Sonntag, 18. November 2018

Neusortierung beschlossen Fintech verdrängt Dax-Gründungsmitglied

Zahlungsabwickler Wirecard: Mehr als doppelt so viel wert wie die Commerzbank

Es ist besiegelt: Die Commerzbank steigt aus der ersten Börsenliga ab. Das Dax-Gründungsmitglied muss den deutschen Leitindex am 24. September verlassen und wird dann durch den Zahlungsabwickler Wirecard ersetzt, wie die Deutsche Börse am Mittwoch mitteilte.

Die Entscheidung hatte sich schon seit Wochen abgezeichnet: An der Börse ist Wirecard Börsen-Chart zeigen mit über 24 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel wert wie die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, die künftig im Nebenwerte-Index MDax gelistet wird. Auch die Deutsche Bank hat das vor 19 Jahren gegründete Unternehmen Wirecard bereits überholt.

Aufsteiger gibt nach, Absteiger legt zu

Anleger reagierten mit Gewinnmitnahmen: Die Aktie von Wirecard setzte am Donnerstag mit einem Minus von 2 Prozent ihren Kursrutsch fort. In den vergangenen drei Handelstagen hat die Aktie knapp 8 Prozent an Wert verloren. Dax-Absteiger Commerzbank hat im gleichen Zeitraum dagegen zugelegt.

Die bislang im Technologie-Index TecDax notierte Wirecard aus Aschheim bei München profitiert davon, dass immer mehr Menschen online einkaufen oder an der Supermarktkasse mit ihrem Smartphone bezahlen. Das Geschäft brummt, die Aktie eilt von einem Rekordhoch zum nächsten. Allein seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

Der Commerzbank werfen Experten dagegen vor, sie habe den Digitalisierungs-Trend verschlafen, die Erträge sind wegen des harten Konkurrenzkampfs und der niedrigen Zinsen unter Druck, tausende Jobs werden gestrichen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie ein Drittel verloren, an der Börse ist die Commerzbank nur noch gut zehn Milliarden Euro wert.

Commerzbank-Chef zeigt sich betont gelassen

Durch den Abstieg aus dem Leitindex verliert die Commerzbank insbesondere bei internationalen Investoren an Aufmerksamkeit. Investmentfonds, die den Dax abbilden, müssen die Commerzbank-Aktien verkaufen und gleichzeitig Wirecard-Papiere erwerben.

Commerzbank-Chef Martin Zielke zeigte sich dennoch betont gelassen. "Natürlich ist es nicht schön, dass wir als Gründungsmitglied den Leitindex verlassen müssen. Für unsere Kunden und unser Geschäft aber ändert sich nichts", erklärte Zielke. "Es ist momentan einfach so, dass der Markt Fintechs höher bewertet als traditionelle Banken." Diese Entwicklung sporne die Commerzbank an, den Wandel zum digitalen Technologieunternehmen voranzutreiben.

Im Dax sind künftig aus der Finanzbranche die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen als klassisches Geldhaus, die Allianz Börsen-Chart zeigen als Versicherungskonzern, die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen als Börsen-Betreiber, die Münchener Rück als Rückversicherer und Wirecard als Zahlungsdienstleister dabei.

Ceconomy steigt in SDax ab

Parallel zur Entscheidung über die künftige Aufstellung des Dax veröffentlichte die Deutsche Börse die endgültige Zusammensetzung der neu geordneten Indizes unterhalb des Dax. Durch die größte Reform der deutschen Aktienmarkt-Landschaft seit Jahren wird der Nebenwerte-Index MDax Börsen-Chart zeigen um zehn auf 60 und der Kleinwerte-Index SDax Börsen-Chart zeigen um 20 auf 70 Mitglieder erweitert. Der Technologie-Index TecDax Börsen-Chart zeigen wird zu einem Zweitnotierungsindex für die Technologiewerte aus Dax, MDax und SDax heruntergestuft.

Aus dem MDax steigen die Elektronikhandelskette Ceconomy Börsen-Chart zeigen, der Autozulieferer Leoni Börsen-Chart zeigen, der Gabelstaplerbauer Jungheinrich Börsen-Chart zeigen, das Werbe- und Medienunternehmen Ströer Börsen-Chart zeigen sowie der Versicherer Talanx Börsen-Chart zeigen ab. Sie gehören künftig dem SDax an.


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Auch diese Veränderungen werden zum 24. September wirksam. Zu diesem Termin muss außerdem die Deutsche Bank aus dem EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen50, dem Index für die wichtigsten Börsenwerte der Euro-Zone, absteigen.

mg/rtr

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