Donnerstag, 24. August 2017

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Treu bleiben lohnt sich Die verlässlichsten Dividendenzahler

Dividenden: Eine Auswahl attraktiver Dividendenwerte
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DPA

Die 110 Unternehmen aus Dax, MDax und TecDax dürften in diesem Jahr so viel Dividende auszahlen wie nie zuvor. Wer verlässlichen Dividendenzahlern treu bleibt, muss nicht ständig auf Kursschwankungen achten und kann auf entspannte Weise Rendite erzielen.

Ist ein Aktienkauf jetzt nicht viel zu riskant, da die Aktienkurse bereits seit Monaten gestiegen sind? Niemand will bei einer Börsenparty derjenige sein, der zuletzt und damit zu spät eingestiegen ist. Doch die Fixierung auf steigende oder fallende Aktienkurse greift zu kurz: Mit Aktien lässt sich nicht nur Geld verdienen, indem man sie günstig kauft und teuer verkauft. Viele Anleger erzielen ordentliche Renditen, indem sie ihren einmal gekauften Aktien einfach treu bleiben. Sie sehen Aktien nicht als kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern als Dividendenpapier, das ihnen über viele Jahre hinweg regelmäßig einen Teil des Unternehmensgewinns ausschüttet.

Kursschwankungen der Aktie treten bei diesem Geldanlage-Ansatz in den Hintergrund. Wer langfristig einem dividendenstarken Unternehmen treu bleibt, investiert wesentlich entspannter als der hektische Aktienanleger, der sein Depot immer wieder umschichtet und damit seine Kosten in die Höhe treibt. Und die jährliche Rendite, die dabei herauskommt, muss keinesfalls schlechter sein. Im Gegenteil.

Beispiel: Ein Anleger kauft für aktuell 180 Euro eine Aktie der Munich Re. Der Rückversicherer aus München hat angekündigt, nach der Hauptversammlung am 26. April eine Dividende in Höhe von 8,60 Euro zu zahlen. Das ergibt aktuell eine Dividendenrendite von 4,8 Prozent. Böte eine Bank derzeit 4,8 Prozent Zinsen auf Festgeld an, sie könnte sich vor Anfragen wahrscheinlich kaum retten.

Dividenden sind keine Zinsen - aber eine Alternative zu Zinsen

Natürlich sind Dividenden nicht gleichzusetzen mit Zinsen, denn sie sind nicht garantiert. Dividenden sind aber in Zeiten von Niedrigzinsen eine attraktive Alternative zu Zinsen: Vor allem dann, wenn die Dividenden von verlässlichen Dividendenzahlern stammen, die ihre jährliche Ausschüttung über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren nicht gesenkt haben.

Die Munich Re aus unserem Beispiel hat in den vergangenen 10 Jahren ihre jährliche Dividende sogar 8 mal erhöht: Geht ein Anleger davon aus, dass das Unternehmen seine Dividendenpolitik einer stabilen oder steigenden Ausschüttung auch die kommenden 10 Jahre beibehält, dann erzielt der Investor auf sein eingesetztes Kapital in diesem Zeitraum eine Rendite von mindestens 4,8 Prozent pro Jahr. Erhöht das Unternehmen seine Gewinnausschüttung, wird es sogar mehr. Dabei sind mögliche Kursgewinne der Aktie in diesem Zeitraum noch gar nicht berücksichtigt.

10 Jahre steigende oder stabile Dividende - Konzerne umwerben Anleger

Die wichtigste Frage für Dividendenjäger ist also nicht die Höhe der aktuellen Dividendenrendite, die mit dem Tageskurs stark schwankt. Entscheidend ist, ob das Unternehmen ein über viele Jahre verlässlicher Dividendenzahler und damit ein so genannter "Dividendenaristokrat" ist. Die DZ Bank hat in einer Studie über die Dividendenfavoriten 2017 dafür einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren gewählt.

Zusätzlich zu der Verlässlichkeit ist natürlich auch die Höhe der gezahlten Dividende entscheidend, doch auch in dieser Frage geht die Tendenz nach oben: Nach Berechnungen der DZ Bank werden die 110 Firmen aus Dax 30, MDax 50 und TecDax 30 in diesem Jahr rund 43 Milliarden Euro Dividende an Anleger ausschütten. Das wären 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr und so viel wie nie zuvor.

Allein für den Dax 30 seien Dividenden in Höhe von 31 Milliarden Euro zu erwarten: Die Dax-Konzerne Daimler Börsen-Chart zeigen , Allianz Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen werden jeweils mehr als 3 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten.

Die Auswahl der Werte: Hohe Dividende und jahrelange Kontinuität

Selbstverständlich kann die Strategie, sich auf Dividenden-Aristokraten zu konzentrieren, auch schief gehen: Wenn der Aktienkurs eines Dividendenzahlers über einen Zeitraum von 10 Jahren einbricht und 80 Prozent an Wert verliert, dann sind auch jährliche Dividendenrenditen von 4 Prozent nur ein schwacher Trost.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse solider Dividendenzahler stärker einbrechen als der Gesamtmarkt, ist jedoch vergleichsweise klein: Nach Berechnungen von Bloomberg und der DZ Bank haben Anleger, die seit 1999 in den Dax-Kursindex (ohne Dividenden) investiert haben, eine Durchschnittsrendite von 2,1 Prozent pro Jahr erzielt. Wer in den klassischen Dax30-Performance-Index investierte (in diesen fließen die Dividendenzahlungen der Konzerne ein), kam auf eine jährliche Rendite von 4,9 Prozent. 6,9 Prozent pro Jahr erzielten diejenigen, die sich auf den "DivDax" und damit auf die attraktivsten Dividendenwerte konzentrierten.

"Entscheidend für den Erfolg ist sowohl die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells als auch die nachhaltige Dividendenpolitik des Unternehmens", sagt Michael Bissinger, Analyst bei der DZ Bank. Eine attraktive, kontinuierliche Ausschüttung sei ein Indiz für ein stabiles Geschäftsmodell.

Im Folgenden ein Überblick über einige Unternehmen, die die DZ Bank zu "Dividendenaristokraten 2017" gekürt hat. Kriterien dafür waren unter anderem, dass in den vergangenen 10 Jahren eine Dividende gezahlt wurde, in mindestens 8 von 10 Jahren die Dividende erhöht bzw. stabil gehalten wurde und von dem erzielten Unternehmensgewinn höchstens 85 Prozent ausgeschüttet wurde. Zudem sollte die erwartete Dividendenrendite bei mindestens 3 Prozent liegen. 10 dividendenstarke Aktien aus Deutschland und Europa zeigt der folgende Überblick.

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