Montag, 20. November 2017

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Größter deutscher Börsengang des Jahres Delivery Hero gelingt Börsendebüt

Delivery Hero: Wackeliges Börsendebüt

Der Essens-Lieferdienst Delivery Hero Börsen-Chart zeigen (Lieferheld, Pizza.de, Foodora) hat es spannend gemacht zum Börsenstart und seinen Anlegern am ersten Handelstag einige Nervenstärke abverlangt. Der erste Kurs lag am Freitagmorgen bei 26,90 Euro und damit deutlich über dem Ausgabepreis von 25,50 Euro. Zwischenzeitlich fiel das Papier aber bis auf 25,26 Euro zurück; dann zog die Aktie jedoch wieder an und beendete den ersten Handelstag auf dem System Xetra bei 27,80 Euro. Mit Hilfe der Konsortialbanken, die den Kurs in den ersten Tagen in der Regel stützen, konnten Zeichner des Papiers den ersten Handelstag mit einem deutlich Kursplus beenden.

Die Nervosität der Investoren hat jedoch seit Mittwoch deutlich zugenommen, entsprechend stark schwanken die Aktien der Börsenneulinge. Die Aktien der Restaurantkette Vapiano , die am Dienstag an die Börse gegangen war, rutschten zwischenzeitlich ebenfalls kurzzeitig unter ihren Ausgabekurs.

Delivery-Hero-Firmenchef Niklas Östberg läutete zum Auftakt die Glocke im Handelssaal der Frankfurter Börse. Es ist hierzulande der bislang größte Börsengang des Jahres. Das erst sechs Jahre junge Unternehmen sammelte bei seinem Sprung aufs Parkett annähernd eine Milliarde Euro ein. Gut die Hälfte davon geht an die Alteigentümer, insbesondere an Hauptaktionär Rocket Internet.

Mit einem Volumen von 996 Millionen Euro ist das 2011 gegründete Startup-Unternehmen der bisher größte Börsengang des Jahres in Deutschland. Der größte Aktionär Rocket Internet Börsen-Chart zeigen hält nun noch 25,7 Prozent, 22,7 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. Beim Technologie-Investor Naspers aus Südafrika liegen 10,6 Prozent.

Bewertung mit 4,4 Milliarden Euro - Firma erlöst rund 1 Milliarde Euro

Das erst sechs Jahre junge Unternehmen sammelte bei seinem Sprung aufs Parkett annähernd eine Milliarde Euro ein. Knapp die Hälfte davon fließt in die eigene Kasse; der Großteil geht indes an die Alteigentümer, insbesondere an Hauptaktionär Rocket Internet . Der Börsengang war mehrfach überzeichnet. Zuletzt war aber Unsicherheit in den Gesamtmarkt gekommen. Zudem beschäftig Delivery Hero derzeit eine Auseinandersetzung mit dem Konkurrenten Lieferando. Deren Mutter und Delivery-Konkurrent ging bereits im September 2016 in den Niederlanden an die Börse.

Dann ist noch die Unzufriedenheit nicht weniger Mitarbeiter bei den vielen Firmen, an denen Delivery beteiligt ist. Erst am Mittwoch hat die Gewerkschaft FAU einmal mehr gegen die Arbeitsbedingungen bei der Delivery-Tochter Foodora und Konkurrent Deliveroo demonstriert. Die Lieferdienste sollen die Kosten für Arbeitsmittel - Fahrräder und Handys - übernehmen. Außerdem gebe es zu wenig Schichten für zu viele Fahrer. Zwar verdienen diese laut Foodora mit neun bis elf Euro etwas mehr als es der gesetzliche Mindestlohn verlangt. Trotzdem kämen viele im Monat kaum über 500 Euro, entgegnet FAU-Sprecher Clemens Melzer: "Die Fahrer stehen in ständiger Konkurrenz miteinander." Die Lieferdienste auch, schließlich geht es für die Essenszusteller um viel Geld ...

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