Samstag, 15. Dezember 2018

Börse schließt klar im Minus Zweifel an Trumps Aussagen belastet Dax und Dow

Kurstafel in Frankfurt: Nach der Rally vom Vortag geht dem Dax wieder die Puste aus

Nach der Rally vom Vortag legt der Dax am Dienstag den Rückwärtsgang ein. Zum einen sind die Vorgaben aus Tokio mau, zum anderen sind Anleger skeptisch, ob der Waffenstillstand im Handelsstreit wirklich existiert. Ein schwacher Handelsstart an der Wall Street sorgt für zusätzlichen Druck.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag den Rückwärtsgang eingelegt. Der gestrigen Hoffnung auf eine Lösung im US-Handelskonflikt mit China folgt nun eine gewisse Skepsis. Anlässlich des G20-Gipfels am Wochenende hatten sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf einen 90-tägigen "Waffenstillstand" geeinigt, um Lösungen zu finden.

Am Nachmittag eröffnete zudem der US-Aktienmarkt schwach. Der Optimismus der US-Anleger über einen Durchbruch im Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist ebenfalls wieder verflogen. Der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen fiel um 0,7 Prozent auf 25.654,8 Punkte, nachdem er zu Wochenbeginn noch mehr als 1 Prozent gewonnen hatte.

Der Dax Börsen-Chart zeigen baute daraufhin seine Verluste aus und notierte zum Handelsschluss etwa 1,1 Prozent tiefer bei 11.335 Punkten. Der MDax Börsen-Chart zeigen als Index mittelgroßer Unternehmen sank um 0,6 Prozent auf 23.625,9 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen büßte rund 0,5 Prozent ein.

"Auch wenn das Treffen zwischen Trump und Xi Jinping kurzfristig eine Eskalation des Handelsstreit verhindert hat, bleiben die Anleger skeptisch, ob der Waffenstillstand genügend Zeit und Willenskraft beider Parteien bietet, um eine langfristige Lösung zu finden", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic von AxiTrader. Zudem warteten die Börsianer immer noch auf eine Reaktion Chinas dazu. "Bisher hat nur Trump eine Art Sieg über den Gegner verkündet."

Mit Spannung dürften Anleger am Dienstag auf das Treffen deutscher Autobosse mit hochrangigen US-Regierungsvertretern in Washington schauen. Nach dpa-Informationen hat die US-Regierung eingeladen, um über die Handelssituation zu diskutieren. Am Vortag hatten die Kurse der Autohersteller nach dem "Waffenstillstand" im US-Handelsstreit mit China kräftig zugelegt. Aber auch wegen der US-Absatzzahlen deutscher Autobauer sowie einer negativen Analystenstudie stehen Aktien aus dem Fahrzeugsektor im Fokus.


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Autobauer nach starkem Vortag mit Verlusten

So hat das Analysehaus Jefferies die Titel von Continental und Hella abgestuft und die jeweiligen Kursziele erheblich gesenkt. Analyst Ashik Kurian empfiehlt Investoren, ihr Engagement in deutsche Zulieferer-Papiere zurückzufahren, da sich mit Blick auf 2019 einige Warnsignale summierten. So verbuchten die Aktien von Continental Börsen-Chart zeigen und Hella Abgaben zwischen 3,5 und 3,8 Prozent. Die Papiere von BMW Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen büßten zwischen 2,0 und 2,2 Prozent ein.

Der weiter steigende Ölpreis hat am Dienstag erneut Gewinnmitnahmen bei den Aktien der Lufthansa Börsen-Chart zeigen ausgelöst. Die Papiere der Fluggesellschaft waren mit einem Minus von 3,9 Prozent das Schlusslicht im Dax. Der Brent-Ölpreis verteuerte sich am Dienstag in London um knapp 2 Prozent. Der vorausgegangene starke Verfall des Ölpreises hatte die Kurse der Fluggesellschaften jüngst kräftig nach oben getrieben. So hatten Lufthansa seit Ende Oktober um rund ein Viertel zugelegt.

Dank der Fusion von Linde Börsen-Chart zeigen und Praxair wird die Aktie des deutschen Gaseherstellers und Anlagenbauers nun auch in den Stoxx-Europe-50-Index aufgenommen. Dies teilte die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx nach einer außerordentlichen Prüfung mit. Die Änderung wird zum Handelsstart am 24. Dezember wirksam. Linde-Aktien gewannen an der Dax-Spitze 2,5 Prozent.

Die britische Investmentbank HSBC stufte die Papiere von Carl Zeiss Meditec Börsen-Chart zeigen nach dem jüngsten Kursrutsch von "Hold" auf "Buy" hoch. Analyst Richard Latz rechnet in einer am Dienstag vorliegenden Studie mit einem gesundem Umsatzwachstum und Profitabilitätssteigerungen des Optik- und Elektronikunternehmens. Die Carl-Zeiss-Titel reagierten mit einem Kurssprung von mehr als 9 Prozent und waren damit SDax-Spitzenreiter.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland zugelegt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen beendete die Sitzung 1,1 Prozent und der Nasdaq Börsen-Chart zeigen 1,5 Prozent höher. Der S&P500 stieg um 1,1 Prozent. In Tokio gab der Nikkei-Index Börsen-Chart zeigen am Dienstag um 2,3 Prozent auf 22.045 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,2 Prozent auf 2651 Punkte.

Euro-Kurs steigt wieder

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen ist am Dienstag in Richtung der Marke von 1,14 US-Dollar gestiegen. Am Vormittag kletterte der Kurs bis auf 1,1398 Dollar. Damit kostete die Gemeinschaftswährung rund einen halben Cent mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag noch auf 1,1332 Dollar festgesetzt.

Am Dienstag dürften die Impulse für den Euro durch Konjunkturdaten eher gering ausfallen. Weder in Europa noch in den USA stehen entscheidende Indikatoren an. Auftritte wichtiger Zentralbanker sind ebenfalls rar gesät. In Großbritannien wird sich jedoch Notenbankchef Mark Carney vor einem Parlamentsausschuss zum Brexit-Vertragstext der Regierung äußern.

Auftrieb bekam am Vormittag das britische Pfund nach einer Erklärung eines Gutachters am Europäischen Gerichtshof. Großbritannien könnte demnach den Brexit-Antrag ohne Zustimmung der übrigen EU-Staaten zurückziehen und das Austrittsverfahren damit stoppen. Dies gelte bis zum Abschluss eines Austrittsabkommens.

Das oberste schottische Zivilgericht hatte den Europäischen Gerichtshof um eine Bewertung gebeten. Eine endgültige Entscheidung wurde zwar noch nicht gefällt. Allein die theoretische Aussicht auf einen möglichen Exit vom Brexit stärkt aber das Pfund. Infolge des Brexit-Votums im Jahr 2016 war der Wert der Währung massiv eingebrochen.

Ölpreise geben Gewinne wieder ab

Die Ölpreise haben am Dienstag einen Teil ihrer Gewinne wieder abgegeben. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Börsen-Chart zeigen 62,93 US-Dollar. Das waren noch 1,24 Dollar mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag mit 54,08 Dollar um 1,13 Dollar über dem Vortagesniveau. Zwischenzeitlich hatten die Ölpreise am Dienstag jeweils noch über einen halben Dollar höher gelegen.

Für einen Dämpfer sorgten am Mittag Aussagen des saudischen Energieministers Khalid Al-Falih. Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob die Opec-Allianz aus wichtigen Förderländern bei einem Treffen diese Woche eine Förderkürzung beschließen werde, sagte Al-Falih laut der Nachrichtenagentur Bloomberg in einem Interview. Im November hatte sich der Minister noch explizit dafür ausgesprochen, eine Kürzung um eine Million Barrel pro Tag zu erwägen. Die Energieminister der Opec-Länder treffen sich am Donnerstag in Wien, um über ihren Kurs zu beraten.

Seit dem Wochenauftakt haben die Ölpreise kräftig um über 5 Prozent zugelegt. Neben der möglichen Förderkürzung durch die Opec-Allianz nennen Analysten als Grund, dass auf der Nachfrageseite die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit den bestehenden Konjunkturpessimismus gedämpft habe.

dpa-afx, rtr

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