Montag, 29. August 2016

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Deutsche Bank und Co. Großes Drama auf Hauptversammlungen - nur die Aktionäre fehlen

Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt: Aktionäre über Kritik - oder bleiben der Versammlung fern

Skandale bei der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen, Machtkampf bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Dauerstreit mit den Piloten bei der Lufthansa Börsen-Chart zeigen, das sind nur einige von vielen Themen, die die diesjährige Hauptversammlungssaison der 30 Dax-Konzerne zu einer der turbulentesten seit Langem machten. Die Saison endet mit dem heutigen Tag, an dem die Aktionärstreffen von Bayer Börsen-Chart zeigen sowie der Deutschen Post Börsen-Chart zeigen stattfinden.

Diskussionsbedarf gibt es also reichlich, so scheint es. Die Aktionäre der Unternehmen jedoch sehen das offenbar anders. Sie ließen sich 2015 noch weniger als in den Vorjahren zum Besuch der Hauptversammlungen bewegen. Das zeigt eine Auswertung der Beratungsfirma Barkow Consulting, die dem manager magazin exklusiv vorliegt.

Den Daten zufolge, in denen auch Informationen zu Bayer und der Deutschen Post bereits enthalten sind, betrug die Präsenz des stimmberechtigten Kapitals bei den Hauptversammlungen im laufenden Jahr über alle 30 Dax-Konzerne exakt 56,4 Prozent. Der Wert liegt noch einmal leicht unter dem Niveau vom vergangenen Jahr (56,9 Prozent) und deutlich unter den 60,6 Prozent, die beispielsweise noch 2012 erreicht worden waren.

Kurzum: Die Präsenz der Aktionäre bei den Hauptversammlungen der großen deutschen Konzerne geht weiter zurück.

Vergleichen könnte man diese Aktionärsverdrossenheit mit der seit Jahren bekannten Politikverdrossenheit in Deutschland: Die Wahlbeteiligung bei der Bremer Landtagswahl war vor wenigen Tagen auf kaum mehr als 50 Prozent gesunken. Bei Bundestagswahlen kamen in den vergangenen Jahren allerdings immer noch mehr als 70 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen.

Piëch fehlt, seine Stimmen nicht

"Wir hatten eine HV-Saison mit so viel Diskussionsbedarf wie selten", konstatiert Barkow-Consulting-Chef Peter Barkow. "Ein so niedriger Präsenzwert ist angesichts dessen schon erstaunlich."

Besonders starke Rückgänge bei der Aktionärspräsenz verbuchen in diesem Jahr die Lufthansa mit beinahe minus 10 Prozentpunkten sowie Bayer, die Commerzbank Börsen-Chart zeigen, Linde Börsen-Chart zeigen und Siemens Börsen-Chart zeigen mit jeweils minus mehr als 5 Prozentpunkten (siehe Grafik).

Auf die höchste Anwesenheitsquote der stimmberechtigten Aktien kamen 2015 dagegen wie bereits in den Vorjahren der Autobauer Volkswagen, der Konsumgüterproduzent Henkel Börsen-Chart zeigen sowie der Autozulieferer Continental Börsen-Chart zeigen, in deren Hintergrund sich jeweils starke Ankeraktionäre befinden. Bei Volkswagen scheint zudem bemerkenswert, dass auf der Hauptversammlung zwar das Fehlen des langjährigen Patriarchen Ferdinand Piëch Thema Nummer eins war. Die Stimmrechte des zurückgetretenen Aufsichtsratschefs allerdings waren augenscheinlich vertreten.

Ebenfalls auf einen hohen Anwesenheitswert kommt der BMW-Konzern mit der Milliardärsfamilie Quandt im Rücken. Nach fünf Rekordjahren in Folge gab es auf dem Aktionärstreffen des Autoherstellers zwar eigentlich kaum Grund zur Klage. Für Kritik sorgte dennoch der direkte Wechsel des scheidenden Vorstandschefs Norbert Reithofer an die Spitze des Aufsichtsrats.

Vorgesehen ist für solche Fälle eigentlich eine "Cooling-Off-Phase" von zwei Jahren. Diese Zwangspause konnte bei BMW Börsen-Chart zeigen lediglich umgangen werden, weil die Hauptaktionäre das Vorhaben ausreichend unterstützten.

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