Mittwoch, 25. Mai 2016

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Bärenmarkt an der Börse Deutscher Aktienmarkt jetzt in einer Liga mit Nigeria

Im Zeichen des Bären: Die Aktienkurse sind in Deutschland stärker abgerutscht als in Frankreich oder Großbritannien

Es wird immer deutlicher: Die Lage an den Weltbörsen ist übel - aber am hiesigen Aktienmarkt ist sie besonders übel. Nachdem es mit dem Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag erneut abwärts ging, hat er in diesem Jahr insgesamt bereits rund 20 Prozent verloren. Das ist viel mehr als beispielsweise die Verluste der Börsen in Frankreich, Großbritannien oder der Schweiz. Auch der Dow Jones Börsen-Chart zeigen in New York kam mit einem Verlust von rund 9 Prozent seit Anfang Januar glimpflicher davon.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Erneuter Absturz: Am Tag nach Aschermittwoch kehrte das Grauen an die Börse zurück (im Bild: Händlerin beim Börsenfasching). Der Dax fiel am Donnerstag um mehr als 3 Prozent und stürzte mit 8750 Punkten auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Seit Jahresbeginn 2016 hat der Dax bereits rund 20 Prozent an Wert verloren - mehr als die meisten anderen wichtigen Indizes der Industrieländer. Es kann noch schlimmer kommen, wie der Kurssturz einzelner Dax-Schwergewichte und die jüngste Entwicklung der Wall Street zeigen ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 1 - Deutsche Bank: Das Papier der Deutschen Bank hat seit 4. Januar rund 40 Prozent an Wert verloren (Stand 11. Februar 11 Uhr). Nach einem Anstieg um mehr als 10 Prozent am Vortag ging es am Donnerstag wieder in den Keller. Bankchef John Cryan musste bereits per Brief Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der Bank zerstreuen. Doch nicht nur die Deutsche Bank ist derzeit Spielball spekulativer Investoren ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 2 - Commerzbank: Neben der Deutschen Bank zählt die Commerzbank zu den beiden schwächsten Werten im Dax 2016. Das Minus beträgt rund 33 Prozent (Stand: 11.2.). Die Angst vor Kreditausfällen lässt Bankenwerte in ganz Europa beben. Zweitschwächste Branche ist die Autobranche ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 3 - BMW: Der bayerische Autobauer hat seit Jahresbeginn knapp ein Drittel seines Börsenwertes eingebüßt. Sorgen um China und um die weltweite Konjunktur belasten BMW besonders stark. Die jüngste Erholung des Euro gegenüber dem Dollar kommt als Kursbremse hinzu.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 4 - ThyssenKrupp: Mit einem Minus von 31 Prozent gehört der Industrie-Dino zu den Flop 5 im Börsenjahr 2016. Der Erholungsversuch aus dem Vorjahr ist Geschichte. Besonders dramatisch ist jedoch der Kursverfall bei VW ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 5 - Volkswagen: Die VW-Aktie schien seit ihrem Kurssturz im Zuge des Abgas-Skandals schon auf dem Weg der Erholung - doch seit Jahresbeginn hat die VW-Vorzugsaktie wieder rund 30 Prozent an Wert verloren. Binnen 12 Monaten hat sich der Börsenwert von Volkswagen inzwischen glatt halbiert.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 6 - Daimler:
Bei der Daimler-Aktie steht ein Minus von 25 Prozent seit Jahresbeginn zu Buche - trotz der von Daimler-Chef Dieter Zetsche gestarteten Aufholjagd. Auch der Rekordgewinn im Jahr 2015 konnte Anleger nicht begeistern.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 7 - K+S:
Der kanadische Konkurrent Potash wollte den Kaliproduzenten K+S im vergangenen Jahr für 41 Euro je Aktie schlucken - doch die Kasseler Kali-Spezialisten um ihre Chefstrategen Norbert Steiner, Stephan Weil (im Bild neben und auf dem Bagger), Bodo Ramelow und Volker Bouffier vereitelten diesen Versuch. Das Angebot werde dem wahren Wert von K+S nicht gerecht, hieß es. Inzwischen notiert die Aktie von K+S unter 18 Euro - allein seit Jahresbeginn hat die Aktie knapp 25 Prozent an Wert verloren.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 8 - Deutsche Post:
Der Online-Einkaufsboom bescherte der Deutschen Post und der Versandtochter DHL nur einen kurzen Höhenflug. Inzwischen notiert das Papier seit Jahresbeginn mit 24 Prozent im Minus und gehört ebenso zu den Flop 10 im Dax wie ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 9 - Infineon:
Die Aktie des Chipherstellers hat seit Jahresbeginn 23 Prozent nachgegeben und damit noch stärker als der Dax. Seit Februar hat sich der Kursrutsch beschleunigt - Infineon leidet auch unter dem Ausverkauf der IT-Schwergewichte in den USA.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 10 - Allianz:
Die Aktie des Versicherungskonzerns weist seit Jahresbeginn einen Verlust von 21 Prozent auf - und gehört damit zu den 15 Dax-Konzernen, die noch schlechter als der Gesamtindex performen. Darunter ist auch der einstige Börsenliebling ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 11 - Continental:
Conti-Chef Elmar Degenhart wurde als einziger Dax-Chef unter die Top 10 der besten Konzernchefs weltweit gewählt - doch seit Jahresbeginn ist die Aktie um rund 21 Prozent gefallen.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 12 - Merck:
Bei Kursturbulenzen soll man bei defensiven Werten Sicherheit suchen, heißt es. Nach ihrem Höhenflug im Vorjahr ist aber auch die Merck-Aktie anfällig für Gewinnmitnahmen. Minus 21 Prozent seit Jahresbeginn.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 13 - Bayer:
Auch der Pharmariese aus Leverkusen hat seinen Nimbus als Anleger-Darling inzwischen verloren. Minus 20,5 Prozent seit Jahresbeginn.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 14 - HeidelbergCement:
Tonnenschwer lastet die Börsenkrise auf dem Baustoffhersteller. Das Minus beträgt 20,5 Prozent.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Flop 15 - BASF: Das Chemie-Schwergewicht ist stark in Asien engagiert und leidet wegen seiner Tochter Wintershall auch unter dem Ölpreis-Verfall. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt rund 20 Prozent. Damit entwickelt sich BASF derzeit im Gleichklang mit dem Dax ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... der seit Jahresbeginn um 20 Prozent nachgegeben hat. Börsianer fürchten inzwischen einen ähnlichen Ausverkauf am Aktienmarkt wie während der Finanzkrise: Zwischen September 2008 und März 2009 gab der Dax mehr als 30 Prozent nach. Bis vor wenigen Tagen gab es mit RWE und Eon noch zwei Kursgewinner im Dax 2016, doch auch diese beiden Werte wurden jetzt überrollt ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 6 - Eon:
Das Papier von Eon war bis zum 8. Februar noch ein klarer Kursgewinner, weil Anleger auf einen Rebound nach dem tiefen Fall des Vorjahrs spekulierten. Vorbei: Binnen drei Tagen stürzte auch Eon ab und notiert inzwischen wieder rund 10 Prozent im Minus. Ein ähnliches Muster zeigt auch Konkurrent RWE ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 5 - RWE:
Die Aktie von RWE hat binnen 3 Tagen 15 Prozent an Wert verloren, weil Investoren Geld in Sicherheit bringen. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt damit rund 11 Prozent, der 12-Monats-Verlust gar knapp 60 Prozent. Dass man mit einem zweistelligen Verlust noch zu den Top 5 des Dax 2016 gehören kann, hätte sich vor sechs Wochen noch kaum ein Börsianer träumen lassen ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 4 - Beiersdorf:
Der Konsumgüterhersteller aus Hamburg weist ein Minus von 8 Prozent seit Jahresbeginn auf - in der aktuellen Marktlage ist das schon ein Spitzenwert. Ähnlich geht es Vonovia ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 3 - Vonovia:
Deutschlands größter Wohnungskonzern hat sich bei der geplanten Übernahme der Deutsche Wohnen verzockt, die feindliche Übernahme ist vorerst gescheitert. Anleger sind erleichtert, dass das Geld in der Kasse bleibt. Mit einem Minus von nur 7 Prozent seit Jahresbeginn ist der Dax-Neuling drittstärkster Dax-Wert.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 2 - FMC:
Die Aktie des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care notiert rund 6 Prozent im Minus seit Jahresbeginn. Deutlich besser schneidet der Dax-Spitzenreiter ab ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Top 1 - Adidas:
Der Sportartikelhersteller Adidas war mit einem Plus von rund 55 Prozent Spitzenreiter im Dax-Ranking 2015 - nachdem die Aktie im Jahr 2014 eingebrochen war und zu den schwächsten Dax-Aktien gezählt hatte. Auch zum Jahresstart 2016 setzt Adidas diesen Trend fort und ist mit einem Verlust von lediglich rund 2 Prozent seit Januar derzeit stärkster Dax-Wert. Die Nachricht, dass Henkel-Chef Kasper Rorsted im Herbst Adidas-Chef Herbert Hainer ablösen wird, sorgte neben dem Umsatz- und Gewinnanstieg im Jahr 2015 zusätzlich für Unterstützung. Doch Gegenwind für die deutschen Unternehmen kommt weiterhin aus New York und Asien ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Wackel-Wall Street: Der US-Leitindex Dow Jones hat seit Jahresbeginn knapp 9 Prozent an Wert verloren. Das ist nicht einmal die Hälfte der Dax-Verluste, obwohl US-Aktien deutlich höher bewertet sind. Im Gegensatz zum Dax litt der Dow Jones jedoch schon im Vorjahr unter Schwäche ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Im Jahr 2015 stand für den Dow Jones bereits ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche. Nun hat auch bei den einstigen Börsenstars ein massiver Kursrutsch eingesetzt ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... die Aktie des Handelsriesen Amazon zum Beispiel wurde Ende 2015 mit dem Tausendfachen der laufenden Gewinne bewertet. Doch nun bringen Anleger Geld in Sicherheit, die Aktie hat seit Jahresbeginn 2016 rund 28 Prozent an Wert verloren. Hart traf es auch ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... den Börsenliebling Netflix. Seit Anfang 2016 hat die hoch bewertete Aktie des Video-Streaming-Dienstes rund 24 Prozent an Wert verloren. Noch höhere Verluste ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... hat Tesla-Chef Elon Musk zu beklagen. Die Aktie des Elektroautobauers ist seit 4. Januar um rund 40 Prozent abgetaucht. Am Mittwoch Abend meldete Tesla hohe Verluste, doch der optimische Ausblick des Dauer-Optimisten Elon Musk verhalf der Aktie zu einem Kursschub von rund 10 Prozent. Selbst der wertvollste Konzern der Welt ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... musste zuletzt Federn lassen. Anfang Februar hatte die Google-Holding Alphabet den iPhone-Hersteller Apple als wertvollsten Konzern der Welt abgelöst. Doch seitdem nahmen Anleger auch beim Primus Alphabet Gewinne mit, die Bilanz seit Jahresbeginn beläuft sich auf knapp 10 Prozent Minus. Das ist geradezu moderat, wenn man bedenkt, dass die Aktie des Karriere-Netzwerkes LinkedIn allein am vergangenen Freitag um mehr als 40 Prozent eingebrochen ist.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Es ist nicht nur China: Die Abwertung des Yuan sowie der Kurssturz in Shanghai, Hongkong und Shenzen zeigen, dass die Regierung in Peking keine Mittel hat, um die Abkühlung der Konjunktur sowie das Platzen der Börsenblase zu verhindern. Vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft leidet darunter - der Dax reagiert daher mit stärkeren Verlusten auf die China-Schwäche als andere Indizes.

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

Auch bei den Rohstoffen geht der Ausverkauf weiter, die Ölpreise sind im freien Fall. Die US-Sorte WTI war mit 27,50 Dollar zeitweise so billig wie zuletzt im September 2003. Experten nennen als wichtigsten Grund das viel zu hohe Angebot sowohl seitens des Ölkartells Opec als auch anderer großer Förderländer. Zuletzt hatte die Internationale Energieagentur IEA davor gewarnt, dass der Ölmarkt im Überangebot zu "ertrinken" drohe. Neben China und dem Ausverkauf am Ölmarkt ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... belastet die Angst vor einem möglichen "Brexit" die Börsen. Die Briten stimmen in diesem Jahr darüber ab, ob sie die Euro-Zone verlassen oder nicht. Ein ähnliches Referendum wird in Finnland ("Fixit") erwartet. Und nicht nur auf Europa richten sich wieder sorgenvolle Blicke ...

Börsen-Crash 2016: Die größten Verlierer im Dax

... sondern auch auf die USA. Die jüngsten Arbeitsmarktdaten enttäuschten. Dies nährt die Sorge, dass der Aufschwung in den USA an Dynamik verliert und auch die Fed sich mit ihren nächsten Zinsschritten doch wieder mehr Zeit lassen könnte als zunächst geplant.

Der deutsche Aktienmarkt, der im vergangenen Jahr noch zu den Favoriten der Investoren zählte, ist damit in einer neuen Wirklichkeit angekommen: Gemessen an den Kursverlusten spielt er 2016 plötzlich in einer Liga mit den Börsen in Nigeria oder der Ukraine, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg vorrechnet. Kein einziger der 30 Dax-Werte befindet sich im laufenden Jahr noch im grünen Bereich. Gegenüber dem Hoch im April 2015 hat der Index bereits rund 30 Prozent an Wert eingebüßt.

Es gibt zwar Börsen, an denen es seit Anfang Januar noch rasanter abwärts ging. Die befinden sich aber beispielsweise in Shanghai und Athen, was kein besonders guter Trost ist.

Hauptgrund für die enorme Underperformance der hiesigen Börse dürfte die besondere Bedeutung Chinas für die deutsche Wirtschaft sein. Hiesige Maschinen- und Autobauer stützen sich stärker auf das Geschäft in Fernost als viele ihrer Konkurrenten im Ausland - entsprechend groß sind angesichts der Konjunkturschwäche Chinas die Kursverluste ihrer Aktien. Allein die Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen haben 2016 bereits Kursverluste von jeweils weit über 20 Prozent zu verzeichnen.

Hinzu kommt der enorm niedrige Ölpreis, der ebenfalls die Sorge um die Stabilität der Weltwirtschaft schürt, weil er wichtigen Ölförderländern zu schaffen macht, sowie die unvorteilhafte Entwicklung des Euros.

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