Montag, 10. Dezember 2018

Börse Dow Jones und Dax wanken

Kurstafel in der Deutschen Börse

Der Dax schwankt weiter stark und beendet den Handel mit leichten Verlusten. Aktien von Infineon, SAP und Bayer geraten stark unter Druck. Auch an der Wall Street werden Anleger vorsichtig.

Erneut abwärts: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen hat die Handelswoche erneut mit Verlusten beendet, konnte mit Hilfe der US-Börse seine Verluste jedoch in Grenzen halten. Im Xetra-Handel schloss der Dax 0,2 Prozent schwächer bei 11.331 Punkten, nachdem er zeitweise bis auf 11.285 Zähler abgerutscht war.

Zu den Gewinnern im Dax zählten die Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen, Eon Börsen-Chart zeigen und Papiere der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen. Dagegen gaben die Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen, SAP Börsen-Chart zeigen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Wirecard Börsen-Chart zeigen und Infineon Börsen-Chart zeigen nach - der Chiphersteller Infineon wurde belastet von dem Kurseinbruch von Nvidia und Applied Material in den USA.

Hohe Nervosität wegen Brexit und Italien

"Die hohen Schwankungen zeigen, wie groß Nervosität und Unsicherheit der Anleger aktuell sind", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Viele hätten Angst, eine mögliche Weihnachtsrallye zu verpassen und fürchteten gleichzeitig neue Tiefs. Deshalb würden Aktien derzeit schon bei minimal negativen Nachrichten wieder verkauft. "Um es mit Altmeister Kostolany zu sagen: Im Moment gibt es an den Börsen mehr zittrige als starke Hände", so Altmann.

Bayer setzt Kursrutsch fort - weiterer Glyphosat-Prozess in Kalifornien

Die Aktie von Bayer setzte unterdessen ihren Kursrutsch fort und fiel zeitweise unter die Marke von 63 Euro. In den USA ist ein weiterer Prozess wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat angesetzt worden. Das Verfahren gegen den Hersteller, die Bayer-Tochter Monsanto, beginnt am 18. März, wie aus Dokumenten eines Gerichts in Kalifornien hervorgeht. Geklagt hatte ein Paar, das das glyphosathaltige Herbizid Roundup regelmäßig von 1975 bis 2011 eingesetzt hatte. Bei beiden wurde Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert.

Infineon schwach - schlechte Stimmung in Chipbranche

Die schwache Branchenstimmung bei Halbleiterwerten hat am Freitag im frühen Handel auch Infineon belastet. Die Papiere des Chipkonzerns verloren fast 2 Prozent.

Die Papiere von Nividia und Applied Materials waren im nachbörslichen Nasdaq-Handel um fast 17 beziehungsweise 8 Prozent eingebrochen. Sowohl der Grafikchiphersteller als auch der Lieferant von Anlagen für die Halbleiterindustrie enttäuschten mit ihren Ausblicken. Dies passt ins negative Branchenbild, nachdem zuletzt bereits die Apple-Zulieferer Lumentum und AMS ihre Prognosen gekappt hatten.

Wirecard arbeitet mit Mastercard zusammen

Für Aufmerksamkeit sorgen könnte die gemeldete strategische Partnerschaft des Zahlungsabwicklers Wirecard mit dem US-Kreditkartenkonzern Mastercard bei Prepaid-Karten. Die Wirecard-Aktien legten im frühen Handel zu, brachen dann aber wieder um rund 3 Prozent ein.

London hält Anleger in Atem

Allerdings dürften die hohen Kursschwankungen anhalten, sagten Börsianer. Die Furcht für einem chaotischen Ausstieg der Briten aus der EU und Unsicherheit über die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May halten die Anleger weiter in Atem. Kopfschmerzen bereitet ihnen außerdem der andauernde Streit über den italienischen Haushalt.

Impulse am Markt könnten auch die europäischen Inflationsdaten liefern, die am Vormittag veröffentlicht werden. Von ihnen erhoffen sich Investoren Rückschlüsse auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Am Nachmittag (MEZ) stehen Zahlen zur US-Industrieproduktion auf dem Terminplan. Sie könnten Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen liefern.

Wall Street: Dow Jones schwankt stark

An der Wall Street hatten die Indizes nach ihrer jüngsten Erholung zum Wochenschluss wieder leicht nachgeben. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen startete mit Verlusten und notierte zum Handelsschluss in Europa kaum verändert bei 25.300 Zählern. Der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen notierte dagegen rund 1 Prozent schwächer.

In Tokio notierte der Standardwerte-Index Nikkei am Freitag belastet von Kursverlusten im Chipsektor 0,2 Prozent tiefer. An den meisten anderen Börsen in Asien verzeichneten die Indizes dagegen Gewinne: So legten der Hang Seng in China und der Kospi in Korea zum Beispiel zu.

Euro legt leicht zu, Pfund nach Kursrutsch stabilisiert

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Freitag leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1346 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1305 Dollar festgesetzt.

Marktbeobachter rechnen bis zum späten Vormittag mit wenig Bewegung beim Eurokurs. Dann werden neue Daten zur Preisentwicklung in der Eurozone erwartet, die für neue Impulse sorgen könnten. Analysten rechnen für Oktober mit einer Inflationsrate von 2,2 Prozent und damit mit einer Teuerung, die etwas über dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent liegt.

Einen leichten Kursanstieg gab es am Morgen auch beim britischen Pfund. Damit hat sich die Währung nach dem starken Kursrutsch vom Vortag vorerst stabilisieren können. Der Rücktritt von mehreren Ministern am Donnerstag hatte die Regierung in London in eine Krise gestützt. Die britische Premierministerin Theresa May verteidigte den zuletzt ausgehandelten Entwurf für ein Brexit-Abkommen energisch, doch es ist unklar, wie sie dafür eine Mehrheit im Parlament erreichen will.

mit dpa und reuters

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