Samstag, 20. Oktober 2018

Mögliche Fusion und Neuausrichtung Apple-Zulieferer Dialog in Fusionsgesprächen

Dialog Semiconductor: Weniger Umsatz mit Apple, dafür Fusion mit Synaptics?

Der Chiphersteller Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen führt laut Kreisen Gespräche mit dem US-Spezialisten Synaptics über ein Zusammengehen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, ist aber nicht sicher, ob die Gespräche auch zu einer Vereinbarung führen.

Der Touchscreen-Hersteller Synaptics aus San Jose in den USA kommt am Markt auf eine Bewertung von rund 1,6 Milliarden Dollar, während Dialog auf etwas weniger kommt. Vertreter der Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. Dem Sender CNBC zufolge hat Synaptics eine Offerte in Höhe von 59 US-Dollar im März abgelehnt.

Am Markt sorgten die Spekulationen für deutliche Kursbewegungen: Im frühen Handel legte die Aktie von Dialog um rund 4 Prozent zu, gab anschließend ihre Gewinne jedoch komplett wieder ab und notierte zuletzt wieder deutlich im Minus bei 15,30 Euro.

Umsätze mit Apple dürften sinken

Angesichts der absehbaren Umsatzausfälle mit dem Großkunden Apple Börsen-Chart zeigen dürften Anleger Nachrichten zu einer Neuausrichtung mit großem Interesse aufnehmen, sagte ein Händler. Für Synaptics spreche eine solide Cash-Position von zuletzt rund 250 Millionen US-Dollar.

Dagegen sei die Profitabilität in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Letzteres spiegele auch der Aktienkurs wider, so der Händler, der sich vom Hoch im Juni 2015 bei über 100 US-Dollar mehr als halbiert habe. Am Freitag schnellten die Papiere von Synaptics zunächst um bis zu 15 Prozent nach oben, um die Gewinne anschließend teilweise wieder abzugeben. Zuletzt stiegen sie noch um knapp 10 Prozent auf 46,67 Dollar.

Das Analysehaus RBC hält ein Zusammengehen mit Synaptics für strategisch sinnvoll für den Chiphersteller Dialog, schrieb Analyst Mitch Steves in einer am Freitag vorliegenden Studie. Dialog verliere beim Großkunden Apple ein hohes Umsatzvolumen bei Chips für das Power-Management und müsse diese Ausfälle anderweitig kompensieren. Schlössen sich die beiden Unternehmen zusammen, könnten sie Herstellern von Smartphones eine breitere Produktpalette anbieten.

Dialog Semiconductor stand zuletzt als wichtiger Lieferant des iPhone-Herstellers Apple unter Druck. Dialog hatte zum Monatswechsel eingeräumt, bereits im laufenden Jahr mit Umsatzeinbußen durch seinen wichtigsten Kunden zu rechnen. Der iPhone-Hersteller hatte dem schwäbisch-englischen Chiphersteller zuvor mitgeteilt, dass er weniger sogenannte Power-Management-Chips von ihm benötige. Die geringeren Bestellungen dürften den für 2018 erwarteten Konzernumsatz um rund 5 Prozent schmälern, hieß es damals. Die Aktie des TecDax -Konzerns setzte dies erheblich unter Druck.

la/dpa

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