Sonntag, 18. November 2018

Dax rutscht ins Minus Conti stürzt ab - und zieht Daimler und VW mit

Autozulieferer Continental: Gewinnerwartung erneut gesenkt

Der Dax fällt wieder unter die Marke von 12.400 Punkten. In den USA feiert die Wall Street dagegen den längsten Bullenmarkt der Geschichte. Die Aktie von Bayer setzt ihre Erholung fort, während Conti nach einer Gewinnwarnung einbricht.

Nach seiner kleinen Erholung an den beiden ersten Wochentagen hat der Dax Börsen-Chart zeigen am Mittwoch die Marke von 12.400 Punkten zeitweise zurückerobert. Der deutsche Leitindex notierte am Morgen bei 12.437 Punkten, fiel bis zum Nachmittag aber wieder auf 12.385 Punkte zurück und beendete den Xetra-Handel (17.30 Uhr) praktisch unverändert.

Vor allem der zweistellige Kurseinbruch bei Autozulieferer Continental Börsen-Chart zeigen, der auch die Aktien der Autohersteller Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen belastete, erwies sich als Belastung für den Dax Börsen-Chart zeigen. Neben Autotiteln gerieten im späten Handel auch die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen unter Druck.

Der Zulieferer Continental Börsen-Chart zeigen senkt wegen gestiegener Kosten und negativen Währungseffekten zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Ziele. Der Dax-Konzern aus Hannover kündigte am Mittwoch an, die bereinigte operative Rendite (Ebit-Marge) werde in diesem Jahr bei mehr als neun Prozent liegen. Bisher hatte der Vorstand um Konzernchef Elmar Degenhart eine Marge von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt. Der Umsatz werde bei rund 45 Milliarden Euro statt der bisher erwarteten rund 46 Milliarden liegen. Bereits im April hatte Continental sein Jahresziel für die Rentabilität gesenkt.

Anleger von Continental Börsen-Chart zeigen haben daraufhin am Mittwoch panikartig die Flucht ergriffen. Die Aktien brachen binnen weniger Minuten um bis zu 13 Prozent ein, der Handel wurde bei hohen Umsätzen mehrfach angehalten. Mit 164,35 Euro fielen die Papiere auf den tiefsten Stand seit 21 Monaten.

Auch die Aktien der Autohersteller Daimler Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Vz. Börsen-Chart zeigen gerieten im Zuge des Kurssturzes von Conti zunehmend unter Abgabedruck. Beide Aktien verloren zuletzt rund 2 Prozent.

Händler halten den Kurssturz - wenig überraschend - für gerechtfertigt. "Viele Anleger waren noch zu optimistisch, vor allem weil das Management zuletzt keine Signale für eine weitere Prognosesenkung geliefert hatte", sagte ein Händler in Frankfurt. Anfang August hatte der Konzern seinen Ausblick noch bekräftigt, den er im April gesenkt hatte.

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Wall Street: S&P 500 auf Rekordhoch, längster Bullenmarkt der Geschichte

In Erwartung der Fed-Protokolle halten sich Anleger mit Engagements am US-Aktienmarkt zurück. Der Standardwerteindex Dow Jones Börsen-Chart zeigen kam zur Eröffnung am Mittwoch kaum vom Fleck und lag bei 25.825 Punkten. Der Tech-Index Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen legte dagegen leicht zu.

Investoren erhofften sich von den Mitschriften der jüngsten geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten Zinserhöhungen.

Der aktuelle Aufschwung der US-Börsen gilt mit einer Dauer von 3453 Tagen als der längste der Geschichte. Seit dem 9. März 2009 ging es für den US-Aktienmarkt ohne größere Rückschläge bergauf. Der breit gefasste S&P 500-Index hat seinen Kurs seither mehr als vervierfacht und ein Rekordhoch erreicht.

Der bisherige Rekord reicht zurück in die Zeit zwischen Oktober 1990 und März 2000. Damals dauerte der sogenannte Bullenmarkt 3452 Tage.

Bei den Einzelwerten waren die Titel von Target am Mittwoch gefragt, die um 6,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 88,89 Dollar stiegen. Der Discount-Einzelhändler blickt nach einem überraschend starken Quartalsergebnis optimistischer in die Zukunft.

Zugleich dämpften politische Meldungen die Freude der Anleger. US-Präsident Trump gerät nach Aussagen seines Anwalts Michael Cohen stärker unter Druck.

Unter den Einzelwerten im Dax steht zudem Linde Börsen-Chart zeigen im Fokus. Die Fusion des deutschen Industriegasekonzerns Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Anbieter von Sauerstoff und Helium muss eine weitere Hürde nehmen.

Die Aktie von Linde Börsen-Chart zeigen gehörte mit einem Minus von 1,5 Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Dagegen setzte das Papier von Bayer mit einem Plus von 1,1 Prozent seine Erholung fort.

Deutsche Bank rät zum Kauf der Bayer-Aktie

Die Deutsche Bank hat Bayer Börsen-Chart zeigen nach dem deutlichen Kursverlust seit dem 10. August auf "Buy" mit einem Kursziel von 137 Euro belassen. Der Kursverfall gehe auf die über die Monsanto-Übernahme zum Konzern gekommenen Herbizide Glyphosat und Dicamba zurück, schrieb Analystin Virginie Boucher-Ferte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Auch wenn das Glyphosat-Thema in den USA noch eine Weile belasten dürfte, scheine der Konzern zuversichtlich zu sein, dass die Gesamtrisiken begrenzt seien.

Der US-Aktienmarkt ist unterdessen weiter auf Erholungskurs. Die Furcht vor zu hohen Aktienbewertungen und der internationale Handelskonflikt scheinen - zumindest vorerst - vergessen. Der marktbreite S&P 500 kletterte am Dienstag auf ein Rekordhoch von 2873 Punkten, der Dow Jones erreichte das höchste Niveau seit 6 Monaten.

Michael Cohen belastet Trump

Als Hauptgrund für den leichten Verfall nach dem Rekordhoch im S&P gelten politische Sorgen. So hat der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, mehrere Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung eingeräumt. Seine Aussage vor einem US-Gericht wurde so interpretiert, dass er dies im Auftrag von Trump getan hat.

Asiens Börsen tendierten auf die politischen Nachrichten aus den USA hin gemischt. Japans Nikkei 225 tendiert 0,6 Prozent stärker, Hongkongs Hang Seng gewinnt zur Stunde 0,38 Prozent. Chinas CSI 300 dagegen liegt 0,52 Prozent im Minus.

Euro nahe 1,16 US-Dollar

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat seine kräftigen Kursgewinne der Vortage gehalten und sich am Mittwochmorgen nur wenig bewegt. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1585 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1502 Dollar festgesetzt.

Bis zum Dienstagabend hatte noch eine Dollarschwäche dem Euro Auftrieb verliehen. Im weiteren Tagesverlauf rechnen Marktbeobachter mit einem eher ruhigen Handel am Devisenmarkt. Es stehen kaum wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, an denen sich die Anleger orientieren könnten. Allerdings dürfte die Geldpolitik in den USA stärker in den Fokus rücken. Am Abend wird das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank Fed veröffentlicht, von dem sich Investoren neue Hinweise auf den Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen erhoffen.

Außerdem rückt das Treffen von Notenbankern im amerikanischen Jackson Hole, das am Donnerstag beginnen wird, stärker in den Mittelpunkt das Interesses. Mit Spannung wird vor allem eine Rede des amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell erwartet. Zuletzt hatten Medien berichtet, dass sich US-Präsident Donald Trump kritisch über den Fed-Vorsitzenden geäußert habe. Der US-Präsident stört sich demnach daran, dass Powell nicht für eine Politik des billigen Geldes stehe. Stattdessen habe der Fed-Vorsitzende die Leitzinsen immer weiter angehoben.

luk/dpa-afx/reuters

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