Sonntag, 22. April 2018

Börse Dax gibt Gewinne ab, Wall Street schwankt

Der Dax könnte die dritte Woche in Folge mit einem Plus abschließen. Da die US-Börsen am Abend jedoch ins Minus drehen, schrumpfen auch die Gewinne im Dax zusammen.

Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen gab bis kurz vor Handelsschluss auf Xetra seine Gewinne fast komplett wieder ab und notierte zuletzt nur noch 0,1 Prozent im Plus. Zeitweise hatte der Dax bereits wieder über 12.500 Zählern notiert. Doch die schwächere Tendenz an der Wall Street bremste auch die deutschen Börsen aus.

"Donald Trump ist und bleibt ein großer Unsicherheitsfaktor für die Börsen. Niemand weiß, was er in Syrien genau vorhat", betonte Stratege Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Mitte der Woche hatte Trump an den Börsen für Nervosität gesorgt mit Kurznachrichten über Twitter, Russland müsse sich auf einen Raketenangriff in Syrien einstellen. Zuletzt waren Russland und die USA allerdings bemüht, einen Militärschlag abzuwenden.

US-Banken melden Milliardengewinne

Darüber hinaus lenkte die beginnende Berichtssaison in den USA Investoren von den geopolitischen Unsicherheiten ab, betonte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. An der Wall Street starteten Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen mit Gewinnen in den Handel, nachdem JPMorgan Börsen-Chart zeigen mit 8,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal rund 35 Prozent mehr verdiente. Anschließend rutschten die Indizes jedoch wieder ins Minus.

JP Morgan profitiert, wie die anderen Wall-Street-Banken auch, von der größten Steuerreform in den USA seit 30 Jahren sowie steigenden Zinsen. Allerdings bemängelten Börsianer, dass die Bank im Quartal beim Ergebnis je Aktie erstmals seit zwei Jahren die Erwartungen enttäuschte.

Bei der Großbank Wells Fargo Börsen-Chart zeigen standen unter dem Strich mit 5,9 Milliarden Dollar 300 Millionen Dollar mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Papiere verteuerten sich um 1,7 Prozent. Der Gewinn der Citigroup Börsen-Chart zeigen kletterte mit 4,6 Milliarden Dollar um etwa dreizehn Prozent.

Volkswagen klettert weiter

Für Gesprächsstoff sorgte auch der Konzernumbau bei Volkswagen. Herbert Diess löst den im Dieselskandal gebeutelten Matthias Müller an der Firmenspitze ab. Außerdem werden die zwölf Fahrzeugmarken des Unternehmens in drei Markengruppen zusammengefasst. Die Maßnahmen könnten die Stimmung an der Börse bezüglich Volkswagen Börsen-Chart zeigen verbessern, sagte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Diess habe eine gute Reputation am Kapitalmarkt. Die VW-Aktien lagen 0,7 Prozent im Plus.

Zu den Dax-Favoriten zählten Merck KGaA Börsen-Chart zeigen mit einem Kursgewinn von 1,3 Prozent. Der US-Pharmakonzern Mylan ist Insidern zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten der Darmstädter im Volumen von 3,5 bis 4 Milliarden Euro.

Der MDax Börsen-Chart zeigen , der die Aktien mittelgroßer Unternehmen repräsentiert, gewann 0,41 Prozent auf 25.751 Punkte. Der Technologieindex TecDax Börsen-Chart zeigen stieg um 0,48 Prozent auf 2620 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kletterte um 0,35 Prozent.


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Im MDax gewannen die Aktien von Fraport Börsen-Chart zeigen 0,4 Prozent. Der Flughafenbetreiber überraschte beim Passagierwachstum im März positiv. Die Papiere der Start-up-Schmiede Rocket Internet hingegen verloren nach der Vorlage von Jahreszahlen etwas mehr als 3 Prozent.

Im SDax Börsen-Chart zeigen eroberten die Anteile von Deutz Börsen-Chart zeigen nach Eckzahlen für das erste Jahresviertel die Index-Spitze mit einem Plus von etwas mehr als 7 Prozent. Der Motorenbauer überzeugte die Anleger vor allem mit seinem starken Auftragseingang.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Freitag leicht gestiegen. Am Vormittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2335 US-Dollar gehandelt, nachdem sie am Morgen noch ein Tagestief bei 1,2317 Dollar erreicht hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2323 (Mittwoch: 1,2384) Dollar festgesetzt.

Der Euro stoppte damit vorerst die Verluste vom Vortag. Aussagen der US-Notenbank Fed hatten dem Dollar zuvor Rückenwind verliehen und den Euro im Gegenzug belastet. Fachleute verwiesen auf das Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed, das Signale für weitere Zinsanhebungen gab. Außerdem hat zuletzt die Angst vor einem Militärschlag der Vereinigten Staaten in Syrien wieder etwas abgenommen.

Neue Daten zur Preisentwicklung in Deutschland konnten den Euro am Morgen kaum bewegen. In der größten Volkswirtschaft der Eurozone war die Inflation im März wie erwartet auf 1,6 Prozent gestiegen. Auch die Preisdaten aus Spanien hatten am Morgen nicht für eine Überraschung gesorgt. Hier lag die für europäische Zwecke harmonisierte Inflationsrate wie erwartet bei 1,3 Prozent.

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