Sonntag, 18. November 2018

Börse Dax taumelt, Nasdaq wankt, Tech-Lieblinge unter Druck

Abwärts: Der Dax fällt in Richtung 12.000 Punkte

Der Dax gibt weiter nach und nähert sich der Marke von 12.000 Punkten. Vor allem die Verluste der Bayer Aktie belasten. An der Tech-Börse Nasdaq nehmen Anleger Gewinne mit - Aktien von Amazon, Netflix und Tesla geben deutlich nach.

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Der Kursrutsch Richtung 12.000 Punkte geht weiter: Der Dax Börsen-Chart zeigen verliert nach seinem Kursrutsch vom Vortag weiter an Boden. Im späten Handel notierte der deutsche Leitindex 1,3 Prozent im Minus bei 12.043 Punkten und taumelt damit der Marke von 12.000 Punkten entgegen. Seit Mitte Mai hat der deutsche Leitindex mehr als 1000 Punkte (8 Prozent) an Wert eingebüßt, die Verluste seit Jahresbeginn betragen rund 6 Prozent.

Für die neue Verkaufswelle an den deutschen Börsen sorgten die deutlichen Verluste an der US-Techbörse Nasdaq. Hier nehmen Anleger nach der jüngsten Rekordjagd Gewinne vom Tisch: Die Aktien von Amazon Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen, Netflix Börsen-Chart zeigen oder Tesla Börsen-Chart zeigen notierten jeweils zwischen 2 und 5 Prozent im Minus. Zuletzt notierte der Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen 1,5 Prozent im roten Bereich, was auch die Verluste im TecDax Börsen-Chart zeigen wachsen ließ.

Unabhängig davon rechnen Börsianer damit, dass US-Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen neue Strafzölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängt.

Bayer hebt Prognose an - doch Aktie fällt weiter

Bereits am Dienstag war der Dax Börsen-Chart zeigen wegen des anhaltenden Handelsstreits, Währungsturbulenzen in Schwellenländern und Haushaltsprobleme in Italien etwas mehr als einen Prozent gefallen. Viele gehen davon aus, dass sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt weiter eintrüben dürfte.

Schlusslicht im Dax war Bayer Börsen-Chart zeigen mit einem Kursminus von 2,4 Prozent. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern steigerte zwar den operativen Quartalsgewinn um 3,9 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro und hob die Prognose an. Dennoch fürchten Anleger die Rechtsrisiken in den USA und schickten die Aktie auf das tiefste Niveau seit fünf Jahren.

Gewinnmitnahmen an der Nasdaq - Netflix und Tesla sehr schwach

Die US-Aktienmärkte starteten mit Verlusten in den Handel. Händlern zufolge fürchten immer mehr Anleger eine Ansteckungsgefahr der aktuellen Finanzkrisen in den Schwellenländern. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen hielt im frühen Handel seine Verluste mit 0,2 Prozent in Grenzen.

An der Nasdaq nahmen Anleger jedoch nach der jüngsten Rekordrally Gewinne mit. Der Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen gab zuletzt 1,3 Prozent nach. Vor allem Schwergewichte wie Netflix Börsen-Chart zeigen und Tesla Börsen-Chart zeigen litten am Mittwoch unter deutlichen Verlusten zwischen 3 und 4 Prozent.

Papiere von Tesla weiteten die Verluste vom Dienstag aus und fielen um 4 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Ende Mai. Am Vortag hatten eine Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs und die Präsentation des Elektrofahrzeugs EQC durch Daimler Börsen-Chart zeigen den Tesla-Kurs belastet. Nun ging auch Volkswagen in die Offensive und kündigte batteriebetriebene Fahrzeuge an, um Tesla im Kampf um die Gunst der Käufer die Stirn zu bieten.

Kursgewinne strichen Anleger auch bei den Kreditkartenkonzernen ein. So büßten Visa 2,8 Prozent ein und Mastercard 2,9 Prozent. Der Kurs des Zahlungsabwicklers Paypal sank um 3,7 Prozent. Alle drei Aktien waren am Dienstag noch auf Rekordstände gestiegen, angetrieben von der ungebrochen robusten US-Konjunktur und dem damit verbundenen starken Konsum der US-Verbraucher

Bereits vor Börseneröffnung wurden neue US-Konjunkturdaten veröffentlicht. So ist das Defizit in der US-Handelsbilanz im Juli zum Vormonat insgesamt um 4,4 auf 50,1 Milliarden Dollar gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg in einem Monat seit dem Jahr 2015.

Amazon und Apple jenseits der Billionen-Grenze

Unter den Einzelwerten dürften Amazon-Aktien erneut im Anlegerfokus stehen, nachdem der Online-Händler am Dienstag erstmals einen Börsenwert von 1 Billion US-Dollar erreicht hatte. Mit einem Kursanstieg von in der Spitze knapp 2 Prozent auf 2050,50 US-Dollar wurde diese magische Zahl am Dienstag erstmals übertroffen. Dem Computerkonzern Apple war der Sprung über die Billionen-Schwelle bereits Anfang August gelungen. Nun nahmen Anleger jedoch einige Gewinne mit: Die Aktie von Amazon fiel zuletzt um 2 Prozent auf 2001 US-Dollar.


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Wirecard vor Aufstieg in den Dax - Commerzbank steigt ab

Ebenfalls für Bewegung könnte die anstehende Neubesetzung der wichtigen Aktienindizes nach Börsenschluss sorgen. Der Aufstieg des Zahlungsabwicklers Wirecard in den deutschen Leitindex gilt dabei als sicher - im Gegenzug dürfte das Dax-Gründungsmitglied Commerzbank Börsen-Chart zeigen in den MDax Börsen-Chart zeigen absteigen.

Euro fällt, Dollar steigt, Ölpreis steigt

Die Angst vor einer Ausweitung der Finanzkrisen in den Schwellenländern hat Asiens wichtigste Aktienmärkte zur Wochenmitte merklich unter Druck gesetzt. In China fiel der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten an den Börsen des chinesischen Festlands zuletzt um rund 1,2 Prozent.

Der Hang Seng in Hongkong verlor kurz vor Handelsschluss gar mehr als 2 Prozent. In Japan schloss der Nikkei Börsen-Chart zeigen 0,40 Prozent tiefer bei 22 606,08 Punkten.

"Die Währungskrise in den Schwellenländern geht weiter. Aus der Währungskrise kann schnell eine Wirtschaftskrise werden. Und eine Wirtschaftskrise wird sich nicht auf die Schwellenländer beschränken", glaubt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC-Partners. Strafzölle und Währungen seien derzeit die beiden Themen, die das Weltwirtschaftswachstum deutlich bremsen könnten, was die Nervosität der Anleger erheblich steigere, so Altmann. "Es gibt im Moment einfach deutlich mehr Gründe, Aktien zu verkaufen als Aktien zu kaufen.

Euro kaum verändert

Der Euro in Dollar Börsen-Chart zeigen hat am Mittwoch etwas an Wert gewonnen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1595 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Insgesamt hielten sich die Kursbewegungen am Devisenmarkt aber zunächst in Grenzen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs des Euro Börsen-Chart zeigen am Dienstagnachmittag auf 1,1562 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte dürften sich Anleger unter anderem auf Konjunkturdaten konzentrieren. Im Euroraum stehen die stets beachteten Einkaufsmanager-Indizes für die Dienstleister auf dem Programm. Zudem werden Umsatzzahlen der Einzelhändler veröffentlicht. Diese geben einen Hinweis auf die Stärke des Privatkonsums.

mit dpa und Reuters

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