Mittwoch, 20. September 2017

Draghi nennt Euro-Rally "Quelle der Unsicherheit" Euro springt über 1,20 Dollar - Draghi spielt auf Zeit

Kurssprung: Der Euro legte nach der EZB-Entscheidung zeitweise mehr als 1 Prozent zum Dollar zu und kletterte über die Marke von 1,20 Dollar

Kurz nach der Entscheidung der EZB, die Zinsen im Euro-Raum unverändert zu lassen, hat der Euro gegenüber dem Dollar kräftig zugelegt und ist über die Grenze von 1,20 US-Dollar gesprungen. Damit notiert die Gemeinschaftswährung auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Bei der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte die EZB die Zinsen unverändert gelassen und sich außerdem offen gehalten, ob sie im Jahr 2018 das Volumen der Anleihekäufe erhöhen oder gegebenenfalls auch drosseln wird.

Die Notenbank kauft derzeit monatlich Anleihen im Wert von 60 Milliarden Euro. Geplant ist, dass die Käufe mindestens bis Ende des Jahres weitergehen. Entscheidend wird jedoch sein, wie sie Draghi zum Ausmaß der Anleihekäufe im kommenden Jahr 2018 äußern wird.

EZB hebt Konjunkturausblick für Euroraum auf 2,2 Prozent an

Ein wichtiger Faktor für die Beschleunigung der Euro-Aufwertung war auch die Anhebung der Konjunkturprognose durch die EZB. Die Europäische Zentralbank zeigt sich jetzt optimistischer für die Konjunktur im Euroraum als vor drei Monaten: Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank nun einen Zuwachs von 2,2 (Juni-Prognose: 1,9) Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), wie Draghi am Donnerstag in Frankfurt darlegte. 2018 soll die Wirtschaft im Währungsraum der 19 Länder demnach um 1,8 (1,8) Prozent zulegen, für 2019 erwarten die Währungshüter unverändert 1,7 Prozent Wachstum.

Draghi nennt Euro-Rally "Quelle der Unsicherheit"

Die jüngste Aufwertung des Euro macht der Europäischen Zentralbank gleichwohl Sorgen. "Die aktuelle Wechselkursvolatilität stellt eine Unsicherheitsquelle dar, die eine genaue Beobachtung erfordert", sagte Draghi.

Seit Jahresanfang hat der Euro vor allem gegenüber dem US-Dollar kräftig aufgewertet . In der vergangenen Woche kletterte die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit gut zweieinhalb Jahren über die Marke von 1,20 Dollar. Experten begründen das damit, das die Wirtschaft im Euroraum robust wächst, während es in den USA nicht mehr so rund läuft. Dort wurden Hoffnungen auf Steuersenkungen und staatliche Ausgabenprogramme von der Trump-Regierung bisher nicht erfüllt.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH