Dienstag, 11. Dezember 2018

Umstrukturierung schreitet voran Deutsche-Bank-Aktie stark gefragt

Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank

Neue Nachrichten zum Umstrukturierungsprozess der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen sind am Montag bei den Aktionären auf Wohlwollen gestoßen. Die Papiere bauten ihre Kursgewinne am Montagnachmittag aus und rückten in der Spitze um mehr als 3 Prozent vor auf 10,99 Euro vor, während der Leitindex Dax selbst leicht im Minus notierte.

Wie es in einem Bericht der "Financial Times" hieß, hat das Geldhaus Teile seiner Clearing-Aktivitäten von London nach Frankfurt verlegt. Außerdem berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise, als Teil der geplanten Verkleinerung der US-Aktivitäten baue das Geldhaus in seinem Büro in Chicago Personal ab. "Das neue Management geht den eingeschlagenen Weg der Restrukturierung und des Kostensparens konsequent weiter", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank die Maßnahmen.

Laut Lipkow hätten die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen den Erfolg dieser Strategie belegt. Die Papiere befänden sich auch deshalb seit einem Monat auf Erholungskurs, nachdem sie Ende Juni noch bei 8,755 Euro auf ihr Rekordtief gefallen waren. Seitdem haben sie nun rund 23 Prozent an Wert gewonnen.

Deutsche Bank: Keine Jobverlagerung von Themse an Main

Die Deutsche Bank hat am Montag den Bericht der FT bestätigt, betonte allerdings, mit der Umstellung seien keine Jobverlagerungen von der Themse an den Main verbunden. In welchem Umfang die Bank Geschäft verlagert hat, wollte er nicht konkret sagen. Die "FT" hatte berichtet, es sei fast die Hälfte.

Die Entscheidung der Deutschen Bank, künftig mehr Geschäft in Frankfurt abzuwickeln, spielt der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen in die Hände. Sie bemüht sich derzeit, im Zuge des Austritts Großbritanniens aus der EU derartige Geschäfte nach Frankfurt zu ziehen. Aktien der ebenfalls im Dax notierten Deutschen Börse notierten Montagmittag im Mittelfeld mit plus 0,4 Prozent.


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Wichtigster Akteur in diesem Bereich ist LCH Clearnet, eine Tochter der Londoner Börse LSE. Bei der Deutschen Börse betreibt die Derivate-Tochter Eurex dieses Geschäft, ihr Marktanteil ist zwar zuletzt gestiegen, liegt mit aktuell acht Prozent aber immer noch weit unter dem von LCH.

Unter Clearing versteht man die Abrechnung und Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Es steht damit zwischen dem Handel selbst und der sogenannten Verwahrung (Settlement).

rei/dpa

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