Samstag, 18. August 2018

Börse Dax und Dow im Plus, Euro steigt, Tesla-Aktie haussiert

Der Dax schließt leicht im Plus. Der Euro legt nach Aussagen eines EZB-Notenbankers deutlich zu. In den USA sind vor allem Bankenwerte gefragt, die Aktie von Tesla setzt zu einer Kursrally an.

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und der EU hat die Kauflaune der Anleger an den europäischen Aktienmärkten am Mittwoch etwas gebremst. Am Nachmittag drehte der Index dennoch wieder in den grünen Bereich und schloss auf Xetra mit einem Gewinn von 0,3 Prozent bei 12.830 Punkten. Vor allem die Finanzwerte Commerzbank und Deutsche Bank waren gefragt.

An der Wall Street legte der Dow Jones zuletzt 0,5 Prozent zu und kletterte zeitweise wieder über die Marke von 25.000 Zählern. Gestützt wurde der Leitindex vor allem von Finanztiteln wie JPMorgan , Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen , Visa und American Express Börsen-Chart zeigen, die überdurchschnittlich zulegten.

Analyst David Madden vom Handelshaus CMC Markets führte die Kursgewinne des Dow auch auf Signale der Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China zurück. Peking sei den USA entgegen gekommen, um so Importzölle auf chinesische Produkte zu vermeiden. "US-Präsident Trump kämpft mit harten Bandagen, und diese Taktik scheint aufzugehen", sagte der Experte.

Der zuletzt überdurchschnittlich stark gestiegene Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen gab dagegen um 0,33 Prozent auf 7143,45 Zähler nach.

Die Rohölbestände in den USA sind in der vergangenen Woche überraschend gestiegen. Die Aktien der Ölkonzerne Exxon Mobile und Chevron gaben daraufhin ihre anfänglichen Kursgewinne großteils wieder ab.

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Tesla-Aktie nach Hauptversammlung klar im Plus

Die Unterstützung der Aktionäre für den Tesla -Chef Elon Musk und dessen Aussagen zum Model 3 haben die Aktien des Herstellers von Elektrofahrzeugen am Mittwoch stark nach oben getrieben. Sie verteuerten sich um 5,56 Prozent und lagen mit großem Abstand an der Spitze des Technologie-Index Nasdaq 100.

Musk hatte sich auf der Hauptversammlung am Vortag zuversichtlich gezeigt, die Fertigungsziele beim Hoffungsträger Model 3 zur Jahresmitte zu erreichen. "Tesla hat seit der Markteinführung des Model 3 im vergangenen Jahr Probleme mit der Produktion. Eine dritte Fertigungslinie dürfte helfen, um die Produktion in diesem Monat anzukurbeln", schrieb Analyst Janardan Menon vom Broker Liberum.

Um 1,56 Prozent gaben dagegen die Anteile von Facebook Börsen-Chart zeigen nach. Für neue Aufregung sorgt, dass auch chinesische Smartphone-Anbieter auf Schnittstellen von Facebook Zugang zu Nutzerdaten hatten. Senator Mark Warner, ein führendes Mitglied im Geheimdienstausschuss, forderte vom Online-Netzwerk Aufklärung. Facebook zufolge wurden die Daten lediglich für die Umsetzung von Funktionen zur Kommunikation mit Freunden freigegeben und blieben auf den Geräten. Warner will nun wissen, wie dafür gesorgt wurde, dass sie nicht auf chinesischen Servern landen

Euro steigt kräftig

Am Devisenmarkt stieg der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1780 Dollar. Anleger setzten darauf, dass die EZB bei ihrer Ratssitzung nächste Woche über ein Auslaufen der Anleihekäufe beraten wird. Genährt wurden diese Spekulationen von Aussagen einiger EZB-Vertreter.

Fresenius profitiert von Kaufempfehlung

Im Dax Börsen-Chart zeigen und im EuroStoxx50 führten Fresenius nach einer Kaufempfehlung der Analysten von Kepler Cheuvreux und die Gewinnerliste an. Sie stiegen um 3,5 Prozent auf 68,98 Euro.

Wieder auf Erholungskurs waren Papiere der Deutschen Bank mit einem Plus von zeitweise zwei Prozent. Allerdings warnten Börsianer, dass die Aktien weiter angeschlagen blieben. Noch in diesem Monat wird die US-Notenbank Fed das Ergebnis eines Stresstest für das US-Geschäft des größten deutschen Geldhauses veröffentlichen. Bank-Chef Christian Sewing erklärte, die Töchter des Instituts in den USA erfreuten sich alle bester Gesundheit.

Sixt-Aktie bricht ein

Im MDax Börsen-Chart zeigen ragten Dürr mit einem Plus von zeitweise mehr als fünf Prozent hervor. Analysten sahen den Kauf von Umwelttechnik-Firmen durch den Lackieranlagen-Hersteller positiv. Die im SDax Börsen-Chart zeigen gelisteten Aktien von Sixt brachen in der Spitze um über acht Prozent auf 103,10 Euro ein. Händler verwiesen auf den Verkauf von Aktien zum Preis von je 102 Euro durch den Firmengründer Erich Sixt. "Das ist ein ziemlich großer Abschlag, kein Wunder also, dass Anleger da mal Kasse machen." Die Sixt-Aktien haben seit Jahresbeginn per Dienstagabend über 50 Prozent gewonnen.

Bayer-Aktien werden ex Bezugsrecht gehandelt

Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen werden am Mittwoch ex Bezugsrecht aus der laufenden Kapitalerhöhung gehandelt. Sie dient der Finanzierung der Milliardenübernahme von Monsanto.

Noch bis zum 15. Juni werden die Bezugsrechte unter dem Börsenkürzel BAYR auf Xetra gehandelt. Bis zum Ende der Bezugsfrist am 19. Juni können Anleger je 23 Bezugsrechte zwei neue Aktien zu je 81 Euro erwerben.

Beim aktuellen Bezugsrechtskurs von 1,62 Euro kostet eine neue Aktie damit 99,63 Euro und damit exakt soviel wie die im Dax gelisteten Altaktien. Bayer will mit 74,6 Millionen neuen Aktien so insgesamt 6 Milliarden Euro einsammeln. Bayer zahlt für den US-Konzern 63 Milliarden US-Dollar und erhöht dadurch seine Verschuldung zunächst kräftig.

Dürr kauft US-Unternehmen

Der Anlagen- und Maschinenbauer Dürr Börsen-Chart zeigen stärkt seine Umwelttechniksparte mit einer Übernahme in den Vereinigten Staaten. Das im MDax notierte Unternehmen kauft das Umwelttechnikgeschäft des US-Unternehmens Babcock & Wilcox für 110 Millionen Euro. Da mit dem Kauf Sonderaufwendungen in Höhe von elf Millionen Euro verbunden seien, kappte der Konzern sein Profitabilitätsziel für 2018.

Euro baut Kursgewinne vom Vortag aus

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat deutlich zugelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vorsichtige Hinweise auf einen Ausstieg aus der sehr lockeren Geldpolitik gegeben. Am späten Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,1777 US-Dollar. Am Morgen hatte der Kurs noch deutlich tiefer bei 1,1720 Dollar gelegen. Der Dollar kostete damit 0,8500 (0,8565) Euro.

Der Chefvolkswirt der EZB, Peter Praet, sorgte mit Aussagen zur nächsten Sitzung des Rates der Notenbank für Kursgewinne. In einer Rede in Berlin hat der Notenbanker eine Diskussion über die Fortsetzung des Anleihekaufprogramms für Anleihen angekündigt.

Es sei klar, dass man die weitere Entwicklung der Anleihekäufe prüfen müsse, sagte er. Laut bisherigen Ankündigungen sollen die Käufe der Notenbank noch bis mindestens September fortgesetzt werden. Derzeit kauft die EZB pro Monat Anleihen in einem Volumen von 30 Milliarden Euro.

Die Unsicherheit um die Zukunft Italiens spielte am Devisenmarkt hingegen kaum eine Rolle. Die Sorge vor einer unsoliden Finanz- und Wirtschaftspolitik der neuen von Ministerpräsident Giuseppe Conte geführten Regierung belastet zwar erneut die italienischen Staatsanleihen - aber nicht den Euro. "Neuwahlen, die vom Markt als implizites Referendum über die Euro-Zugehörigkeit Italiens gewertet würden, sind vom Tisch", erklärte Esther Reichelt, Analystin bei der Commerzbank die Gelassenheit am Devisenmarkt. Damit seien die Probleme in Italien nur noch Italiens Probleme. Mit einer Krise in einem Mitgliedsland könnten Anleger besser umgehen als mit einer grundlegenden Krise der Gemeinschaftswährung.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87683 (0,87390) britische Pfund, 129,57 (128,08) japanische Yen und 1,1629 (1,1515) Schweizer Franken fest. Der Preis für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1300,10 (1292,05) Dollar festgelegt.

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung nach den Verlusten der vergangenen Handelstage. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen zur Lieferung im August 75,87 US-Dollar. Das waren 49 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung stieg um 36 Cent auf 65,88 Dollar.

Bis zum Dienstag waren die Ölpreise noch deutlich nach Hinweisen gefallen, dass die wichtigen Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland über eine Erhöhung ihrer Fördermenge nachdenken. Zuletzt wurden die Preise aber auch durch neue Meldungen zur Entwicklung der Ölreserven in den USA gestützt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) von einem Rückgang der amerikanischen Reserven in der vergangenen Woche um mehr als zwei Millionen Barrel ausgeht.

Ein Rückgang der Ölreserven kann ein Hinweis auf ein geringeres Angebot oder eine stärkere Nachfrage sein und stützt in der Regel die Ölpreise. Am Nachmittag stehen die offiziellen Daten der US-Regierung zur Entwicklung der Lagerbestände an Rohöl auf dem Programm. Hier rechnen Experten ebenfalls mit einem Rückgang der Reserven.

dpa-afx, rtr

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