Mittwoch, 29. Juni 2016

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Crash-Angst am Aktienmarkt 4 Warnsignale für den Kursrutsch

Angst vor dem Crash: Diese Warnlampen leuchten rot
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AFP

Die drohende Staatspleite Griechenlands rüttelt seit Wochen die Märkte durch. Doch selbst bei einer Lösung in letzter Minute sollten Anleger gewarnt sein: Die größeren Gefahren an der Börse lauern anderswo.

Griechendrama, Schuldenpoker, man mag es nicht mehr hören. Die Hardliner der Syriza-Regierung halten auch das jüngste Angebot der Euro-Partner für "nicht akzeptabel", EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat langsam "die Faxen dicke". Die Schwankungen in Dax Börsen-Chart zeigen und EuroStoxx Börsen-Chart zeigen haben zugenommen - und die Kurstendenz zeigt nach unten. Doch Anleger, die auf eine Lösung im allerletzten Moment wetten, sollten sich nicht nur auf das Thema Griechenland konzentrieren.

Griechenland bestimmt die Kurse nicht allein. Die Risiken für die weltweiten Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen enorm zugenommen. Unabhängig davon, ob Hellas zum x-ten Mal von den Partner gerettet wird, müssen Investoren weitere Entwicklungen im Blick behalten. Und die sind besorgniserregend - es sind Warnsignale, dass es an den Börsen in naher Zukunft wieder richtig rappeln könnte.

  • Boom im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Das Geschäft mit Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen boomt wieder. Vor allem in den USA werden Milliardendeals praktisch im Tagesrhythmus verkündet. Im Mai erreichte der M&A-Markt in den USA ein Volumen von 243 Milliarden Dollar - das ist Rekord. Auch international befindet sich der Markt auf Rekordkurs - das billige Geld der Notenbanken verleitet zu großzügigen Einkäufen. Doch bislang folgte auf eine solche Euphorie stets die Ernüchterung. Sowohl zu Dotcom-Zeiten im Frühjahr 2000 als auch im Mai 2007, zu Beginn der Finanzkrise, florierten die M&A-Geschäfte ebenfalls blendend. Was dann kam, ist bekannt: Die Zinsen stiegen, das Geld wurde knapp, die Märkte brachen ein.
  • Run auf Börsengänge: Unternehmen haben es eilig. "Wir müssen an die Börse", rief vor wenigen Tagen Snapchat-Gründer Evan Spiegel (25) aus. Das Unternehmen hatte gerade bei Kapitalgebern knapp 550 Millionen Dollar eingesammelt, die Bewertung des Dienstleisters für das Versenden von Bildern und Kurznachrichten ist auf mehr als 15 Milliarden Dollar gestiegen. Geld ist leicht zu bekommen, die Bewertungen der Börsenkandidaten sind hoch - und viele Gründer haben es inzwischen eilig, weil sie wissen, dass sich der Wind bald drehen kann. In Deutschland hatten die Samwer-Brüder bei den Börsengängen von Rocket Internet und Zalando aufs Tempo gedrückt und so noch von der Hochstimmung an den Märkten profitiert. Douglas-Chef Henning Kreke und Douglas-Mehrheitseigner Advent fürchteten dagegen, mit einem Börsengang im Herbst schon zu spät zu kommen - Advent reichte seine Douglas-Anteile lieber auf dem kurzen Dienstweg an den nächsten Finanzinvestor weiter. Der US-Finanzinvestor Blackstone feierte übrigens im Sommer 2007 ein fulminantes Börsendebüt - kurz darauf kam der Kursrutsch.
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