Dienstag, 20. November 2018

Dax stürzt unter 12.000 Punkte Kursrutsch - Wall Street zieht Dax in die Tiefe

Abwärts: Der Dax fällt in Richtung 12.000 Punkte

Die wachsende Zahl wirtschaftlicher und politischer Risiken treibt immer mehr Anleger aus Aktien. Der Dax fällt unter die Marke von 12.000 Punkten. Auch in den USA geben Dow Jones und Nasdaq nach.

Anleger auf der Flucht: Der Dax Börsen-Chart zeigen hat am Donnerstag im späten Handel weiter nachgegeben und ist erneut klar unter die Marke von 12.000 Punkten gefallen. Erst tags zuvor war das deutsche Börsenbarometer auf das tiefste Niveau seit Anfang April gesackt. Seit Mitte Mai hat der deutsche Leitindex mehr als 1200 Punkte (10 Prozent) an Wert verloren.

Der internationale Handelskonflikt und die Währungskrisen in einigen Schwellenländern belasten. Zudem konnte die deutsche Industrie im Juli erneut weniger Aufträge an Land ziehen. Außerdem rechnen Anleger mit einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China - und dass US-Präsident Trump China in Kürze mit weiteren Strafzöllen belegt.


Dax realtime: Hier sehen Sie Dax, Dow Jones und Nasdaq in Echtzeit


Dow und Nasdaq im Minus - Anleger nehmen Geld vom Tisch

Die Aussicht auf eine Verschärfung des Zollstreits schmeckt auch der Wall Street nicht. An den US-Aktienmärkten brachten erste Anleger ihre jüngsten Gewinne in Sicherheit. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen baute bis 17 Uhr seine Verluste auf 0,5 Prozent aus und fiel unter die Marke von 26.000 Zählern.

An der Nasdaq Börsen-Chart zeigen nahmen Anleger ebenfalls Gewinne mit: Der Tech-Index baute zuletzt seine Verluste auf 1,2 Prozent aus. Schwergewichte wie Amazon Börsen-Chart zeigen, Netflix Börsen-Chart zeigen oder Tesla Börsen-Chart zeigen verloren zwischen 2 und 3 Prozent an Wert.

Obwohl sich die Lage einiger Schwellenländer etwas entspannt habe - der Südafrikanische Rand, der Mexikanische Peso und die Türkische Lira tendierten zuletzt im Plus - laste der Zollstreit der USA mit China weiterhin auf den Märkten, sagte ein Börsianer.

Kurz vor der möglichen Ankündigung neuer US-Strafzölle warnte China vor einer Zuspitzung des Handelskonflikts und drohte mit Gegenmaßnahmen, sollte US-Präsident Donald Trump seine Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar verwirklichen.

Autowerte erneut unter Druck

Unter den Einzelwerten gerieten erneut die Autowerte wegen der Zollkonflikte unter Druck. Allein in den vergangenen drei Monaten hat sie bereits rund 15 Prozent an Wert eingebüßt. Volkswagen Börsen-Chart zeigen etwa verloren in dieser Zeit 16,5 Prozent und Daimler Börsen-Chart zeigen 13 Prozent. Größter Branchenverlierer mit mehr als 30 Prozent ist die Aktie des Autozulieferers Continental Börsen-Chart zeigen .

Wie am späteren Nachmittag des Vortages zudem bekannt wurde, droht den Autofahrern in der Stadt Frankfurt ein großflächiges Dieselfahrverbot, das nach Ansicht des ADAC erst der Anfang ist und "Signalwirkung" für ganz Hessen hat.

RWE legt zu, Bayer-Aktie fällt weiter

Unter den Einzelwerten im Dax Börsen-Chart zeigen rückten die Aktien des Versorgers RWE Börsen-Chart zeigen in den Blick. Sie stiegen an der Index-Spitze um 2,2 Prozent. Eine Branchenstudie der Investmentbank HSBC verhalf dazu.

Die Anteile von Infineon, die bereits tags zuvor zu den Schlusslichtern im Leitindex gezählt hatten, fanden sich erneut am Dax-Ende wieder. Sie gaben um weitere 2,2 Prozent nach. In den USA hat sich die Stimmung für die Technologiebranche nach den jüngsten Rekordläufen wieder eingetrübt. Auch die Aktie von Bayer setzte mit einem Minus von 2 Prozent ihre Talfahrt fort.

Wirecard steigt auf, Commerzbank steigt ab

Die Papiere des Zahlungsabwicklers Wirecard Börsen-Chart zeigen , die in rund zwei Wochen in den Dax Börsen-Chart zeigen aufsteigen werden, gewannen im TecDax zuletzt 0,3 Prozent. Die Commerzbank-Aktien, die dafür wie erwartet in den MDax Börsen-Chart zeigen absteigen, verloren zugleich 1,7 Prozent. Am Vorabend hatte die Deutsche Börse die Ergebnisse ihrer neuen Index-Regeln mitgeteilt.

Die Autozulieferer Schaeffler und Leoni büßten am Ende des MDax Börsen-Chart zeigen 3,2 und 4,0 Prozent ein. Ein negativer Kommentar der Schweizer Bank UBS belastete. Für Leoni kam noch hinzu, dass das Papier am 24. September in den SDax Börsen-Chart zeigen absteigen muss.

Evotec Börsen-Chart zeigen könnten nicht nur von der Aufnahme in den MDax am 24. September profitieren. Das Biotech-Unternehmen gab zudem eine Partnerschaft mit Celgene bekannt. Evotec legten vorbörslich um 1,6 Prozent zu.

Euro kann Gewinn halten, Ölpreise leicht gefallen

Der Euro hat am Donnerstag seine Gewinne vom Vortag weitgehend halten können. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1630 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch etwas mehr gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochabend auf 1,1582 Dollar festgesetzt.

Die Ölpreise sind am Donnerstag im frühen Handel leicht gefallen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 77,22 US-Dollar. Das waren fünf Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung fiel um 14 Cent auf 68,58 Dollar.

mit dpa und Reuters

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH