Montag, 28. Mai 2018

Börse Apple und Intel drücken Dow und Dax ins Minus

Nickel-Reste in Indonesien: US-Sanktionen gegen russische Firmen wie Nornickel und Rusal treiben die Rohstoffpreise

Der Dax fällt zurück ins Minus - die Ölpreis-Rally belastet. An die Spitze des Index setzt sich die Aktie von Siemens. An der Wall Street gibt der Dow Jones nach, belastet von Verlusten bei Apple, Intel und Procter and Gamble.

Nach der jüngsten Erholung legt der Dax wieder den Rückwärtsgang ein: Zuletzt notierte der deutsche Leitindex Dax 30 um 0,3 Prozent leichter bei 12.555 Zählern und entfernte sich damit weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 12.600 Punkten, an der er in den vergangenen Tagen schon mehrfach abgeprallt war. Auch der Nebenwerte-Index MDax Börsen-Chart zeigen und der TecDax Börsen-Chart zeigen rutschten ins Minus.

Laut Händlern sorgen vor allem die steigenden Ölpreise sowie die kräftigen Preissteigerungen bei vielen Rohstoffen wie Nickel und Kupfer für wachsende Inflationssorgen an den Finanzmärkten. Der Ölpreis notiert unterdessen auf dem höchsten Niveau seit dreieinhalb Jahren.

Siemens profitiert von ABB

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Siemens Börsen-Chart zeigen. Der Siemens-Konzern profitierte von guten Zahlen des Konkurrenten ABB Börsen-Chart zeigen. Der Schweizer Industriekonzern ABB will trotz des Drucks von Großaktionär Cevian am Geschäft mit Stromnetzen festhalten.

Ins laufende Jahr ist ABB dank guter Geschäfte in den meisten Sparten und des schwachen Dollars gut gestartet. Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis legten im ersten Quartal stärker zu als von Experten erwartet.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq schwächer

Angesichts der laufenden Bilanzsaison haben sich die Anleger an der Wall Street am Donnerstag zurückgehalten. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen begann mit 24.705 Punkten 0,2 Prozent niedriger. Der S&P500 und der Nasdaq-Composite verloren jeweils etwa ein halbes Prozent.

Im Schnitt rechnen Experten mit einem Gewinnanstieg von 19,4 Prozent bei den Unternehmen des S&P500 - das größte Plus seit sieben Jahren. Unterstützung kam von der Konjunkturseite. So fiel der Konjunkturindex des Fed-Bezirks in Philadelphia mit plus 23,2 Punkten höher als erwartet aus.

Im Dow Jones Börsen-Chart zeigen lagen Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen mit einem Abschlag von über drei Prozent ganz am Ende. Der Konsumgüterkonzern kauft von der Darmstädter Merck dessen Sparte für rezeptfreie Gesundheitsprodukte. Zugleich legte Procter & Gamble seine Quartalszahlen vor.

Amexo gefragt, Apple unter Druck

Aktien von American Express Börsen-Chart zeigen Express gewannen dagegen nach überraschend hohen Gewinnen im abgelaufenen Quartal 7 Prozent hinzu, womit sie zu den stärksten Werten im Dow gehörten.

Die Aktien von Apple Börsen-Chart zeigen verloren dagegen mehr als 2 Prozent. Der iPhone-Hersteller habe mit einer schwachen Nachfrage nach seinem jüngsten Modell zu kämpfen, erklärten die Analysten des Brokerhauses Mizuho Securities USA. Auch ein trüber Ausblick der Chipfirma TSMC belastete viele Tech-Werte.

Auch Intel Börsen-Chart zeigen und Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen sorgten mit deutlichen Verlusten dafür, dass der Dow Jones nicht aus der Verlustzone herauskam. Außerhalb des Dow stiegen Alcoa Börsen-Chart zeigen um über vier Prozent. Der Aluminiumkonzern übertraf mit seinem Quartalsergebnis die Prognosen der Analysten.

Merck gibt nach Procter-Deal Großteil der Gewinne wieder ab

Dagegen gaben die Papiere von Merck KGaA ihre frühen Gewinne zum Großteil wieder ab. Merck KGaA Börsen-Chart zeigen gab bekannt, dass der geplante Verkauf des Geschäfts mit rezeptfreien Medikamenten an den US-Konzern Procter & Gamble nun endlich feststeht. Nach einem monatelangen Verkaufsprozess hatten sich zuletzt bei Investoren bereits Sorgen breit gemacht, dass der Dax-Konzern auf der Sparte sitzen bleiben könnten. Ein Börsianer bezeichneten den Preis, den Merck für die Sparte erzielt, als enttäuschend. Bei Analysten kam der Deal zunächst positiv an: "Das wird dem Unternehmen dabei helfen, sich auf das Pharmageschäft zu konzentrieren", urteilten die Experten von Morgan Stanley.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax, Dow Jones und Nasdaq in Echtzeit


Ölpreis steigt weiter - Rohstoffe setzen Preisanstieg fort

Genährt wurden die Inflationsängste der Anleger vom Anstieg des Ölpreises auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch. Die Sorten Brent aus der Nordsee und WTI aus den USA verteuerten sich um jeweils mehr als ein Prozent auf 74,44 und 69,27 Dollar je Barrel (159 Liter). Einem Reuters-Bericht zufolge strebt Saudi-Arabien einen Ölpreis von 80 bis 100 Dollar an. "Wenn er sich in Richtung 80 Dollar bewegt und der Euro noch etwas nachgibt, könnte Inflationsdruck aufkommen", sagte Elwin de Groot, Chef-Anlagestratege der Rabobank. Der Euro stagnierte am Donnerstag bei 1,2379 Dollar.

Preis für Nickel steigt um knapp 10 Prozent

Parallel dazu verteuerte sich Nickel um bis zu 9,3 Prozent und steuerte auf den größten Tagesgewinn seit 2009 zu. Mit 16.690 Dollar je Tonne war das zur Stahl-Herstellung benötigte Metall zeitweise so teuer wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren. Auslöser der Rally waren Spekulationen, dass die US-Sanktionen gegen russische Firmen auf Nornickel, den weltweit zweitgrößten Förderer des Metalls, ausgeweitet werden.

Aluminium auf 7-Jahres-Hoch

Aluminium war mit 2718 Dollar je Tonne zeitweise so teuer wie zuletzt vor sieben Jahren. Damit summiert sich das Plus der vergangenen beiden Wochen auf etwa 36 Prozent. Wegen der US-Sanktionen gegen Russland droht die weltweit zweitgrößte Aluminiumhütte Rusal als Lieferant auszufallen.

Rocket verkauft Hello Fresh Anteile mit Abschlag - Aktie stark unter Druck

Um knapp 10 Prozent abwärts ging es dagegen für den Kurs von HelloFresh . Die Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet hat sich von 12,2 Millionen Papieren von Hello Fresh zu einem Preis von 12,30 Euro getrennt - ein Abschlag von knapp 8 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Publicis-Zahlen helfen auch Werbefirma WPP

Neue Impulse erhoffen sich Börsianer nun von der Berichtssaison in den USA und Europa, die weiter an Fahrt aufnehmen wird. In Paris schossen die Aktien von Publicis in der Spitze um fast sieben Prozent in die Höhe, nachdem die Werbefirma ihren Umsatz im ersten Quartal überraschend kräftig gesteigert hat. Die Kursgewinne beflügelten auch die Titel des britischen Konkurrenten und Branchenprimus WPP, die sich nach ihrem jüngsten Kurssturz wieder um 4,2 Prozent verteuerten.

Im MDax Börsen-Chart zeigen ging es für Gea Group Börsen-Chart zeigen knapp drei Prozent bergauf. Bei dem Anlagenbauer soll neben Konzernchef Jürg Oleas nun auch Finanzvorstand Helmut Schmale vorzeitig gehen. Der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Konzern steht seit längerem unter Druck. Oleas kommt mit seinen Kosteneinsparungen langsamer voran als geplant und musste seine Gewinnziele für 2017 zweimal zurücknehmen.

US-Daten am Nachmittag

Wie es um die US-Wirtschaft bestellt ist, dürften am Nachmittag der Konjunkturindex des Fed-Bezirks von Philadelphia, die Frühindikatoren sowie die Zahlen vom Arbeitsmarkt zeigen. Nach Einschätzung der Postbank-Analysten sollten die Daten in der Summe auf eine Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs in den USA und eine solide Entwicklung am Arbeitsmarkt deuten.

Auch die US-Notenbank sieht die heimische Wirtschaft trotz des Handelsstreits mit China weiter auf dem Wachstumspfad. Wie die Währungshüter am Mittwochabend in ihrem Konjunkturbericht mitteilten, bleibe der Ausblick positiv. Dies dürfte den Schluss nahelegen, dass die Federal Reserve an ihrem Kurs festhalte und ihren Leitzins in Kürze ein weiteres Mal anhebe.

Euro kaum verändert

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2378 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,2388 Dollar Börsen-Chart zeigen festgesetzt.

Am Vorabend hatte die US-Notenbank Fed von einer nach wie vor robusten Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft berichtet. Allerdings hätten Firmen zuletzt Sorgen über die angekündigten Strafzölle geäußert, hieß es im Konjunkturbericht der US-Notenbank.

Erleichterung über den Verlauf des Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat die Börse in Tokio am Donnerstag gestützt. Der 225 Werte umfassende Nikkei Börsen-Chart zeigen -Index gewann 0,2 Prozent bei 22.191 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index ging kaum verändert aus dem Handel. Trump und Abe wollen die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern intensivieren.

mit Material von dpa-afx und Reuters

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