Donnerstag, 17. August 2017

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Dividendenstripping in London Bande in London bringt Fiskus um 32 Milliarden Euro

Londoner Finanzdistrikt: Dunkle Gestalten, dunkle Geschäfte

Eine kleine Bande von Händlern und Investmentbankern in London soll die umstrittenen Cum-Ex-Dividendengeschäfte organisiert haben. Dem deutschen Fiskus fügten sie damit einen Schaden von mindestens 31,8 Milliarden Euro zu, heißt es.

Die umstrittenen Cum-Ex-Aktiengeschäfte mit Milliardenschäden für den deutschen Fiskus sollen vor allem von London aus organisiert worden sein. Wie die "Zeit", "Zeit Online" und das NDR-Magazin "Panorama" am Mittwoch meldeten, soll ein knappes Dutzend Investmentbanker für den größten Teil des Schadens verantwortlich sein.

Mehrere "Mitglieder der Bande" würden derzeit umfassend bei der Kölner Staatsanwaltschaft aussagen. Ein Sprecher der Behörde wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren und verwies auf das Steuergeheimnis.

Den Berichten zufolge sollen dem deutschen Fiskus durch die Geschäfte mindestens 31,8 Milliarden Euro entgangen sein. "Es ist der größte Steuerskandal in der Geschichte der Bundesrepublik", zitiert die Online-Augabe der "Zeit" den Finanzwissenschaftler Christoph Spengel. Der Forscher an der Universität Mannheim hat historische Finanzmarktdaten ausgewertet und den Schaden berechnet, der der Bundesrepublik seit 2001 durch die umstrittenen Geschäfte entstanden ist.

Das mutmaßliche Netzwerk, heißt es in den Berichten der Medien weiter, soll sich bei den Aktiengeschäften konspirativ abgesprochen haben, um vom deutschen Staat Steuern erstattet zu bekommen, die nie abgeführt wurden.

Nach weiteren Informationen sollen Londoner Börsenmakler im Jahr 2011 laut Ermittlungsakten allein für zwei Cum-Ex-Fonds rund um den Dividendenstichtag mehr als 1 Milliarde deutscher Dax-Aktien im Wert von 47 Milliarden Euro gehandelt haben. Zeitweise hätten ihnen 7 Prozent an Daimler, 9 Prozent von Bayer und 12 Prozent der Lufthansa gehört.

Bei Cum-Ex-Geschäften - auch als "Dividendenstripping" bezeichnet - geht es darum, Wertpapiere rund um den Tag der Hauptversammlung, bei der die Ausschüttung festgelegt wird, hin- und herzuschieben. Dabei wurden Bescheinigungen für Kapitalertragsteuern durch Banken ausgestellt, die beim Fiskus geltend gemacht wurden - obwohl eine Steuer nie anfiel.

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rei mit dpa

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