Mittwoch, 20. März 2019

Börse Apple schürt Angst vor Abschwung der Weltwirtschaft

Skeptisch Blicke an der Börse Frankfurt

Am deutschen Aktienmarkt bleiben die Pessimisten am Ruder. Eine Umsatzwarnung des iPhone-Konzerns Apple Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag die Konjunktursorgen der Anleger geschürt, sodass der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen am Ende 1,55 Prozent auf 10.417 Punkte verlor. Das Tagestief lag zuvor bei 10.400 Punkten. Zum Jahresstart war das Börsenbarometer noch leicht gestiegen. Der Erholungsversuch droht nun aber zu verpuffen. Der MDax Börsen-Chart zeigen als Index mittelgroßer Unternehmen verlor parallel rund 1,3 Prozent auf 21398 Zähler.

Auch an der Wall Street lagen die Kurse nach Apples Warnung im Minus: Der Leitindex Dow Jones Industrial gab im Vormittagshandel um 1,5 Prozent nach und knüpfte damit wieder an seinen schwachen Jahresabschluss 2018 an. Im vergangenen Jahr hatte der Dow etwas mehr als fünfeinhalb Prozent verloren, was die schlechteste Jahresbilanz seit der Finanzkrise 2008 gewesen war. Apple hielt sich bis zum Mittag New Yorker Zeit bei einem Minus von 8,9 Prozent.

Die anderen US-Börsenindizes gaben im frühen Geschäft am Donnerstag ebenfalls kräftig nach: Der marktbreite S&P 500 fiel um 1,8 Prozent auf 2465 Zähler, der technologielastige Nasdaq 100 büßte 1,61 Prozent auf 6257 Punkte ein.

Das Weihnachtsgeschäft war für Apple deutlich schlechter gelaufen als erwartet. Daher wurde die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate auf 84 Milliarden US-Dollar zusammengestutzt, nachdem zuvor 89 bis 93 Milliarden erwartet worden waren. Experten hatten etwa die Mitte dieser Spanne kalkuliert.

Die schlechten Nachrichten aus dem Silicon Valley belasteten auch hierzulande verschiedene Branchenwerte deutlich. So brachen die Anteilsscheine des Halbleiter-Herstellers und Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor im Nebenwerte-Index SDax um über 9 Prozent ein.

Die Anteilsscheine des Chipindustrieausrüsters Aixtron knickten um gut 10 Prozent ein. Im Dax mussten Aktionäre des Chip-Produzenten Infineon einen Verlust von knapp 5 Prozent hinnehmen.

"Flash-Crash" am Devisenmarkt

Die Apple -Umsatzwarnung hat auch am Devisenmarkt deutliche Spuren hinterlassen. Der US-Dollar verlor vor allem im Vergleich zum japanischen Yen, aber auch zum Euro an Wert - zwischenzeitlich hatte es dabei heftige Ausschläge gegeben. Händler sprachen von einem sogenannten "Flash-Crash", bei dem Kursverluste noch durch automatische Handelssysteme verstärkt werden.


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Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt. Der Dollar ist aber noch immer schwächer als am Mittwochabend - davon profitierte vor allem der japanische Yen, der als Fluchtwährung in unsicheren Zeiten gilt. Aber auch der Euro konnte sich wieder etwas von seinen Verlusten am Mittwochabend erholen. Ein Euro kostete im frühen europäischen Handel 1,1373 US-Dollar und damit wieder etwas mehr als im New Yorker Handel.

Ölpreise fallen wieder

Die Ölpreise sind am Donnerstag nach dem Schub am Vortag deutlich gesunken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) kostete am Morgen 54,25 US-Dollar. Das waren 66 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 98 Cent auf 45,56 Dollar.

Am Mittwochnachmittag waren die Ölpreise ohne ersichtlichen Grund kräftig gestiegen. Marktteilnehmer hatten auf den noch dünnen Handel zu Jahresbeginn verwiesen, der oft zu stärkeren Kursausschlägen führen kann.

Am vergangenen Donnerstag war der Dax mit 10.279 Punkten zeitweise bis auf das Niveau von November 2016 abgesackt, bevor er sich im verkürzten Handel am Freitag wieder etwas davon absetzen konnte. Insgesamt mussten die Anleger im Dax 2018 nach sechs Gewinnjahren in Folge erstmals wieder einen Verlust von mehr als 18 Prozent hinnehmen - die schwächste Bilanz seit der internationalen Finanzkrise 2008.

dpa, reuters

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