Montag, 24. September 2018

Börse US-Börsen klettern weiter, Bankentitel gefragt

Die Fed stellte US-Banken wie BoA und Wells Fargo ein positives Zeugnis aus - Goldman Sachs dagegen nicht

Der Dax setzt zur Erholung an. Der Kompromiss beim EU-Gipfel stützt den deutschen Leitindex und den Euro. In den USA legen Dow Jones und Nasdaq Composite im frühen Handel zu.

Der Kompromiss zur Migrationspolitik in der Europäischen Union (EU) hat am Freitag für Aufatmen an der Börse gesorgt. Der Dax Börsen-Chart zeigen legte zuletzt um 1,3 Prozent auf 12.333 Punkte zu. Auch der Euro Börsen-Chart zeigen profitierte, er verteuerte sich um gut ein halbes Prozent auf 1,1639 Dollar.

Das Ergebnis des EU-Gipfels in Brüssel sei ein positiver Schritt und dürfte den Dax nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Tage für den Moment stabilisieren, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. "Die Skepsis darüber, dass die Europäische Union in diesem Punkt einen Konsens erzielen wird, war im Vorfeld sehr hoch."

Die EU-Staaten einigten sich darauf, auf freiwilliger Basis Asylzentren innerhalb der EU einzurichten und Aufnahmelager für Flüchtlinge in Drittstaaten zu prüfen. "Nun könnten die schwelenden Sorgen um den Streit der Schwesterparteien CDU und CSU nachlassen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen stieg am Morgen um 1,22 Prozent auf 3406,60 Zähler. Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,46 Prozent aufwärts auf 25 700,31 Punkte. Der TecDax Börsen-Chart zeigen kletterte um 1,61 Prozent auf 2690,24 Punkte.

Inflation in USA steigt über das Ziel der Fed hinaus

In den USA sind die Konsumausgaben der privaten Haushalte im Mai nur leicht gestiegen, während die Einkommen der Haushalte wieder stärker zulegten. Unterdessen ist das von der US-Notenbank Fed präferierte Inflationsmaß weiter gestiegen, in einem Fall sogar über das Preisziel der Fed hinaus.

Die Inflation, gemessen an dem von der US-Notenbank bevorzugten Inflationsmaß PCE, stieg von 2,0 auf 2,3 Prozent. Die Kernrate, die schwankende Preiskomponenten wie Energie ausklammert, erhöhte sich von 1,8 auf 2,0 Prozent. Die Gesamtinflation liegt damit bereits über dem Notenbankziel von zwei Prozent, während die Kernrate erstmals seit 2012 wieder dem Zielwert entspricht.

US-Börse: Dow Jones und Nasdaq klettern weiter

Die Wall Street dürfte am Freitag an ihre Vortageserholung anknüpfen. Zum Handelsbeginn notierte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen 0,50 Prozent höher bei 24 377 Punkten.

Die Bilanz für die erste Halbzeit des Jahres ist für den Dow jedoch negativ: Seit Jahresbeginn gerechnet steht bei dem US-Leitindex aktuell ein Minus von rund 2 Prozent zu Buche. Zuletzt hatte der internationale Handelsstreit auf die Stimmung der Anleger gedrückt. Dagegen steht für den Techindex Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen seit Jahresbeginn ein Plus von 10 Prozent zu Buche.

US-Banken nach Stresstest der Fed gefragt

Im Bankenbereich standen die Ergebnisse des jährlichen Stresstests der Notenbank (Fed) im Fokus. Die Fed stellte den teilnehmenden Instituten im Großen und Ganzen ein gutes Zeugnis aus. Nach Einschätzung der Aufseher sind die größten Geldhäuser in den USA krisenfest aufgestellt, so dass die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken geraten würde.

Derweil gelten die US-Schwergewichte Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen und Morgan Stanley zwar formal nicht als Durchfaller, dürfen ihre Dividenden und Aktienrückkäufe aber zunächst nicht erhöhen.

Dagegen können die Anleger von Wells Fargo Börsen-Chart zeigen , Citigroup Börsen-Chart zeigen , Bank of America Börsen-Chart zeigen und JPMorgan bereits jetzt auf Rückflüsse hoffen. Entsprechen zogen die Aktien dieser vier Banken im vorbörslichen US-Handel um bis zu 3,5 Prozent an, während die Anteilsscheine von Goldman Sachs und Morgan Stanley nur moderate Gewinne verbuchten.

Nike steigt zweistellig

Ein vorbörsliches Kursfeuerwerk von mehr als 10 Prozent feierten die Anleger von Nike Börsen-Chart zeigen . Der Sportartikelriese schaffte im vergangenen Geschäftsquartal die ersehnte Umsatzwende im Heimatmarkt. Zudem verkaufte und verdiente das Unternehmen dank vieler Produktneuheiten mehr als erwartet.

Störfeuer von Donald Trump

Von US-Präsident Donald Trump kam am Freitag Mittag jedoch erneut Störfeuer. Nach Informationen der US-Newssite "Axios" hat Donald Trump gegenüber seinen Beratern wiederholt den Wunsch geäußert, dass die USA die Welthandelsorganisation WTO verlassen solle. "Ich weiß nicht, warum wir immer noch zur WTO gehören", soll Trump gegenüber seinen Beratern geäußert haben. Die WTO habe den alleinige Zweck, die USA in Handelsfragen über den Tisch zu ziehen.

Allerdings bräuchte Trump eine Mehrheit im US-Kongress, um die USA aus der Welthandelsorganisation WTO herauszulösen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Kongress Trumps Wunsch folgt. Im Handelsstreit mit den USA haben die EU-Staaten eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO angekündigt. "Die Europäische Union muss auf alle Handlungen reagieren, die klar protektionistischer Natur sind", heißt es in der am Freitagmorgen verabschiedeten Gipfelerklärung der Staats- und Regierungschefs. Zugleich stellen sich die EU-Spitzen in dem Text noch einmal uneingeschränkt hinter die bereits auf den Weg gebrachten Gegenmaßnahmen auf Trumps Zusatzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte. Dazu gehören auch Vergeltungszölle auf US-Produkte.

Deutsche Bank fällt beim Stresstest durch - und startet Erholungsversuch

Der nicht bestandene Stresstest der Deutschen Bank in den USA ließ Anleger kalt. Die Aktien des Instituts bauten zuletzt ihre Gewinne weiter aus: Die Aktien des Instituts stiegen zeitweise um rund 3 Prozent auf 9,35 Euro. Anschließend bröckelte ein Teil der Gewinne jedoch wieder ab.

"Es war erwartet worden, dass die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigendurchfällt, und war schon weitgehend im Aktienkurs eingepreist", sagte Aktienanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Die Deutsche-Bank-Titel waren am Mittwoch auf ein 35-Jahres-Tief von 8,76 Euro gefallen. Nun greifen Schnäppchenjäger zu und setzen auf das Motto: "Schlimmer kann es nicht kommen". Eine deutliche Kurserholung zwingt außerdem spekulative Anleger, die auf einen weiteren Kursverfall der Aktie gewettet hatten, dazu, ihre so genannten Short-Positionen aufzulösen. Ein solcher Short-Squeeze wirkt als zusätzliche Unterstützung einer Kurserholung.

Auch die anderen Finanzwerte im Dax wie die Aktie der Commerzbank Börsen-Chart zeigen waren gefragt und starteten einen Erholungsversuch. Die Titel der Allianz Börsen-Chart zeigen profitierten von einer Hochstufung und kletterten um 2,2 Prozent auf 176,40 Euro an die Dax-Spitze. Analysten von JP Morgan stuften ihr Rating für die Aktien des Versicherungskonzerns auf "overweight" von "neutral" nach oben.


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Auf der Konjunkturseite stehen am Freitag unter anderem aus den USA der Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago und das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan auf den Terminkalendern.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland zugelegt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,4 Prozent höher bei 24.216 Punkte, während der Nasdaq 0,8 Prozent gewann. Der S&P500 stieg um 0,6 Prozent. In Tokio zog der Nikkei-Index am Freitag um 0,1 Prozent auf 22.295 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 1,5 Prozent auf 2829 Punkte.

Asiens Börsen steigen, China lockert Restriktionen

In Asien notierten die Indizes überwiegend im Plus. China reagiert auf die harte Kritik seiner Handelspartner USA und EU und hat angekündigt, die Restriktionen für ausländische Investoren in weiteren Branchen zu lockern. Der erleichterte Zugang für Firmen aus dem Ausland trete am 28. Juli in Kraft und betreffe Branchen wie die Automobilindustrie, die Landwirtschaft oder den Bergbau, teilte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission am Freitag mit. Die chinesische Regierung hat seit Beginn des Jahres eine Reihe von Zugeständnissen gemacht. Sie fürchtet einen Handelskrieg mit den USA.

Die Entwicklungs- und Reformkommission veröffentlichte eine neue Negativliste mit Bereichen, in denen ausländische Unternehmen keinen Zugang haben - die Zahl verringerte sich von 63 auf 48. Weiterhin streng abgeschottet bleiben etwa die Bereiche Kultur oder nationale Sicherheit.

Leichteren Zugang sollen ausländische Firmen künftig auf dem Tankstellenmarkt, im Getreidehandel oder im Strommarkt bekommen. Auch die Autoindustrie sowie die Luft- und Schifffahrtsindustrie werden weiter geöffnet.

Euro steigt nach EU-Gipfel deutlich

Der Kompromiss der EU-Ländler bei der Migrationspolitik hat am Freitag für Erleichterung bei Euro-Anlegern gesorgt. Der Euro Börsen-Chart zeigen verteuerte sich im frühen Handel um bis zu 0,9 Prozent auf 1,1666 Dollar. Analysten bezweifeln aber, dass der Aufwärtstrend lange anhält. Die Verhandlungen auf dem Gipfel in Brüssel seien zäh verlaufen und hätten gezeigt, dass der Zwist innerhalb der Europäischen Union (EU) größer werde und die Vision von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron immer mehr zur Fata Morgana werde, sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank. Macron setzt auf eine engere Zusammenarbeit der EU-Länder.

Ein Belastungsfaktor für den Euro ist nach Meinung von Analysten der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und der Euro-Zone sowie China. "Wenn die Märkte anfangen, einen realen Schaden für die Wirtschaft wegen des Handelskonflikts zu erkennen, können die Bewegungen am Devisenmarkt noch viel deutlicher ausfallen", sagte ein Händler bei einer US-Bank.

mit dpa und reuters

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