Samstag, 23. Juni 2018

Deutsche Bank Lebensversicherer steigt offenbar bei DWS ein

Die Deutsche Bank findet für ihre Vermögensverwaltungstochter DWS offenbar einen Ankeraktionär

Die an die Börse strebende Vermögensverwaltung der Deutschen Bank kann auf einen zweiten Großaktionär neben dem Mutterhaus hoffen. Der größte japanische Lebensversicherer Nippon Life wolle sich mit knapp 10 Prozent beteiligen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Mittwoch unter Berufung auf Informationen aus Asien. Eine Vereinbarung dürfte noch in den kommenden Tagen geschlossen werden, heißt es in dem Bericht.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die DWS kurz davor sei, einen strategischen Investor aus Asien an Bord zu holen. Eine entsprechende Vereinbarung könnte schon am Sonntag verkündet werden, zusammen mit weiteren Details des Börsengangs wie der Preisspanne und dem Gesamtumfang, hatte es unter Berufung auf eine eingeweihte Person geheißen. Ein Name wurde aber nicht genannt. Die DWS selbst hatte einen Kommentar abgelehnt.

Nippon Life womöglich mehr als nur ein Ankeraktionär

In den Berichten war auch die Rede davon, dass beide Seiten eine geschäftliche Partnerschaft eingehen könnten. Unter anderem sei im Gespräch, dass Nippon Life Produkte der DWS in Asien verbreite, schrieb die FAZ. DWS-Chef Nicolas Moreau hatte schon bei den Vorbereitungen zum Börsengang angekündigt, in Asien und hier insbesondere in Japan wachsen zu wollen.

Die Deutsche Bank will einen Minderheitsanteil an der DWS - der früheren Deutsche Asset Management - über die Börse abgeben. Das ist Teil der von Bankchef John Cryan angestoßenen Neuaufstellung des Frankfurter Geldhauses. Zum einen soll der Börsengang Geld in die Kasse spülen, zum anderen der DWS mehr Freiheiten bei ihrem Wachstum geben.

"Es gibt großes Interesse von Investoren", hatte DWS-Chef Moreau unlängst gegenüber der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-afx gesagt. Dem Vernehmen nach sollen ein Viertel der Anteile für rund 2 Milliarden Euro verkauft werden. Ein Ankerinvestor aus der Boomregion Asien könnte anderen Anlegern einen zusätzlichen Anreiz zum Einstieg geben.

rei/dpa

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