Dienstag, 26. März 2019

Deutsche Topkonzerne Dax fest in ausländischer Hand

Börse Frankfurt: Die Aktien vieler deutscher Topkonzerne liegen mehrheitlich in den Depots ausländischer Investoren

Der Anteil ausländischer Investoren an den Aktien der 30 Dax-Konzerne steigt kontinuierlich. Mittlerweile befinden sie sich mehrheiltich in ausländischer Hand - bei sechs Unternehmen sogar zu mehr als 70 Prozent.

Frankfurt am Main - Der Aktienanteil ausländischer Anleger ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Aktuell liegen mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Aktien der 30 Dax-Unternehmen in Depots von Investoren aus dem Ausland, berichtet die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY).

Bei den 23 Unternehmen, deren Daten den Vergleich mit dem Jahr 2005 zulassen, sei der Aktienanteil sogar von durchschnittlich 45 Prozent auf 58 Prozent im Geschäftsjahr 2013 gestiegen. Nur noch 37 Prozent entfallen auf das Inland, 9 Prozent der Aktien konnten keiner Region zugeordnet werden.

Dabei ist die am Sonntag angekündigte Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank noch gar nicht berücksichtigt: Scheich Hamad Bin Jassim Bin Jabor al-Thani aus Katar wird künftig etwa 6 Prozent an Deutschlands größtem Geldinstitut halten.

Börsenschwergewichte im Besitz deutscher Investoren

Die Zahlen zeigten, dass die Dax-Konzerne für Investoren aus dem Ausland sehr attraktiv blieben, sagte ein EY-Experte. Allerdings sind einige Börsenschwergewichte nach wie vor mehrheitlich im Besitz deutscher Investoren, darunter die Deutsche Telekom, ThyssenKrupp, Continental oder die Lufthansa. Bei BMW und Henkel befinden sich aktuell nur 31 beziehungsweise 25 Prozent der Papiere in den Depots ausländischer Investoren.

Bei insgesamt 18 Unternehmen könne hingegen mindestens die Hälfte der Aktien ausländischen Aktionären zugeordnet werden, bei sechs Dax-Unternehmen sind nach den Angaben sogar mehr als 70 Prozent der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand: bei der Deutschen Börse (84 Prozent), Linde (80), Adidas (74), Munich Re (74), Bayer (72) und der Allianz (71).

Auslandsanteil bei Dax-Konzernen: Langzeitvergleich 2005-2013
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Bei manchen Konzern zogen sich ausländische Investoren zurück

Gegenüber dem Vorjahr sank der Anteil ausländischer Investoren bei zwölf Unternehmen, bei elf ist er gestiegen. Besonders deutlich ging der Anteil ausländischer Anteilseigner bei ThyssenKrupp (von 50 auf 38 Prozent), Merck (von 77 auf 66 Prozent) und Infineon (von 66 auf 57 Prozent) zurück. Deutliche Zuwachsraten verzeichneten die Commerzbank (von 42 auf 52 Prozent) sowie die Deutsche Lufthansa und Continental (jeweils von 34 auf 38 Prozent).

Besonders gefragt sind die Anteile der deutschen Topunternehmen bei Investoren aus dem europäischen Ausland (27 Prozent). Auch Nordamerikaner halten inzwischen 20 Prozent der von den Konzernen ausgegebenen Aktien, 2010 waren es lediglich 17 Prozent.

bos/rei/dpa

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