Mittwoch, 21. November 2018

Rekordjagd der Tech-Werte gestoppt Nasdaq fällt ins Minus - Dax fällt mit

Der Dax fällt zurück ins Minus. An der US-Technologiebörse Nasdaq nehmen Investoren nach dem jüngsten Rekordlauf Gewinne mit. Schwergewichte wie Amazon, Netflix oder Salesforce geben deutlich nach.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag seine Gewinne im Tagesverlauf komplett abgegeben. Vor allem die Gewinnmitnahmen an der Nasdaq sorgten für Verkaufsdruck. Am Nachmittag stand für den Dax ein Minus von 0,1 Prozent auf 12.808 Punkte zu Buche, nachdem der deutsche Leitindex zuvor zeitweise deutlich über die Marke von 12.900 Punkten geklettert war.

In den USA werden Investoren unterdessen auch etwas vorsichtiger. Zwar legte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen am Donnerstag im frühen Handel um weitere 0,3 Prozent zu und kletterte auf 25.200 Zähler, an der Nasdaq gaben die Indizes jedoch nach.

Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 hatte am Mittwoch ein Rekordhoch erreicht. Nun deutet sich eine abnehmende Dynamik an, im frühen Handel am Donnerstag notierte der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen 0,6 Prozent im Minus. Erste Gewinnmitnahmen setzen ein, die vor allem Schwergewichte, wie Amazon, Facebook, Netflix oder Salesforce trafen.

Das bekamen auch die deutschen Nebenwerte-Indizes zu spüren: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,9 Prozent; beim Technologiewerte-Index TecDax stand ein Minus von 1,4 Prozent zu Buche.


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Anleger warten vor G7 Gipfel ab

Vor dem G7-Gipfel am Wochenende dürften die Anleger eine klare Positionierung scheuen, hieß es. Derzeit überwögen offensichtlich noch die Hoffnungen auf einen Konsens der sieben großen westlichen Industriestaaten.

Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK erinnerte zudem an die Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed, von denen die Anleger kommende Woche geldpolitische Signale erwarteten.

Am Mittwoch hatten Aussagen von Bundesbankpräsident Jens Weidmann und von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet Erwartungen geschürt, dass Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Anleihekäufe noch in diesem Jahr beenden könnten.

Deutsche Bank und Commerzbank leicht im Plus

Auf der deutschen Unternehmensagenda sah es am Donnerstag recht übersichtlich aus. Im Dax setzten die Deutsche Bank und die Commerzbank ihre jüngste Erholung fort: Die Aktien der beiden Geldhäuser legten in einem freundlichen Branchenumfeld um 1,41 beziehungsweise 0,98 Prozent zu. Börsianer sprachen von positiven Nachwirkungen der genannten EZB-Aussagen.

Dagegen ging es für Stahlwerte nach unten: Im MDax sowie im Kleinwerte-Index SDax büßten Salzgitter und Klöckner & Co 1,32 beziehungsweise 1,24 Prozent ein. "Schnallen Sie sich an, wir beginnen den Abstieg", titelte eine Branchenstudie der Schweizer Investmentbank UBS. Steigende Lagerbestände, höhere Exporte aus China, steigende Importe in die EU wegen der Strafzölle der USA und zunehmende Preisunterschiede dürften die zweijährige Erholungsstory für die europäische Stahlbranche zum Erliegen bringen.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,25 Prozent am Vortag auf 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,38 Prozent auf 140,27 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,14 Prozent auf 159,73 Punkte. Der Eurokurs erholte sich weiter auf zuletzt 1,1833 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1765 (Dienstag: 1,1675) Dollar festgesetzt.

Ölpreis steigt trotz höherer Reserven

Die Ölpreise haben am Donnerstag trotz eines überraschenden Anstiegs der US-Ölreserven zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigenzur Lieferung im August 75,87 US-Dollar. Das waren 51 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung stieg um 41 Cent auf 65,14 Dollar.

Euro legt weiter zu

Seit Mitte der Woche sorgt die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik der EZB für Auftrieb beim Euro Börsen-Chart zeigen. Der Chefvolkswirt der Notenbank, Peter Praet, hatte eine Diskussion über die Fortsetzung des Kaufprogramms für Anleihen angekündigt. Laut bisherigen Ankündigungen sollen die Käufe der Notenbank noch bis mindestens September fortgesetzt werden. Derzeit kauft die EZB pro Monat Anleihen in einem Volumen von 30 Milliarden Euro.

Der Euro hat am Donnerstag an die Kursgewinne vom Vortag angeknüpft und weiter leicht zugelegt. Am frühen Morgen stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 1,18 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit dem 21. Mai. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1765 Dollar festgesetzt.

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