Mittwoch, 19. September 2018

Börse Dow Jones zieht Dax aus dem Tief

Starke Schwankungen: Der Dax kämpft um die Marke von 12.000 Punkten

Gewinne an der Wall Street helfen dem Dax aus dem Tief. Der deutsche Leitindex schließt praktisch unverändert. Doch Anleger bleiben nervös: Der Handelsstreit zwischen USA und China kann jederzeit eskalieren.

Auf und Ab an der Börse: Der Dax Börsen-Chart zeigen ist am Dienstag zeitweise bis auf 11.875 Punkte gefallen. Damit hat er das tiefste Niveau seit mehr als 5 Monaten getestet. Im späten Handel konnte der Dax seine Verluste jedoch auf 0,1 Prozent reduzieren und tastete sich wieder an die Marke von 12.000 Zählern heran. Grund für die Kehrtwende im späten Handel war die leichte Erholung an den US-Börsen.

Für Nervosität sorgt weiterhin der Handelsstreit zwischen China und den USA. China will die USW vor der WTO mit Handelssanktionen belegen. Hintergrund ist ein älterer Streit über Handelsbeschränkungen, der bis ins Jahr 2013 zurückführt. Gleichzeitig erwarten Anleger, dass US-Präsident Donald Trump in Kürze neue Strafzölle gegen China ankündigt.

Chinas Börsen sind in Erwartung eines Handelskrieges bereits auf den tiefsten Stand seit 30 Monaten gefallen. Die Frage ist, wann auch die Wall Street damit beginnt, höhere Risiken einzupreisen.

Der S&P-500-Index notiert trotz des Handelsstreits mit 2877 Punkten in der Nähe seines kürzlich erreichten Rekordhochs. Trotz wachsender politischer und wirtschaftlicher Risiken hatten die US-Börsen ihre Rekordjagd zuletzt fortgesetzt.

Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax, Dow und andere Indizes in Echtzeit

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert

In New York gab der Leitindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen kurz nach Handelsbeginn 0,4 Prozent auf 25 760 Punkte nach. Auch der Technologie-Index Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen notierte 0,4 Prozent in der Verlustzone.

Nach 2 Stunden Handel konnten beide Indizes ihre Verluste jedoch wieder aufholen und drehten jeweils um 0,2 Prozent ins Plus. Schwergewichte wie Amazon Börsen-Chart zeigen, Netflix Börsen-Chart zeigen oder Tesla litten an der Nasdaq zunächst unter Gewinnmitnahmen, konnten dann aber ebenfalls in die Gewinnzone drehen.

Unter den Einzelwerten stachen in New York die Aktien von Integrated Device Technology (IDT) mit einem vorbörslichen Plus von fast 12 Prozent und die Anteile von Sonos mit vorbörslich mehr als 16 Prozent im Minus hervor. Der US-Lautsprecherhersteller Sonos hatte im vergangenen Quartal die Verluste deutlich ausgeweitet.

Neue Spekulationen um Commerzbank und Deutsche Bank

Spekulationen über eine Fusion von Commerzbank Börsen-Chart zeigen und Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen haben die Aktien der beiden Geldhäuser am Dienstag in die Höhe getrieben. Nach einem Bericht des "Spiegel" kann sich mittlerweile nicht nur die Bundesregierung eine Fusion der beiden Großbanken vorstellen. Auch die Führungszirkel der beiden Finanzinstitute um Deutsche-Bank-Boss Christian Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke seien dafür durchaus offen. Deutsche Bank, Commerzbank und Bundesfinanzministerium lehnten eine Stellungnahme ab.

Die zuletzt arg gebeutelten Papiere der beiden Geldhäuser legten zu. Die Commerzbank-Aktie gewann in der Spitze vier Prozent, die Titel der Deutschen Bank ein Prozent. Die Euphorie verflog jedoch schnell: Die Aktien der Deutschen Bank drehten ins Minus, die Commerzbank gab einen Großteil des Tagesgewinns wieder ab.

Bayer-Aktie fällt weiter

Schlusslicht im Dax war Bayer mit einem Verlust von 2,5 Prozent: Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat Bayer Börsen-Chart zeigen aufgrund des jüngsten Kursrutsches auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel von 120 auf 90 Euro gesenkt. Das Chemie- und Pharmaunternehmen sei inzwischen mit Risiken über viele Geschäftsfelder hinweg belastet, schrieb Analystin Luisa Hector in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Es gehe längst nicht nur um den strittigen Unkrautvernichter Glyphosat des übernommenen US-Konzerns Monsanto. Dass Analysten ihre Kursziele bei starken Schwankungen eilig der Realität anpassen - ob nach oben oder nach unten - , ist in der Branche Usus.

Lediglich die Versorger-Aktien von RWE Börsen-Chart zeigen und Eon stemmten sich mit leichten Gewinnen gegen den schwachen Gesamttrend.

"Marke von 11.800 Punkten ist entscheidend"

"Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis eine der Krisen wieder Schlagzeilen produziert", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Sei es, dass US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit nachlegt, die Währungen der Schwellenländer einen nächsten Abwärtsruck erfahren oder sich die Hoffnung auf ein kooperationsbereites Italien mit der Europäischen Union wieder zerschlägt.

Analysten werteten die Zone um 11 800 Dax-Punkte als entscheidend für den weiteren Fortgang. Auf diesem Niveau hatte der Dax im August vergangenen Jahres und auch im Frühjahr und Sommer dieses Jahres stets Unterstützung gefunden und war anschließend wieder kräftig gestiegen.

Euro baut Kursgewinne aus, Ölpreise steigen leicht

Der Euro Börsen-Chart zeigen ist am Dienstagvormittag stieg die Gemeinschaftswährung auf ein Tageshoch bei 1,1632 US-Dollar, nachdem sie am Morgen noch unter 1,16 Dollar gehandelt worden war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1571 Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt zeigte sich am Morgen eine breitangelegte Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verlieh. Außerdem profitierte die Gemeinschaftswährung nach Einschätzung von Marktbeobachtern weiter von Aussagen des EU-Chefunterhändlers für den Brexit, Michel Barnier, vom Vortag. Dieser hatte eine Einigung bei den Austrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien in Aussicht gestellt. Mit einer Einigung könnte ein ungeregelter Brexit mit negativen Folgen für die Wirtschaft der Eurozone vermieden werden.

Die Ölpreise sind am Dienstag leicht gestiegen. Eine Rolle dabei spiele die Sorge vor den Folgen eines starken tropischen Wirbelsturms in den USA, hieß es von Marktbeobachtern. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 77,54 US-Dollar. Das waren 17 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg um vier Cent auf 67,58 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH