das heißt: Laut Lück könnten verunsicherte Investoren beispielsweise die Zinsen für italienische Staatsanleihen wieder in die Höhe schießen lassen. Italien oder andere Staaten könnten so zusätzlich in die Bredouille geraten, weil sie die höhere Zinslast womöglich kaum stemmen könnten.

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