Mittwoch, 19. September 2018

Börse Nasdaq zieht Dax ins Plus, TecDax steigt auf 18-Jahres-Hoch

Der Dax steigt im späten Handel wieder auf 12.400 Punkte. Kursgewinne im Dow Jones und an der Nasdaq stützen. Der TecDax erreicht unterdessen das höchste Niveau seit 18 Jahren.

Erholungsversuch: Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag leicht zugelegt. Der Dax notierte zuletzt 0,3 Prozent fester bei 12.400 Zählern. Zu den Gewinnern im Dax gehörten Covestro, Adidas und Continental, die jeweils rund 1 Prozent zulegten.

Der Tec-Index TecDax Börsen-Chart zeigen erreichte unterdessen mit 2977 Punkten den höchsten Stand seit Ende 2000. Der Index existiert in der jetzigen Form zwar erst seit 2003, wurde aber auf Basis des mittlerweile eingestellten Nemax50 bis Ende 1997 zurück gerechnet.

Für den MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 0,35 Prozent hoch auf 26 872,02 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50verbesserte sich um 0,29 Prozent.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq klar im Plus

An der Wall Street setzten die wichtigsten US-Indizes ihre Klettertour fort. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen kletterte um 0,5 Prozent auf 25.800 Zähler, der Technologieindex Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legte sogar 0,9 Prozent zu.

Unterstützung kam von der Fed. Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, bestätigte in einer Rede während der Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole insgesamt die Erwartungen der Investoren. Der Währungshüter sieht trotz der robusten Konjunktur keine große Gefahr für eine Überhitzung der US-Wirtschaft. Er hält unverändert graduelle Leitzinsanhebungen für angemessen.

Gap bricht nach Zahlen ein

Unter den Einzelwerten stehen immer noch ein paar Nachzügler aus der Berichtssaison mit ihren Quartalszahlen im Blick. In der Einzelhandelsbranche richtet sich das Augenmerk auf Gap und Foot Locker . Die größte US-Modekette blieb mit ihrem weltweiten Umsatz auf vergleichbarer Basis hinter den Markterwartungen zurück, was die Aktien vorbörslich mit minus 8 Prozent unter Druck brachte. Der Sportschuhhändler hingegen überraschte positiv mit seinem bereinigten Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal. Die vorbörslichen anfänglichen Gewinne bröckelten allerdings zuletzt wieder vollständig ab.

Im Technologiesektor gaben HP Inc und Intuit Zahlen bekannt. Dem PC- und Druckerhersteller HP gelang laut Börsenbriefautor Hans Bernecker "erstmals eine deutliche Rückkehr in eine stabile Ertragslage". Allerdings habe es auch lange gedauert, darauf zu warten und in dieser Zeit habe die Aktie bereits stark zugelegt. HP hatte am Vorabend mit seinen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal die Markterwartungen übertroffen und zudem die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

MDax: CTS Eventim erholt sich von Kurseinbruch

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien der Commerzbank Börsen-Chart zeigen 1,3 Prozent. Im MDax Börsen-Chart zeigen rückten mit einem Plus von mehr als 8 Prozent die Anteile von CTS Eventim auf den ersten Platz, nachdem sie am Vortag nach zunächst starkem Start doch noch deutlich im Minus geschlossen hatten. Ein negativ aufgenommenes Gerichtsurteil hatte die Freude der Anleger über die Quartalszahlen jäh getrübt. Nach einem Urteil des BGH wird die Service-Gebühr von 2,50 Euro beim Ausdrucken von Online-Tickets verboten.

Nach jeweils positiven Analystenkommentaren gewannen die Papiere von Wacker Chemie 4,7 Prozent, die des Immobilienkonzerns Aroundtown 1,1 Prozent und von Aareal Bank 1 Prozent

Handelsstreit zwischen USA und China schwelt weiter

China und die Vereinigten Staaten haben in ihrer jüngsten Gesprächsrunde zum Zollkonflikt anscheinend noch keinen Durchbruch erzielen können - dies war aber von Experten auch nicht erwartet worden. Ein schnelles Ende der Strafzölle, mit denen sich die beiden größten Volkswirtschaften derzeit in immer neuen Runden überziehen, ist damit weiterhin nicht absehbar.

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Hoffnung für Fresenius im Streit mit Akorn

Die Fresenius-Aktien gewannen vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate gut 2 Prozent zum Xetra-Schluss, nachdem es am Vorabend positive Signale für den deutschen Medizinkonzern im Prozess mit dem US-Generikahersteller Akorn gegeben hatte. Fresenius hatte die 4,4 Milliarden Euro schwere Übernahme im April abgeblasen, weil Akorn laut Einschätzung der Bad Homburger mehrere Vollzugsvoraussetzungen nicht erfüllte. Dagegen klagte Akorn.

Akorn-Aktien sind am Donnerstag während der Gerichtsverhandlung über die vom Medizinkonzern Fresenius abgeblasenen Übernahme des US-Generikaherstellers um 14 Prozent eingebrochen. Händler, die den Prozess verfolgten, werteten die Fragen des Richters an die Akorn-Anwälte als negativ für das Unternehmen.

Goldman Sachs rät zum Kauf von FMC

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat unterdessen die Fresenius-Tochter Fresenius Medical Care Börsen-Chart zeigen (FMC) mit "Buy" und einem Kursziel von 98 Euro wieder in die Bewertung aufgenommen. Das aus fundamentaler Sicht weiterhin solide US-Dialysegeschäft des Dax-Konzerns dürfte 2019 und in den Folgejahren besser werden, schrieb Analystin Veronika Dubajova in einer am Freitag vorliegenden Studie. Vor diesem Hintergrund sei die Aktie derzeit attraktiv bewertet.

Mit rund 3 Prozent im Plus profitierten die Anteile von Wacker Chemie von einem positiven Kommentar der Bank HSBC.

Euro legt deutlich zu

Der Euro legte im Tagesverlauf gegenüber dem Dollar deutlich zu - trotz der von Fed-Chef Powell avisierten Zinserhöhungen. Ein schwächerer Yen hat den japanischen Börsen zum Wochenschluss Schwung verliehen. Der Nikkei Börsen-Chart zeigen gewann 0,9 Prozent auf 22.601 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,7 Prozent. Der Dollar hielt sich über 111 Yen und damit deutlich über der psychologisch wichtigen Marke von 110 Yen. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA gaben dem Greenback zuletzt Auftrieb.

Der US-Währungshüter Robert Kaplan rechnet ungeachtet der Kritik von US-Präsident Donald Trump mit drei bis vier weiteren Zinsanhebungen in den nächsten neun bis zwölf Monaten. Trump hatte am Montag in einem Reuters-Interview den Kurs der Fed ungewöhnlich offen attackiert.

mit dpa und reuters

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