Dienstag, 26. März 2019

Börse Dax mit größtem Tagesgewinn seit anderthalb Jahren

Apple hat mit seiner Umsatzwarnung ein kurzes Beben an den Börsen verursacht. Zum Wochenschluss fassten die wieder Mut.

Der Dax hat sich am Freitag deutlich erholt. Zunächst beflügelte die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch im US-chinesischen Zollstreit die Anleger. Später kam ein US-Arbeitsmarktbericht, der die jüngsten Sorgen um die Weltkonjunktur etwas linderte, hinzu. Gleichzeitig signalisierte die amerikanische Notenbank Fed eine dennoch behutsame Geldpolitik.

Nach dem verpatzten Jahresauftakt steigen Anleger wieder in europäische Aktien ein. "Die Hoffnungen auf einen großen Wurf im schwelenden Handelsstreit zwischen den USA und China bestimmen derzeit das Kursgeschehen", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Zusätzlichen Schub verlieh den Börsen die Aussicht auf umsichtige Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Der Dax Börsen-Chart zeigen verabschiedete sich am Freitag mit einem Plus von 3,4 Prozent bei 10.767 Punkten ins Wochenende. Das ist der größte Tagesgewinn seit eineinhalb Jahren. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 2,99 Prozent auf 22 .038 Zähler bergauf. Der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen gewann 2,9 Prozent auf 3039 Zähler. Die US-Indizes Dow Jones Börsen-Chart zeigen, Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen und S&P 500 legten bis zu 3,5 Prozent zu.

US-amerikanisch-chinesisches Treffen im Zollstreit weckt Hoffnungen

Anfang kommender Woche wird eine US-Delegation in Peking zu erneuten Gesprächen zur Beilegung des Zollstreits erwartet. Er rechne bei diesem Treffen zwar noch nicht mit einem Durchbruch, sagte Edward Park vom Vermögensverwalter Brooks Macdonald. Allerdings seien die Erwartungen so niedrig, dass positive Überraschungen möglich seien.

US-Arbeitsmarkt liefert gemischtes Bild

Mit Erleichterung reagierten Investoren zudem auf die Ankündigung eines Konjunkturprogramms der chinesischen Regierung. So werden Anforderungen für Geschäftsbanken gelockert, um zusätzliches Geld für die Kreditvergabe freizusetzen. Außerdem sollen bestimmte Steuern und Abgaben sinken.

Die US-Arbeitsmarktdaten lieferten ein gemischtes Bild. Sowohl die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft als auch die Löhne stiegen überraschend kräftig. "Der Stellenaufbau macht die jüngsten Rezessionsängste zum Gespött", sagte Paul Ashworth, Chef-Volkswirt für die USA beim Analysehaus Capital Economics. Allerdings bedeute dies auch, dass der Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank noch nicht zu Ende sei.

Fed-Chef Jerome Powell betonte allerdings in einer Rede, hierbei behutsam vorgehen zu wollen. Sein Haus werde bei seinen Zinsentscheidungen die Konjunktur genau im Auge behalten. Außerdem gebe es keine Festlegung auf eine bestimmte Geldpolitik. Ende Dezember hatte die Fed für 2019 zwei weitere Zinserhöhungen signalisiert. Nach enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten und der überraschenden Umsatzwarnung von Apple hatten einige Analysten allerdings über eine Senkung des Schlüsselsatzes spekuliert.

Anleger trauen sich auch wieder an den Rohstoffmarkt zurück

Dank des schwindenden Konjunkturpessimismus trauten sich Anleger auch wieder in die Rohstoffmärkte zurück. Die Rohöl-Sorte Brent Börsen-Chart zeigen aus der Nordsee verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 56,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies verhalf Ölkonzernen wie BP, Exxon Mobil oder Total zu Kursgewinnen von jeweils etwa gut 2 Prozent. Gefragt war auch das Industriemetall Kupfer Börsen-Chart zeigen, dessen Preis um 3,1 Prozent auf 5914 Dollar je Tonne stieg. In seinem Windschatten legten die Titel der deutschen Kupferhütte Aurubis Börsen-Chart zeigen 5,9 Prozent zu. Die Titel von Bergbaufirmen wie Antofagasta oder Glencore Börsen-Chart zeigen rückten bis zu 6,6 Prozent vor.

Bayer gewinnt Zeit im Glyphosat-Prozess, Anleger schöpfen Hoffnung

Im Dax gewannen die Papiere des Pharma- und Agrarchemiekonzerns Bayer Börsen-Chart zeigen an der Spitze rund 6,7 Prozent hinzu. Der Pharma- und Agrarchemieriese verschaffte sich im US-Schadenersatzverfahren um den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat einen Vorteil. Ein US-Bezirksrichter gab dem Antrag von Bayer nach einer Aufteilung des Verfahrens in zwei Phasen statt. Dadurch kann der Kläger seine Vorwürfe, die Bayer-Tochter Monsanto habe versucht, Behörden und die öffentliche Meinung zu manipulieren, nicht schon am Anfang des Prozesses vorbringen. Zunächst werde in dem Verfahren geklärt, ob Glyphosat die Krebserkrankungen des Klägers ausgelöst habe.


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Dagegen setzte eine skeptische Branchenstudie der US-Bank Morgan Stanley die Aktien von Fernsehkonzernen im MDax teils deutlich unter Druck. So sackten die Papiere von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen mit einem Minus von knapp 3,5 Prozent auf das tiefste Niveau seit rund sieben Jahren ab. Die Titel des Konkurrenten RTL Börsen-Chart zeigen schafften es dagegen mit der Markterholung leicht ins Plus. Das stetig wachsende Geschäft mit Film-Streaming-Abonnements in Europa verstärke den Investitionsdruck auf die hiesigen TV-Unternehmen, schrieb Analyst Omar Sheikh.

Die Aktien des Lichtkonzerns Osram Börsen-Chart zeigen waren mit einem Verlust von knapp 4 Prozent MDax-Schlusslicht. Börsianer verwiesen auf schwindende Übernahmehoffnungen, nachdem sich Gerüchte aus dem November bisher nicht bestätigt hätten. Bereits im Dezember war der Aktienkurs daher abgebröckelt. Die zuletzt schwachen Papiere von Medigene Börsen-Chart zeigen schnellten dagegen als bester Wert im Nebenwerteindex SDax um gut 19 Prozent in die Höhe. Der Biotech-Konzern schloss einen Lizenzvertrag mit dem Helmholtz-Zentrum München zur Erforschung von Krebstherapien ab.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,07 Prozent am Vortag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 142,05 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,59 Prozent auf 164,08 Punkte.

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt bei 1,1406 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1403 (Donnerstag: 1,1348) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8770 (0,8812) Euro gekostet

Dow erholt sich vom Kurzsturz, Apple-Aktien steigen moderat

An der Wall Street legte der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zum Handelsstart rund 1,7 zu. Tags zuvor hatte das Börsenbarometer 2,8 Prozent verloren. Zuvor hatten in den USA gesenkte Umsatzziele des iPhone-Herstellers Appleund beunruhigende Stimmungsdaten aus der US-Industrie die US-Börsen steil auf Talfahrt geschickt. Die Aussagen des Technologieriesen hätten zunächst die bereits bestehenden Sorgen der Anleger um die allgemeine Wirtschaftslage weiter verstärkt, hieß es. Als dann der Einkaufsmanagerindex ISM für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht wurde, ging es noch etwas deutlicher abwärts.

Aktien von Apple Börsen-Chart zeigen waren am Donnerstag als Schlusslicht 10 Prozent leichter aus dem Handel gegangen. Der Börsenwert des Konzerns war damit umgerechnet um rund 75 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. Am Freitag konnten die Papiere zum Handelsstart lediglich um 1,8 Prozent hinzugewinnen.

luk und rei mit Nachrichtenagenturen

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