Donnerstag, 18. Oktober 2018

Börse Dax taucht ab - Italien verschreckt Anleger

Der Dax stürzt kurzzeitig unter die Marke von 12.200 Punkten. Italien droht im Schuldensumpf zu versinken. Die Aktien von BASF und Deutscher Bank sacken ab. In den USA starten Dow Jones und Nasdaq im Minus, die Aktie von Tesla gibt zweistellig nach.

Die Einigung der rechtspopulistischen Regierung in Italien, die Schulden in der drittgrößten Euro-Volkswirschaft weiter zu erhöhen, hat die Stimmung an den Börsen zum Wochenschluss erheblich getrübt. Der Dax Börsen-Chart zeigen baute bis zum Mittag seine Verluste zeitweise auf 1,9 Prozent aus und fiel kurzzeitig unter die Marke von 12.200 Punkten. Seit seinem Zwischenhoch am Donnerstag Nachmittag hat der Index damit mehr als 250 Punkte nachgegeben. Der Euro notierte mit 1,1619 Dollar rund 0,2 Prozent schwächer.

In den USA starteten der Dow Jones Börsen-Chart zeigenund der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen jeweils mit moderaten Verlusten von 0,2 Prozent in den Handel.

Dow kaum verändert, Tesla Aktie stürzt

Die Aktie von Tesla Börsen-Chart zeigen gab unterdessen um rund 10 Prozent nach: Die mächtige US-Börsenaufsicht SEC will Firmenchef Elon Musk aus den Chefetagen amerikanischer Unternehmen verbannen. Die Behörde SEC wirft Musk in einer Klage vor, er habe falsche und irreführende Angaben gemacht, als er bei Twitter ankündigte, Tesla von der Börse nehmen zu wollen. Musk bezeichnete die Klage als ungerechtfertigt, das Vorgehen der SEC mache ihn "tieftraurig und enttäuscht". Die Aktien des Elektroauto-Herstellers fielen im vorbörslichen US-Handel um rund 10 Prozent.

Positiv hingegen nahmen die Anleger die jüngsten Geschäftszahlen von Blackberry Börsen-Chart zeigen auf: Die Papiere zogen vorbörslich um 5 Prozent an. Der Smartphone-Pionier wandelt sich derzeit zur Software-Firma

Zu den wenigen Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Merck KGaA Börsen-Chart zeigen und Wirecard Börsen-Chart zeigen. Dagegen notierten die Aktien von BASF Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen zuletzt jeweils rund 3 Prozent im Minus. Auch die Aktie des Ruhrkonzerns Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen gab nach ihrem Höhenflug vom Vortag wieder deutlich nach. Der Konzern plant eine Aufspaltung in zwei börsennotierte Unternehmen.

Italien häuft noch mehr Schulden an

Italiens Regierung hat sich am letzten Handelstag der Woche als Spielverderber für die Börsen erwiesen. Das Kabinett in Rom zurrte eine Finanzplanung fest, die ein Haushaltsdefizit für die kommenden drei Jahre von 2,4 Prozent vorsieht. An der Mailänder Börse gerieten daraufhin Aktien und Staatsanleihen unter starken Druck.

"Alle, die auf eine moderate Neuverschuldung gehofft haben, werden jetzt bitter enttäuscht", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. "Wenn Italien in diesem Tempo neue Schulden anhäuft, muss die Frage nach der langfristigen Schuldentragfähigkeit gestellt werden." Italien muss den kompletten Haushaltsentwurf 2019 bis zum 15. Oktober bei der EU-Kommission einreichen.

An den Anleihemärkten warfen Anleger italienische Titel aus den Depots: die Renditen für die zehnjährigen Papiere zogen im Gegenzug um 18 Basispunkte auf 3,08 Prozent an.


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BASF besiegelt Fusion von Wintershall und Dea, Aktie unter Druck

Nicht gut an kamen bei BASF-Anlegern Aussagen des Finanzvorstands. Dieser sagte, die Nachfrage im Gesamtkonzern sei im dritten Quartal voraussichtlich etwas schwächer ausgefallen als erwartet. Die geplante Fusion der Öl- und Gastochter Wintershall mit dem Rivalen Dea besiegelte der Konzern. Die Aktien von BASF fielen um bis zu 2,9 Prozent auf 76,10 Euro ans Dax-Ende.

Nikkei auf 27-Jahres-Hoch

Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag mit Rückenwind von der Wall Street überwiegend zugelegt. Zudem stützten gute Konjunkturdaten aus der Region. So deuten in Japan Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion auf eine relativ stabile Entwicklung in einem problembehafteten Quartal hin.

In Tokio schloss der Nikkei Börsen-Chart zeigen 1,36 Prozent höher bei 24 120,04 Punkten. Zu Handelsbeginn war der japanische Leitindex sogar auf das höchste Niveau seit 1991 gesprungen. Dabei half auch der anhaltend schwache Yen, der Exporte verbilligen kann. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,05 Prozent.

In China legte der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands zuletzt um rund 0,6 Prozent zu. Der Hang Seng in Hongkong lag kurz vor Handelsschluss moderat im Plus.

Euro fällt weiter

Der Kurs des Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen ist im frühen Handel gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1716 US-Dollar gehandelt und damit unter dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,1737 (Dienstag: 1,1777) Dollar festgesetzt.

Die achte Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed seit Beginn der Zinswende Ende 2015 konnte am Vorabend für keine klare Richtung am Devisenmarkt sorgen. US-Präsident Donald Trump kritisierte die abermalige Zinserhöhung. Die Fed signalisierte aber, ihren Kurs moderater Zinsanhebungen auch im kommenden Jahr beizubehalten.

Im weiteren Tagesverlauf könnten noch eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA und aus dem Euroraum für neue Impulse sorgen. In Deutschland werden aktuelle Zahlen zu den Verbraucherpreisen veröffentlicht.

mit Reuters und dpa

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