Sonntag, 18. November 2018

Börse Kursrally an der Wall Street schiebt Dax ins Plus

Nach dem Kursrutsch vom Vortag startet der Dax am Donnerstag einen zaghaften Erholungsversuch. Schwergewicht Bayer bricht weiter ein. An der Wall Street legen Dow und Nasdaq jeweils zu.

Erholungsversuch an den Börsen: Nach der Ankündigung von Gesprächen zwischen den USA und China hat der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen am Donnerstag einen Erholungsversuch gestartet. Dabei stützten im späten Handel vor allem die Kursgewinne an den US-Börsen. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte bis 17.30 Uhr MESZ um 350 Punkte (1,4 Prozent) zu.

Bis zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) stieg der deutsche Leitindex um 0,7 Prozent auf 12.246 Punkte und schloss damit auf Tageshoch. Am Mittwoch hatte der Dax wegen der Streitigkeiten der USA mit China und der Türkei noch 1,6 Prozent im Minus geschlossen.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktie von SAP Börsen-Chart zeigen und Lufthansa Börsen-Chart zeigen , die jeweils um rund 2 Prozent zulegten. Dagegen brach die Aktie von Bayer Börsen-Chart zeigen weiter ein.

Was Anlegern auf beiden Seiten des Atlantiks Hoffnung gibt: Ende August will China eine Delegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken, um den zwischen beiden Ländern schwelenden Handelsstreit zu entschärfen. Zudem belastete zuletzt die Angst vor einer Ausweitung der Türkei-Krise auf andere Schwellenländer. In Folge dessen tauchte der Dax bis auf 12.120 Punkte ab und blieb damit nur wenige Punkte über dem Tief der vergangenen Monate aus dem Juni.

Bayer-Kursrutsch setzt sich fort

Der Dax wurde vor allem von den Verlusten des Index-Schwergewichts Bayer gebremst, die erneut rund 5 Prozent nachgaben und deutlich unter die Marke von 80 Euro fielen. Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" drohen Bayer Börsen-Chart zeigen nach der Übernahme von Monsanto nun weitere Klagen in den USA.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit


US-Börsen: Dow und Nasdaq starten mit Gewinnen

Aktuelle Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China haben die US-Börsen am Donnerstag unterstützt. Stützend hinzu kommen gute Zahlen von Einzelhändler Walmart und ein überraschender Ausblick des Netzwerkspezialisten Cisco. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen legte im frühen Handel 1,4 zu, während der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen um 0,6 Prozent vorrückte.

Börsianer hoffen nun auf eine Annäherung zwischen China und den USA: Peking wird auf Einladung der US-Seite Ende August eine Delegation zur Gesprächen nach Washington schicken. Obwohl die US-Regierung weiterhin im Konflikt mit Ankara eine harte Hand zeigt, hat sich auch die Lage an der Währungsfront inzwischen entspannt. Nach ihrem massiven Wertverfall hat sich die türkische Lira stabilisieren können, hier half zuletzt auch die Nachricht, dass Katar der Türkei mit einer milliardenschweren Finanzspritze zu Hilfe kommt.

Vor diesem Hintergrund dürfte sich das Augenmerk der Anleger an der Wall Street am Donnerstag wieder mehr nach innen richten. Die vor dem Börsenbeginn veröffentlichten Konjunkturdaten boten ein gemischtes Bild. Während sich in den USA das Geschäftsklima in der Region Philadelphia überraschend deutlich eingetrübt hat, fielen die wöchentlichen Arbeitslosenanträge weiter und die Baubeginne stiegen geringfügig.

Walmart und Cisco nach Zahlen gefragt - Walmart steigt zweistellig

Für die Papiere von Wal-Mart Börsen-Chart zeigen ging es nach Vorlage der Quartalsbilanz zweistellig nach oben. Der US-Händler hatte im zweiten Quartal das beste Wachstum seit mehr als zehn Jahren verzeichnet und damit seinen schwachen Jahresauftakt ausgewetzt.

Ein überraschend starker Ausblick auf das erste Quartal durch den Netzwerk-Spezialisten Cisco Börsen-Chart zeigen half auch den Technologiewerten. Die Cisco-Aktie legte vorbörslich ebenfalls kräftig zu.

Die Branche sollte gleichzeitig auch wegen negativer Branchennachrichten aus China im Blick behalten werden. Die beiden Internetkonzerne Tencent und JD.com enttäuschten zuletzt mit unerwartet hohen Verlusten.

Starker Euro bremst Henkel aus

Der starke Euro und die gestiegenen Rohstoffpreise sorgen beim Persil- und Schwarzkopf-Hersteller Henkel für mächtig Gegenwind. Neben dem russischen Rubel und dem mexikanischen Peso setzte vor allem der Verfall der türkischen Lira dem Konsumgüterkonzern im zweiten Quartal zu. Weil sich an dem Umfeld nicht viel ändern dürfte, passte Henkel seine Prognose für das Gesamtjahr an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird in diesem Jahr voraussichtlich nur noch um 3 bis 6 Prozent zulegen und nicht mehr wie bisher erwartet um 5 bis 8 Prozent, wie Henkel am Donnerstag mitteilte. Die Aktie gab daraufhin deutlich nach.

TecDax: Wirecard springt auf Rekordhoch

Der Zahlungsdienstleister Wirecard Börsen-Chart zeigen setzt sich nach einem starken zweiten Quartal erneut höhere Ziele. Die Wirecard-Aktie legte im frühen Handel um rund 9 Prozent zu und erreichte erneut ein Rekordhoch. Das Fintech-Unternehmen ist an der Börse derzeit 21 Milliarden Euro wert. Zum Vergleich: Das größte deutsche Geldhaus, die Deutsche Bank , ist mit rund 20,5 Milliarden Euro derzeit sogar weniger wert als Wirecard. Die Commerzbank bringt es auf einen Börsenwert von rund 10 Milliarden Euro. Wenn die Zusammensetzung des Leitindex Dax im September überprüft wird, rechnen Experten damit, dass Wirecard in die erste Börsenliga aufsteigt und die Commerzbank weichen muss.

Euro erholt sich von einjährigem Tiefstand

Der Euro Börsen-Chart zeigen hat sich am Donnerstag von seinem am Vortag erreichten rund einjährigen Tiefstand erholt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1390 US-Dollar und damit einen halben Cent mehr als am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag noch auf 1,1321 Dollar festgesetzt.

Nicht nur der Euro, auch viele andere Währungen konnten sich gegenüber dem US-Dollar erholen. In den Tagen zuvor war die amerikanische Währung von vielen Anlegern als sicherer Hafen angesteuert worden, was andere Devisen unter Druck gesetzt hatte. Ursache war vor allem die . Die Lira stand am Donnerstagmorgen zwar wieder etwas unter Druck. In den vergangenen beiden Tagen hat sie sich jedoch etwas von ihren massiven Kursverlusten erholen können.

luk, la, mg/reuters/dpa-afx

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