Mittwoch, 19. September 2018

Börse Dow Jones wankt, Dax taucht ab

Abwärts: Der Dax fällt in Richtung 12.000 Punkte

Neuer Kursrutsch: Der Dax gibt weiter nach und fällt zeitweise unter die Marke von 12.200 Punkten. Vor allem Autowerte knicken ein. In den USA starten auch Dow Jones und Nasdaq mit Verlusten in den Handel.

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Der Kursrutsch im Dax setzt sich fort: Der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen ist auch am Dienstag weiter gefallen und hat zeitweise die Marke von 12.200 Zählern unterschritten. Zuletzt notierte der Dax 1,1 Prozent schwächer bei 12.210 Punkten.

Die US-Börsen starteten mit Verlusten in den Börsenmonat September. Während der Dow Jones Börsen-Chart zeigen um 0,5 Prozent nachgab, notierte der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen zuletzt 0,6 Prozent im roten Bereich. Index-Schwergewicht Tesla verlor nach einer Abstufung durch Goldman Sachs um rund 2 Prozent und fiel unter die Marke von 300 Dollar.

In Europa standen vor allem Aktien aus der Autobranche wegen des Zollstreits unter Abgabedruck. Autowerte wie Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen bauten ihre Verluste am Nachmittag aus, während die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen gegen den Trend leicht zulegen konnten.

"Das weitere Geschehen an den internationalen Finanzmärkten hängt weiterhin von Donald Trump ab", sagte Marktanalyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. "Gefürchtet sind vor allem weitere Ankündigungen im Handelsstreit mit China und Europa." Aber auch die Streitigkeiten des US-Präsidenten mit der Europäischen Union seien noch nicht vom Tisch.


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Neue Zölle gegen China ab Mittwoch

Börsianer vermuten, dass US-Präsident Donald Trump am Mittwoch zusätzliche Zölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden Dollar verhängt. Unklar blieb zudem, ob sich die USA mit Kanada auf ein Handelsabkommen einigen. Über allem schwebt die US-Innenpolitik, da im November Zwischenwahlen zum Kongress anstehen. Dabei könnten die Republikaner Trumps eine Schlappe erleiden. Vor diesem Hintergrund nahmen einige Investoren Kurs auf den "sicheren Hafen" US-Dollar. Im Gegenzug fiel der Euro um mehr als einen halben US-Cent auf 1,1555 Dollar.

Dow Jones und Nasdaq knapp im Minus, Tesla unter Druck

An der Wall Street werden Anleger nach der jüngsten Rekordjagd ebenfalls vorsichtig. Der Broker IG taxierte den Dow Jones Börsen-Chart zeigen kurz vor Handelsstart 0,3 Prozent tiefer auf 25 888 Punkte. Im Monat August hatte er 2,2 Prozent hinzugewonnen. Am Montag waren die US-Börsen wegen eines Feiertags geschlossen.

Nach Börseneröffnung könnten einige Konjunkturnachrichten für Bewegung sorgen. Auf der Agenda stehen unter anderem Daten zum Verarbeitenden Gewerbe im August sowie zu den Bauinvestitionen im Juli.

Tesla-Aktie unter Druck - Goldman Sachs rät zum Verkauf

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Tesla Börsen-Chart zeigen unter Druck geraten. Im vorbörslichen Handel sackten sie um 1,9 Prozent auf 296 Dollar ab, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Titel mit "Sell" und einem Kursziel von 210 Dollar wieder in die Bewertung aufgenommen hatte. Zudem hat der Elektroauto-Pionier sein Produktionsziel für das Model 3 verfehlt. Bis Ende August wollte Tesla-Chef Elon Musk 6000 Fahrzeuge des Modells pro Woche produzieren, schaffte das in letzten Augustwoche laut einem Branchenportal aber vermutlich nicht.

Euro fällt, Dollar steigt, Ölpreis steigt

An den Rohstoffmärkten stand der Preisanstieg beim Öl im Fokus. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch von 79,72 Dollar je Barrel (159 Liter). Händler begründeten dies unter anderem mit dem Wirbelsturm "Gordon", der auf die US-Golfküste zuhält und damit die Ölproduktion behindern könnte.

An der deutschen Börse drehten sich viele Gespräche um die Deutsche Bank und E.ON: Laut Reuters vorliegenden Dokumenten fallen die Aktien der beiden Dax-Konzerne aus dem europäischen Benchmark-Index EuroStoxx50 heraus. Auch der französische Zement-Hersteller Saint Gobain muss weichen. Ihre Plätze nehmen der ebenfalls im Dax notierte Industriegas-Hersteller Linde , der französische Luxusgüter-Produzent Kering und der spanische Buchungssoftware-Hersteller Amadeus ein.

Da schon seit Wochen die Umstellung erwartet wird, reagierten die Aktien der Unternehmen kaum: Die Titel der Deutschen Bank gewannen zeitweise 1,6 Prozent, E.ON und Linde lagen mit mehr als ein Prozent im Minus. Die Änderungen im EuroStoxx50 werden zum 24. September wirksam.

Wirecard dürfte Commerzbank im Dax ersetzen

Auch im Dax Börsen-Chart zeigen stehen Veränderungen an: So wird erwartet, dass die Commerzbank den Dax verlassen muss und der Zahlungsabwickler Wirecard Börsen-Chart zeigen in den Dax aufsteigt.

In London brachen die Titel von WPP um 8,6 Prozent ein und waren damit der größte Verlierer im "Footsie". Der neue Chef der weltgrößte Werbefirma, zu der die deutsche Agentur Scholz & Friends gehört, verprellte die Anleger mit mauen Aussichten. Mark Read stellte die Anleger auf leichte Einbußen bei der operativen Gewinnmarge ein.

mit Reuters und dpa

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