Mittwoch, 19. September 2018

Börse Dax baut Gewinne nach Notenbank-Entscheidung aus

Die türkische Notenbank erhöht den Leitzins deutlich, und der Dax legt zu. Im Fokus stehen neben Autowerten die Aktien der Deutschen Bank und des Flughafenbetreibers Fraport.

Erholungsversuch: Vor der EZB-Sitzung hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag wieder zugelegt. Der deutsche Leitindex notierte zuletzt 0,8 Prozent im Plus bei 12.105 Zählern . Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Autowerte Daimler Börsen-Chart zeigen , BMW Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen , nachdem das Wall Street Journal über einen neuen Verhandlungsvorstoß der USA gegenüber China berichtet hat. Der Index der mittelgroßen Werte MDax Börsen-Chart zeigen legte ebenfalls zu. Der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen notierte zuletzt 0,8 Prozent im Plus.

Neben dem EZB-Treffen und dem Zinsentscheid der Bank of England dürften die Anleger auf die heutigen Äußerungen der türkischen Notenbank in Ankara schauen. Die Notenbank hat den Leitzins in der Türkei von 17,75 auf 24 Prozent erhöht und sich mit diesem deutlichen Zinsschritt gegen die Empfehlung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gestellt. Nun wird es um die zentrale Frage gehen, ob die Notenbank angesichts der ausufernden Inflation das verloren gegangene Vertrauen in das Schwellenland wieder herzustellen vermag. Zwar ist die Schwellenländerproblematik zuletzt etwas aus dem Fokus der Anleger gerückt, doch die weiterhin schwelenden Probleme könnten schnell wieder zum Störfeuer für die Börsen werden.

BMW, Daimler und VW mit Kursgewinnen

Zu den Gewinnern im Dax haben sich am Donnerstag die Aktien der Automobilbranche gesellt. Die Kursgewinne für BMW , Daimler und Volkswagen sowie den Zulieferer Infineon reichten von 1,8 bis zu 2,8 Prozent. Börsianer führten die Aktienkäufe auf die von den USA vorgeschlagenen neuen Gespräche mit China über die Handelsbeziehungen zurück. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, die USA hätten China eine neue Runde von Handelsgesprächen angeboten. Sollten beide Länder den Disput beilegen, dürften sich die Wachstumsaussichten wieder verbessern.

Commerzbank profitiert von Empfehlung

Im Dax eroberten am Morgen die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen mit einem dreiprozentigen Kursplus den Spitzenplatz. Triebfeder war eine Kaufempfehlung der Schweizer Bank UBS. Die Analysten sehen nach dem 40-prozentigen Kursrutsch vom Jahreshoch nun wieder ein attraktives Verhältnis von Chancen und Risiken. In dieser Handelswoche hatten die Papiere des baldigen Dax-Ausscheiders bereits von neu befeuerten Spekulationen über eine Fusion mit der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen profitiert. Die Aktien des Branchenprimus verteuerten sich 1,2 Prozent.

Anteile an Delivery Hero fielen nach endgültigen Quartalszahlen mit rund 5,4 Prozent Minus an das MDax-Ende. Der Essenslieferant hatte bereits im August seine Gewinnziele kassiert und stellt nun wegen Investitionen einen deutlich höheren operativen Verlust für 2018 in Aussicht als im vergangenen Jahr.

TecDax: Morphosys gefragt

Im TecDax griffen die Anleger bei Morphosys zu, weil durch eine jetzt erfolgte kartellrechtliche Freigabe einer Lizenzvereinbarung mit Novartis die vereinbarte millionenschwere Meilensteinzahlung fällig wird. Die Papiere des Biotechunternehmens verteuerten sich an der TecDax-Spitze um fast 3 Prozent.

Von der EZB-Leitzinsentscheidung an diesem Tag werden indes nur wenig Impulse erwartet. "Anleger interessieren sich vor allem dafür, wie die EZB das Geld aus fälligen Anleihen dann reinvestieren will", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es ist davon auszugehen, dass die Notenbanker den Leitzins unverändert auf dem seit zwei Jahren geltenden Rekordtief von null Prozent halten werden. Die Frage ist, wie es mit dem milliardenschweren Anleihekaufprogramm weiter geht. Konsens herrscht, dass die EZB den Umfang ab Oktober auf 15 Milliarden Euro pro Monat reduzieren wird. Einige Beobachter halten sogar einen endgültigen Schlussstrich unter die Ankäufe zum Jahresende für möglich.

Als größter Hemmschuh für die hiesigen Märkte entpuppt sich derzeit der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zuletzt gab es hier immerhin wieder einen Lichtblick: Die USA haben Peking eine neue Runde von Handelsgesprächen angeboten. Die Wall Street konnte die Nachricht indes nur kurz befeuern. Dort gaben die Kurse nach dem Handelsschluss am deutschen Markt leicht nach, sodass auch von dort aktuell kein zündender Funke für den Dax zu sehen ist. An den asiatisch-pazifischen Börsen zeichnete sich am Donnerstag keine einheitliche Tendenz ab.


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Der gescheiterte Schlichtungsversuch bei einem Zulieferer setzte unterdessen die Papiere von Deutz Börsen-Chart zeigen unter Druck. Die im SDax Börsen-Chart zeigen notierten Papiere verloren mehr als 3 Prozent. Ein Händler wies darauf hin, dass die aktuellen Jahresziele des Motorenbauers auf einer Beendigung des Streiks als Voraussetzung fußten.

Abseits der großen Indizes brachen Gerry Weber-Anteile Börsen-Chart zeigen nach schwachen Neunmonatszahlen um mehr als 4 Prozent ein und setzten damit die Talfahrt der vergangenen Jahre fort. Der kriselnde Modekonzern kündigte nun einen Umbau an, bei dem es keine "Tabus" geben werde.

Euro über 1,16 US-Dollar

Der Kurs des Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag nur wenig bewegt. Die Anleger hätten sich vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen im Lauf des Tages vorerst zurückgehalten, hieß es von Marktbeobachtern. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1625 US-Dollar gehandelt und damit nahezu zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwochnachmittag auf 1,1585 Dollar festgesetzt.

mg/dpa-afx

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