Donnerstag, 21. Juni 2018

Aktie kämpft mit 10-Euro-Marke Deutsche-Bank-Anleger bleiben voller Misstrauen

Deutsche Bank: Steigen die Erträge schneller als die Kosten? Viele Investoren und Analysten haben Zweifel

Die Lage für die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und ihre Aktionäre bleibt angespannt: Nach dem Kurssturz am Vortag konnte sich die Aktie des Branchenprimus am Mittwoch nur leicht erholen und notierte weiter knapp unter der Marke von 10 Euro. Am Dienstag waren die Titel mit Verlusten von mehr als 4,5 Prozent erstmals seit dem Tiefpunkt der Vertrauenskrise der Bank im Herbst 2016 unter die psychologisch wichtige Marke gefallen - und hatten mit 9,72 Euro einen historischen Tiefstand markiert.

Natürlich belastet die politische Unsicherheit der Regierungsbildung in Italien die Märkte, drückt den Euro und aktuell vor allem auch Bankenwerte in den Keller. Doch sind die sich im Kurs widerspiegelnden Probleme eben auch hausgemacht.

Die Deutsche Bank hatte für das erste Quartal einen drastischen Gewinneinbruch melden müssen. Der neue Chef Christian Sewing verordnet dem Institut eine neue Strategie, die sich endgültig vom Global-Player-Anspruch verabschiedet und mit einem drastischen Stellenabbau vor allem im Aktienhandel und im Investmentbanking einhergeht.

Doch Investoren bleiben skeptisch, und längst nicht alle Analysten gehen den erneuten Schwenk mit. Die Sorge, dass die Kosten des Umbaus - allein für die aktuelle Entlassungswelle wird die Bank mindestens 800 Millionen Euro aufwenden müssen - schneller steigen als die Erträge, ist groß und auch nicht unbegründet. Auf der Hauptversammlung deutete Sewing an, das Geschäft im laufenden zweiten Quartal laufe schwach.

Viele Experten empfehlen die Aktie der Deutschen Bank mittlerweile zum Verkauf. Dabei sind allein die bilanzierten Immobilien der Bank mehr wert als das Unternehmen selbst - mehr Misstrauen in die Zukunft eines Unternehmens geht kaum.

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