Donnerstag, 28. Juli 2016

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US-Börse prüft offenbar Gegengebot Deutscher Börse droht Übernahmeschlacht

Händler in London: Der Eigentümer der New Yorker Börse könnte ein Gebot für die Londoner Börse abgeben

Der US-Börsenbetreiber ICE prüft offenbar ein Gegengebot für die London Stock Exchange, um die Fusion der Briten mit der Deutschen Börse zu torpedieren. Damit könnte die angestrebte Übernahme für die Frankfurter deutlich teurer werden.

ICE, dem die weltweit bekannteste Aktienbörse New York Stock Exchange gehört, lasse sich dabei unter anderem von der US-Bank Morgan Stanley beraten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Deutsche Börse war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. ICE, LSE und Morgan Stanley wollten keine Stellung nehmen.

ICE könnte mit einem höheren Angebot versuchen, mögliche regulatorische Bedenken der LSE-Aktionäre zu zerstreuen, hieß es in den zitierten Kreisen weiter. Zumindest könnten die Deutschen gezwungen werden, ihrerseits mehr zu bieten, sagte eine Person gegenüber Bloomberg. Ein Gegenangebot der ICE dürfte nicht vor dem 22. März vorgelegt werden. Dann läuft eine Frist nach britischem Recht aus, bis zu der die Deutsche Börse eine formale Übernahmeofferte für die LSE auf den Tisch legen muss.

Es ist bereits der dritte Versucht der Deutschen Börse

Nach 2000 und 2005 ist die vor wenigen Tagen verkündete Absicht der Deutschen Börse, die LSE zu übernehmen, der dritte derartige Versuch. Aktionäre beider Konzerne sollen dabei ihre bisherigen Anteile in Papiere des neuen Unternehmens tauschen, an dem die Deutschen dann mit 54,4 Prozent der Anteile die Mehrheit hätten.

Vor vier Jahren war eine Fusion von Deutscher Börse und New York Stock Exchange geplatzt. Europas oberste Wettbewerbshüter hatten im Februar 2012 den geplanten Zusammenschluss wegen kartellrechtlicher Bedenken untersagt. Ende 2012 hatte dann die ICE zugeschlagen und die New Yorker Börse übernommen.

rei/reuters/dpa

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