Freitag, 15. Dezember 2017

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Dax im Plus Dax steigt, Bitcoin steigt, FDP steigt aus

FDP-Chef Christian Lindner: "Es ist besser, nicht zu regieren als falsch zu regieren"

Das Aus der Jamaika-Koalition und der Ausstieg der FDP bringen Anleger nicht aus der Ruhe. Der Dax dreht am Mittag sogar ins Plus: Die Kursrally bei Schwergewicht VW stützt den Index.

Dax-Erholung nach dem Jamaika-Aus: Nach den gescheiterten Verhandlungen zur Bildung einer Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen ist der Dax Börsen-Chart zeigen am Montag zunächst mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) holte der Dax Börsen-Chart zeigen seine Verluste jedoch komplett wieder auf und notierte zuletzt sogar 0,5 Prozent im Plus bei 13.058 Punkten.

Das Scheitern der Jamaika-Koalition lässt Anleger weitgehend kalt. Stattdessen wurde der Dax durch die deutlichen Kursgewinne bei Schwergewicht Volkswagen Börsen-Chart zeigen gestützt: VW hob seine Gewinn- und Dividendenziele an, die Aktie legte daraufhin mehr als 4 Prozent zu. Neben Volkswagen Börsen-Chart zeigen setzten auch Dax-Konzerne wie RWE Börsen-Chart zeigen und ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen zur Erholung an.

VW stützt den Dax

Volkswagen (VW) hat die Investoren am Montagvormittag mit neuen Finanz- und Dividendenzielen überzeugt. Wie Volkswagen Börsen-Chart zeigen in einer online gestellten Präsentation mitteilte, will der Konzern nun den Umsatz bis zum Jahr 2020 um mehr als 25 Prozent steigern. Zuvor war auf einer Investorenveranstaltung im März dieses Jahres von mehr als 20 Prozent die Rede gewesen. Auch der Vorsteuergewinn soll höher ausfallen: Nun wird bis 2020 ein Plus von mindestens 30 Prozent erwartet. Zuvor war das Wachstum bei mindestens einem Viertel gesehen worden.

Positiv dürfte bei den Aktionären aber laut Marktbeobachtern auch angekommen sein, dass sich VW im selben Atemzug optimistisch zur Dividende äußerte. VW will in den nächsten fünf Jahren die Ausschüttungsquote gemessen am Überschuss auf 30 Prozent steigern.

Wall Street: Übernahmefieber in der Chipbranche

Der Wall Street winkt am Montag ein wenig bewegter Auftakt der neuen Woche. Außer einer möglichen weiteren Milliarden-Übernahme in der US-Halbleiterbranche zeichneten sich zunächst keine kursbewegenden Unternehmensnachrichten ab. Dow Jones Börsen-Chart zeigen und Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen eröffneten jeweils knapp im Plus.

Marvell will Cavium, Broadcomm will Qualcomm, Qualcomm will NXP

Die Aktien des Chipherstellers Cavium zogen am Montag vorbörslich um 9,48 Prozent auf 83,02 US-Dollar an, nachdem Konkurrent Marvell Technology eine 6 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte vorgelegt hatte. Die Marvell-Titel stiegen vor dem Handelsstart um 4,19 Prozent. Mit einer solchen Fusion würde den Chipgrößen Intel Börsen-Chart zeigen und Broadcom ein gewichtiger Gegenspieler erwachsen. Zuletzt hatte Broadcom Börsen-Chart zeigen ein 130 Milliarden Dollar schweres Angebot für den Chipkonzern Qualcomm vorgelegt, welches dieser aber ablehnt. Qualcomm Börsen-Chart zeigen wiederum strebt die Übernahme des niederländischen Chipspezialisten NXP an.

FDP bricht Gespräche über Jamaika-Koalition ab

Die Liberalen hatten in der Nacht die Gespräche über eine mögliche Jamaika Koalition abgebrochen. "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren", sagte Parteichef Christian Lindner (hier die Erklärung der FDP im Wortlaut).

Dem Anlagestrategen Stefen Dooley des Finanzdienstleisters Western Union Business Solutions zufolge ist eine Minderheitsregierung unter Führung der Union die wahrscheinlichste Option. "Es wird für sie zwar etwas schwieriger, es ist aber keine dramatische Wende."

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Bild: REUTERS

Daneben richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die anstehenden Konjunkturdaten. Unter anderem stehen in den USA die Frühindikatoren auf dem Programm.

An der Wall Street waren die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland abgebröckelt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen Jones beendete die Sitzung 0,4 Prozent im Minus, der Nasdaq verlor 0,2 Prozent. Der S&P500 fiel um 0,3 Prozent.

In Tokio gab der Nikkei Börsen-Chart zeigen am Montag um 0,6 Prozent auf 22.262 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,1 Prozent auf 3379 Punkte.

RWE und ProSieben starten Erholungsversuch

Gegen den schwachen Gesamttrend im Dax legten einige Aktien zu. Vor allem RWE Börsen-Chart zeigen zählte mit einem Plus von 4 Prozent zu den größten Gewinnern und startete einen Erholungsversuch, nachdem die Aktie in den vergangenen 8 Tagen massiv nachgegeben hatte.

Die eine Hälfte des Kursgewinns bei RWE Börsen-Chart zeigen gehe auf nachlassende Spekulationen auf einen baldigen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung zurück, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die andere Hälfte komme vom möglichen Verkauf der Tochter Innogy. Deren Papiere gewannen 1,5 Prozent.

Auch die Aktie von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen legte am Montag deutlich zu. Am Wochenende hatte Senderchef Thomas Ebeling seinen Abschied zum Frühjahr 2018 bekannt gegeben.

Scheitern von Jamaika "nicht überbewerten" - Geldflut der EZB bleibt bestehen

Nach Einschätzung des Börsenexperten Daniel Saurenz von Feingold Research sollte das aber nicht überbewertet werden. Er geht davon aus, dass die Märkte schnell zur Tagesordnung übergehen und das heißt: es sollte dank der anhaltenden Geldflut der EZB weiter nach oben gehen.

Mit der unsicheren politischen Lage in Deutschland, der größten Wirtschaftsnation in der Eurozone, kommt aber auf jeden Fall ein weiterer Risikofaktor für die Aktienmärkte dazu. Diese hatten in den vergangenen Tagen nach der starken Rally in den Wochen zuvor ohnehin etwas an Boden verloren, da viele Investoren nervös geworden sind.

Da in dieser Woche nur wenige marktbewegende Konjunkturdaten auf der Agenda stehen und auch von den Unternehmen angesichts der auslaufenden Berichtssaison weniger Impulse als zuletzt kommen, dürfte erste einmal die neue politische Lage in Deutschland die Stimmung an den Märkten dominieren.

"Ausgerechnet wirtschaftsfreundliche FDP hat Verhandlungen platzen lassen"

Mit der FDP hat ausgerechnet eine wirtschaftsfreundliche Partei die Jamaika-Verhandlungen platzen lassen", sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. "Die Investoren am Aktienmarkt dürfte dies aber nur kurz stören. Politische Börsen haben kurze Beine und sie werden auch durch Christian Lindner oder Jürgen Trittin nicht länger."

"Die wesentliche Politik für die Finanzmärkte wird in Frankfurt gemacht mit dem billigen Geld der EZB und ebenso wesentlich in Washington mit der US-Notenbank". Saurenz will daher die Unsicherheit infolge des Jamaika-Aus nicht überbewerten und verweist auf die Entwicklung in Spanien. "Dort zog sich zuletzt die Regierungsbildung über etliche Monate und die Phase war eine der besten für den Ibex in den letzten zehn Jahren."

Auch in Spanien zog sich Regierungsbildung über Monate hin

Zuletzt hätten die europäischen Aktienmärkte an charttechnischen Unterstützungen "fast schon mustergültig wieder nach oben" gedreht, erläuterte Chefstratege Robert Greil von Merck Finck Privatbankiers. Zwar seien "für eine weitere Erholung in Richtung der jüngsten Höchststände gute Stimmungsdaten sowohl der Unternehmen wie auch der Verbraucher wichtig". Doch diesbezüglich ist Greil optimistisch: "Die anhaltend gute Konsumstimmung, die Eurolands Verbrauchervertrauen belegen sollte, spricht für beste Shoppinglaune im Weihnachtsgeschäft."

Analyst Sascha Rehbein von der Weberbank bleibt angesichts der fundamental guten Lage der Unternehmen, positiver Gewinnerwartungen und einer Konjunkturentwicklung "in die richtige Richtung" ebenfalls zuversichtlich. Und in einer Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) hieß es: "Grundsätzlich stufen wir die Perspektiven weiter positiv ein, zumal Aktien im Vergleich zu Renten günstig bewertet sind."

Bitcoin auf Rekordhoch

Die Rekordjagd beim Bitcoin Börsen-Chart zeigen geht weiter. Am Montagnachmittag erreichte der Kurs der Digitalwährung an wichtigen Handelsbörsen wie zum Beispiel Bitstamp oder Coinbase einen Höchststand bei 8231 Dollar. Seit Beginn des Jahres ist der Wert der Digitalwährung um etwa 800 Prozent gestiegen. Während der Bitcoin von einem Rekordhoch zum nächsten springt, sehen Experten eine gefährliche Marktübertreibung und warnen vor den Folgen einer platzenden Preisblase.

Der Höhenflug sei massiv, sagte Experte Luke Hickmore vom Vermögensverwalter Aberdeen Standard Investments in London. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird der Bitcoin weiterhin von der Aussicht angetrieben, dass die Digitalwährung künftig an der weltgrößten Terminbörse für Finanzderivate CME in Chicago gehandelt werden kann. Es sei unklar, wann die Blase platzen werde, sagte Hickmore. Allerdings werde es dann "eine Menge an Schmerzen auslösen". Obwohl Experten das Ende der Spekulationsblase erwarten, hat der Bitcoin Börsen-Chart zeigen zuletzt an Bedeutung gewonnen und kann an den Finanzmärkten nicht mehr ignoriert werden.

Steuerpläne von Trump müssen Senat-Abstimmung überstehen

"Für weihnachtliche Vorfreude ist es allerdings noch etwas zu früh", gibt die Helaba-Expertin Claudia Windt zu bedenken. Denn nach der Zustimmung im Repräsentantenhaus müssten die Steuerpläne von Donald Trump noch die Abstimmung im Senat überstehen, wo die republikanische Partei des US-Präsidenten "nur eine denkbar knappe Mehrheit" habe.

Uniper und Innogy stehen am Dienstag im Blick

Dem deutschen Aktienmarkt winkt am Montag ein ruhiger Wochenauftakt, da keine wichtigen Unternehmensnachrichten angekündigt sind. Etwas mehr Bewegung könnte es am Dienstag geben, wenn der Energiekonzern Uniper sich zum Übernahmeangebot des finnischen Konkurrenten Fortum äußert. Zudem stehen Kapitalmarktveranstaltungen des Rückversicherers Munich Re , der RWE-Ökostromtochter Innogy sowie des Rüstungskonzerns und Autozulieferers Rheinmetall an. Ferner legt die jüngst an die Börse gegangene Restaurantkette Vapiano Quartalszahlen vor.

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